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Lele

West Highland White Terrier

Selbstbewusster Wirbelwind im weißen Fell

auch bekannt als Westie

klein (S)Großbritannien
West Highland White Terrier sitzt aufmerksam im Gras und blickt zur Seite
West Highland White Terrier im Porträt
West Highland White Terrier trabt mit erhobener Rute über eine Wiese
West Highland White Terrier unterwegs
Junger West Highland White Terrier sitzt drinnen auf der Fensterbank vor grünem Garten
West Highland White Terrier zu Hause

Steckbrief

Größe
klein (S), 28 bis 28 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 8 bis 10 kg
Lebenserwartung
typisch 11 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 364 Welpen
Fell
Hartes Stockhaar, Haart wenig, aber das harte Deckhaar muss alle acht bis zwölf Wochen getrimmt werden, dazu regelmäßiges Bürsten.
Herkunft
Großbritannien
Anerkennung
FCI-Gruppe 3 (Terrier), Standard Nr. 85

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart kaum (1 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: West Highland White Terrier im Porträt

Der West Highland White Terrier stammt aus den rauen Highlands Schottlands, wo niederläufige Terrier jahrhundertelang Fuchs, Dachs und anderes Raubzeug aus Felsspalten und Bauen trieben. Als prägender Züchter gilt Colonel Edward Malcolm aus Poltalloch, der Ende des 19. Jahrhunderts gezielt auf weiße Hunde setzte: Das helle Fell hob sich zwischen Felsen und Gestrüpp klar ab, so wurde der Hund bei der Jagd nicht mit dem Wild verwechselt. 1905 entstand der erste Rasseclub, wenig später folgte die offizielle Anerkennung. Diese Vergangenheit als eigenständig arbeitender Jagdterrier merkst du dem kleinen Schotten bis heute an. Der FCI-Standard beschreibt ihn als klein, aktiv, unerschrocken und robust, mit beträchtlichem Selbstvertrauen, dabei wachsam, fröhlich, mutig und freundlich. Genau diese Mischung macht den Westie aus: Er ist ein anhänglicher, humorvoller Begleiter, trifft aber gern eigene Entscheidungen und diskutiert im Zweifel mit. Geräusche und Besucher meldet er zuverlässig, die Bellfreude ist rassetypisch spürbar. Mit anderen Hunden kommt er meist gut zurecht, seine Vorfahren jagten oft in kleinen Meuten. Katzen und Kleintiere lösen dagegen schnell den Jagdmodus aus, hier braucht es frühe Gewöhnung und gutes Management. Im Alltag ist der Westie genügsamer als viele große Jagdhunde, aber kein reiner Schoßhund: Rechne mit etwa einer bis anderthalb Stunden Bewegung täglich plus Kopfarbeit wie Suchspielen, Tricktraining oder Obedience. Eine Etagenwohnung ist kein Problem, solange die Auslastung stimmt. Das doppelte Haarkleid mit hartem, etwa fünf Zentimeter langem Deckhaar haart wenig, das abgestorbene Haar fällt aber kaum von selbst aus: Alle acht bis zwölf Wochen steht Trimmen an, dazu regelmäßiges Bürsten, besonders an Bart und Läufen. Wenn dir wenig Haaren wichtig ist, hilft vor der Anschaffung ein Probetreffen mit Hunden der Rasse. Der Westie passt zu aktiven Einzelpersonen und Familien, die einen selbstbewussten kleinen Hund mit Charakter suchen, ihn konsequent und mit Humor erziehen und den Pflegeaufwand realistisch einplanen. Weniger geeignet ist er für Menschen, die absoluten Gehorsam erwarten, kaum Zeit für Fellpflege haben oder in einer sehr hellhörigen Umgebung auf Ruhe angewiesen sind. Achte beim Kauf auf eine seriöse Zucht mit Blick auf Hautgesundheit und den Gentest auf craniomandibuläre Osteopathie, dann stehen die Chancen gut auf viele Jahre mit einem robusten, fröhlichen Gefährten. Laut einer britischen Praxisdatenstudie zählen die Idiopathische Lungenfibrose und Tumorerkrankungen zu den häufigsten Todesursachen im höheren Alter.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Rechne alle acht bis zwölf Wochen mit einem Trimmtermin beim Hundefriseur oder lerne das Handtrimmen selbst, viele Züchter zeigen es Welpenkäufern. Dazu kommt mehrmals pro Woche Bürsten, besonders an Bart, Bauch und Läufen.
  • Trainiere den Rückruf von Anfang an und sichere den Freilauf zunächst mit einer Schleppleine: Mäuse, Kaninchen und Katzen lösen beim Westie schnell den terriertypischen Jagdmodus aus.
  • Frag beim Züchter gezielt nach der Hautgesundheit der Elterntiere und nach dem Gentest auf craniomandibuläre Osteopathie (CMO), beide Themen sind in der Rasse überdurchschnittlich präsent.
  • Plane von Welpenalter an Training gegen Dauerbellen ein: Der Westie meldet Geräusche und Besucher zuverlässig, in hellhörigen Wohnungen brauchst du Konsequenz und ein gut aufgebautes Alternativverhalten.
  • Etwa eine bis anderthalb Stunden Bewegung täglich plus Kopfarbeit wie Suchspiele oder Tricktraining lasten ihn gut aus, reine Sofahaltung wird seinem Terriernaturell nicht gerecht.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Atopische Dermatitis und andere allergische Hauterkrankungen, rassetypisch überdurchschnittlich häufig und oft lebenslang behandlungsbedürftig
  • Craniomandibuläre Osteopathie (CMO): schmerzhafte Knochenzubildung am Kiefer junger Hunde im ersten Lebensjahr, Gentest verfügbar
  • Idiopathische Lungenfibrose (Westie Lung Disease) bei älteren Hunden: laut einer britischen Praxisdatenstudie zusammen mit Tumorerkrankungen die häufigste Todesursache der Rasse (je rund 10 Prozent der erfassten Sterbefälle), fortschreitend und nicht heilbar.
  • Patellaluxation und Morbus Legg-Calvé-Perthes, wie bei vielen kleinen Rassen
  • Zahn- und Zahnfleischerkrankungen sowie Ohrenentzündungen als häufigste Befunde in britischen Praxisdaten

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

West Highland White Terrier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Für diese Rasse liegt ein Welpe beim seriösen Züchter meist zwischen 1.000 und 1.800 Euro.

Quellen: mein-haustier.de (2026), hunderasse.de, edogs (2024). Von uns erhoben am 25.08.2026. Grob auf Hunderter gerundet. Einen amtlichen Preis gibt es nicht.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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