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Lele

Alaskan Malamute

Eigenwilliges Kraftpaket aus der Arktis

auch bekannt als Mal

sehr groß (XL)USA
Alaskan Malamute mit dichtem grau schwarzem Fell und braunen Augen blickt bei Schneefall zur Seite
Alaskan Malamute im Porträt
Alaskan Malamute steht auf einem Felsen, die buschige Fahnenrute über dem Rücken getragen
Alaskan Malamute unterwegs

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 58,5 bis 63,5 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 34 bis 38 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 38 Welpen
Fell
Stockhaar
Herkunft
USA
Anerkennung
FCI-Gruppe 5 (Spitze und Urtypen), Standard Nr. 243

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart sehr stark (5 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Alaskan Malamute im Porträt

Der Alaskan Malamute hat seine Wurzeln im arktischen Alaska: Die Mahlemut, ein Inuit-Volk im Nordwesten des Landes, züchteten ihn über Generationen als kraftvollen Zughund für schwere Lasten und als verlässlichen Gefährten in eisiger Kälte. Ausdauer und Kraft standen dabei stets vor Schnelligkeit, ein Erbe, das die Rasse bis heute prägt. Charakterlich zeigt sich der Malamute meist selbstsicher und eigenwillig, mit einem klaren Hang zu eigenen Entscheidungen. Fremden begegnet er tendenziell freundlich, aber eher gleichgültig als überschwänglich. Ein wachsamer Beschützer ist er kaum, da ihm typischerweise Territorial- und Schutztrieb fehlen. Gegenüber Artgenossen kann er sich behaupten, wenn er sich provoziert fühlt, und sein Jagdtrieb ist im Durchschnitt hoch ausgeprägt, weshalb Katzen und andere Kleintiere selten ohne sorgfältige Gewöhnung entspannt an seiner Seite leben. In der Erziehung braucht es Geduld und Konsequenz über die gesamte Lebenszeit hinweg. Schnelle Erfolge sind eher die Ausnahme, kontinuierliche Beziehungsarbeit die Regel. Alltäglich verlangt der Malamute deutlich mehr als einen Spaziergang um den Block: Zugarbeit, lange Wanderungen oder Hundesportarten wie Canicross geben ihm die körperliche und geistige Auslastung, die er braucht. Fehlt diese, neigt er zu Unruhe, Heulen oder eigenständiger Beschäftigung, die selten im Sinne der Halterin oder des Halters ausfällt. Das dichte doppelte Fell schützt zuverlässig vor Kälte, wechselt aber saisonal stark und verlangt in dieser Zeit nahezu tägliche Pflege; geschoren werden sollte es nie, weil dadurch die natürliche Isolation dauerhaft geschädigt werden kann. Für Menschen mit viel Zeit, einem sicher eingezäunten Grundstück und echter Freude an gemeinsamer körperlicher Betätigung kann der Malamute ein loyaler und eindrucksvoller Begleiter über viele Jahre werden. Wer dagegen einen ruhigen Wohnungshund, einen zuverlässigen Wachhund oder einen unkomplizierten Erstlingshund sucht, wird mit dieser Rasse eher unglücklich: Kraft, Eigensinn und Bewegungsbedarf verlangen erfahrene Halterinnen und Halter, die konsequent und dabei ohne Härte führen können. Wer sich darauf einlässt, bekommt einen meist gelassenen Hund mit viel Charakter und mit klaren eigenen Vorstellungen vom gemeinsamen Alltag.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungspensum realistisch einplanen: mindestens 1,5 bis 2 Stunden aktive Auslastung täglich, idealerweise mit Zug- oder Kraftarbeit (Canicross, Bikejöring, Zughundesport) statt nur Spazierengehen.
  • Alleinbleiben ist meist nur stundenweise realistisch (nach Gewöhnung etwa 3 bis 4 Stunden). Unausgelastete Tiere neigen zu Heulen und eigenständiger, oft destruktiver Beschäftigung.
  • Fellpflege: dichtes doppeltes Stockhaar mit ausgeprägtem saisonalem Fellwechsel zweimal jährlich, dann nahezu tägliches Bürsten nötig; die Unterwolle sollte nie geschoren werden.
  • Sicher eingezäuntes, auch nach unten gesichertes Grundstück empfehlenswert: Hoher Jagdtrieb und Grabefreude begünstigen Ausbruchsversuche.
  • Vor Anschaffung Gesundheitsnachweise der Zuchttiere (HD/ED-Röntgen, Gentest auf Alaskan-Malamute-Polyneuropathie) beim Züchter erfragen.
  • Nicht als Wach- oder Schutzhund geeignet: Die Rasse begegnet Fremden typischerweise freundlich-gleichgültig statt territorial.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED): laut Zuchtverbandserhebungen zu den häufiger gemeldeten orthopädischen Problemen der Rasse zählend, Röntgen-Screening der Zuchttiere ist üblich.
  • Alaskan-Malamute-Polyneuropathie (AMPN): autosomal-rezessiv vererbte Nervenerkrankung mit fortschreitender Muskelschwäche und Gangstörungen, Erstsymptome meist innerhalb der ersten zwei Lebensjahre; Gentest verfügbar.
  • Zink-responsive Dermatose: rassebedingt eingeschränkte Zinkaufnahme, kann zu Haut- und Fellproblemen führen.
  • Erbliche Augenerkrankungen wie Katarakt und progressive Retinaatrophie in der Rasse dokumentiert.
  • Hypothyreose wird in der Rasse vergleichsweise häufig beschrieben.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Alaskan Malamute hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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