Mittlerer Peruanischer Nackthund
Nackter Wächter mit edlem Wesen und wachsamem Blick
auch bekannt als Perro sin Pelo del Perú Mediano
Zucht-Hinweis
Das dominante Haarlosigkeits-Gen ist im homozygoten Zustand embryonal letal, überlebende Welpen sind zwangsläufig heterozygot. Die Zucht ausschließlich haarloser Elterntiere kreuzt daher immer auch das Letalallel mit, seriöse Zuchtprogramme verpaaren deshalb kontrolliert mit der behaarten Varietät. Interessenten sollten Züchter danach fragen, wie sie mit dieser genetischen Besonderheit umgehen, und die damit verbundenen Zahnanomalien und den Pflegebedarf der Haut von Anfang an einplanen. Das dominant vererbte, homozygot embryonal letale Haarlosigkeits-Gen und das gekoppelte unvollständige Gebiss betreffen die Zucht der unbehaarten Varietät strukturell.
Steckbrief
- Größe
- mittelgroß (M), 41 bis 50 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 8 bis 12 kg
- Lebenserwartung
- typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- kaum zu bekommenStufe 1 von 5Teil der VDH-Statistik der Stammrasse, eigene Zahlen fehlen
- Fell
- Nackthund (haarlos), vereinzelt kurze Haarbüschel auf Kopf, Rutenspitze oder Rücken erlaubt, Kein Fell zum Bürsten, dafür regelmäßige Hautpflege: rückfettende Lotion gegen trockene Haut, Sonnenschutz im Freien, im Winter ein Mantel.
- Herkunft
- Peru
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 5 (Spitze und Urtypen), Standard Nr. 310
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5, Tendenzwert)
- Trainierbarkeit
- trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt häufig (4 von 5)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart kaum (1 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
- Wach- und Schutztrieb
- ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Mittlerer Peruanischer Nackthund im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Sonnenschutz ist Pflicht: bei hellhäutigen Tieren im Sommer hundegeeignete Sonnencreme auf unpigmentierten Stellen und Freigang in der Mittagshitze meiden.
- Zahnkontrolle beim Tierarzt fest einplanen, da das Haarlosigkeits-Gen häufig mit fehlenden Zähnen einhergeht und das Kauverhalten beeinflussen kann.
- Vor dem Kauf gezielt nach Herkunft, Zuchtstätte und Wartezeit fragen, seriöse Züchter sind in Deutschland kaum vorhanden, Importe aus Peru oder anderen europäischen Ländern sind üblich.
- Frühe, entspannte Sozialisierung mit fremden Menschen einplanen, da die Rasse laut Standard Fremden gegenüber zurückhaltend ist und das ohne Übung in Wachsamkeit umschlagen kann.
- Bei Kälte einen Hundemantel bereithalten, die fehlende Fellisolierung macht die Tiere schneller frösteln als behaarte Rassen ähnlicher Größe.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Häufig unvollständiges Gebiss mit fehlenden Prämolaren oder Molaren, direkt an das Haarlosigkeits-Gen gekoppelt.
- Erhöhtes Risiko für Sonnenbrand und Hautreizungen durch den fehlenden natürlichen Fellschutz, besonders bei hellhäutigen Tieren.
- Geringere Kälteisolierung als bei behaarten Rassen, deshalb schnelleres Auskühlen bei niedrigen Temperaturen.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Mittlerer Peruanischer Nackthund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
Eine Rasse, mehrere Größen
Diese Hunde sind Größenvarietäten derselben Rasse (FCI-Standard Nr. 310). Gleicher Standard, eigener Alltag: Sie unterscheiden sich vor allem in der Größe und damit in Platzbedarf, Kraft und Handling.
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