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Lele

Zwergspitz

Selbstbewusstes Energiebündel im Plüschfell

auch bekannt als Pom, Pomeranian, Deutscher Zwergspitz

sehr klein (XS)Deutschland
Cremefarbener Zwergspitz schaut zwischen grünen Blättern hervor
Zwergspitz im Porträt
Zobelfarbener Zwergspitz läuft aufmerksam über sandigen Boden
Zwergspitz unterwegs
Junger orangefarbener Zwergspitz liegt entspannt auf einer Bettdecke
Zwergspitz zu Hause

Steckbrief

Größe
sehr klein (XS), 18 bis 24 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 1,4 bis 3,2 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
gut verfügbarStufe 4 von 5VDH 2024: 103 Welpen, als kleiner Mode und Social Media Hund dennoch verbreitet
Fell
Stockhaar (doppeltes Haarkleid), Langes, abstehendes Deckhaar über dichter, wattiger Unterwolle: mehrmals pro Woche bürsten, im Fellwechsel täglich, kein Scheren nötig.
Herkunft
Deutschland
Anerkennung
FCI-Gruppe 5 (Spitze und Urtypen), Standard Nr. 97

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht mäßig Bewegung (2 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt sehr häufig (5 von 5)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
gut verträglich mit Katzen (4 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
kaum Jagdtrieb (1 von 5)
Anfänger-Eignung
gut geeignet für Anfänger (4 von 5)

Der Charakter: Zwergspitz im Porträt

Der Zwergspitz ist die kleinste Varietät des Deutschen Spitzes und damit Teil einer der ältesten Hunderassen Mitteleuropas. International heißt er Pomeranian, benannt nach der Region Pommern. Richtig klein wurde er allerdings erst im England des 19. Jahrhunderts: Queen Victoria ließ gezielt besonders kleine Spitze züchten und machte die Miniaturausgabe zum Modehund der feinen Gesellschaft. Vom Hofhund-Erbe seiner größeren Verwandten hat er sich zwei Dinge bewahrt: die Wachsamkeit und das üppige doppelte Haarkleid. Im Wesen ist er ein ganzer Spitz. Der FCI-Standard beschreibt die Rasse sinngemäß als aufmerksam, lebhaft und außergewöhnlich anhänglich an ihre Menschen, Fremden gegenüber eher misstrauisch und praktisch ohne Jagdtrieb. Beim Zwergspitz kommt ein Selbstbewusstsein dazu, das seine gut zwanzig Zentimeter Schulterhöhe schlicht ignoriert. Seine Meldefreude ist echt: Er kommentiert Klingeln, Schritte im Treppenhaus und fremde Hunde gern lautstark. Ohne frühes Ruhetraining wird daraus schnell Dauerkläffen. Im Alltag ist er genügsamer, als sein Temperament vermuten lässt. Zwei bis drei Spaziergänge plus Kopfarbeit wie Tricktraining oder Suchspiele lasten ihn meist gut aus, als Begleiter am Fahrrad oder beim Joggen taugt er nicht. Das plüschige Stockhaar mit wattiger Unterwolle braucht mehrmals pro Woche die Bürste, im Fellwechsel täglich. Geschoren werden sollte es nicht, weil das Deckhaar danach oft nicht mehr richtig nachwächst. Wegen der empfindlichen Luftröhre gehört er ins Geschirr statt ans Halsband. Ein ehrliches Wort zur Zucht: Die starke Verkleinerung hat gesundheitliche Schattenseiten, von Patellaluxation über Trachealkollaps bis zu Zahnproblemen und offen bleibenden Fontanellen. Meide Angebote mit Etiketten wie Teacup, Mini oder Merle und frag nach Gesundheitsbefunden der Elterntiere. Gut passt der Zwergspitz zu Menschen, die viel Zeit mit ihm verbringen, Freude an Beschäftigung im Kleinen haben und in der Stadt oder in einer Wohnung leben. Weniger geeignet ist er für alle, die einen stillen Hund suchen, viele Stunden außer Haus sind oder sehr junge Kinder ohne Hundeerfahrung haben: Für grobe Griffe ist der zierliche Körper zu verletzlich. Im höheren Alter zählt die fortschreitende Mitralklappenerkrankung des Herzens zu den häufigsten Erkrankungen kleiner Rassen und kann zu Herzversagen führen, ein regelmäßiger Herz-Check beim Tierarzt ist deshalb sinnvoll.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich zwei bis drei kürzere Spaziergänge plus zehn bis fünfzehn Minuten Kopfarbeit ein, etwa Tricktraining oder Suchspiele. Als Jogging- oder Fahrradbegleiter ist der Zwergspitz nicht geeignet.
  • Trainiere von der ersten Woche an ein Abbruchsignal fürs Bellen und belohne Ruhe konsequent. Unbearbeitet wird die spitztypische Meldefreude in einer hellhörigen Mietwohnung schnell zum Nachbarschaftsthema.
  • Frage die Zuchtstätte nach Patella-Befunden beider Elterntiere und lass die Finger von Anzeigen mit Begriffen wie Teacup, Mini, Boo oder Merle. Seriöse Züchter findest du über die VDH-Zuchtvereine der Deutschen Spitze.
  • Bürste das Fell zwei- bis dreimal pro Woche bis auf die Unterwolle, im Fellwechsel täglich. Scheren ist tabu, weil das Deckhaar oft nicht mehr richtig nachwächst.
  • Nutze ein gut sitzendes Geschirr statt Halsband: Die kleine Luftröhre ist empfindlich, Zug am Hals begünstigt Husten und Trachealprobleme.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Patellaluxation
  • Trachealkollaps
  • Alopezie X (fortschreitender Haarverlust)
  • Zahnerkrankungen (Zahnstein, früher Zahnverlust)
  • Persistierende Fontanelle und Hydrozephalus bei extrem kleinen Linien
  • Chronische Mitralklappenerkrankung (MMVD), die häufigste Herzerkrankung kleiner Hunderassen und mit fortschreitendem Alter eine verbreitete Ursache für Herzversagen

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Zwergspitz hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen von 2020 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

Eine Rasse, mehrere Größen

Diese Hunde sind Größenvarietäten derselben Rasse (FCI-Standard Nr. 97). Gleicher Standard, eigener Alltag: Sie unterscheiden sich vor allem in der Größe und damit in Platzbedarf, Kraft und Handling.

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