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Lele

Andalusischer Terrier

Flinker Rattenjäger mit treuem Herz

auch bekannt als Bodeguero, Andalusian Terrier, Ratonero Bodeguero Andaluz, Bodeguero Andaluz

klein (S)Spanien
Andalusischer Terrier liegt entspannt zuhause auf dem Boden, Kopf nah an der Kamera gerichtet.
Andalusischer Terrier zu HauseFoto: Pedro Lozano · CC BY 2.0

Steckbrief

Größe
klein (S), 35 bis 43 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 8 bis 12 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Kurzhaar, Sehr kurzes, dichtes Fell ohne nennenswerte Unterwolle, gelegentliches Abbürsten reicht. Bei kaltem oder nassem Wetter bietet die dünne Haut wenig Schutz, ein Hundemantel ist keine Verlegenheit.
Herkunft
Spanien
Anerkennung
FCI-Gruppe 3 (Terrier), Standard Nr. 371

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
minimaler Pflegeaufwand (1 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5, Tendenzwert)

Der Charakter: Andalusischer Terrier im Porträt

Der Andalusische Terrier, offiziell Ratonero Bodeguero Andaluz genannt, stammt aus der Gegend um Jerez in Andalusien. Britische Weinhändler brachten ab Mitte des 19. Jahrhunderts glatthaarige Foxterrier mit nach Spanien, wo diese mit einheimischen Landrassen gekreuzt wurden. Ziel war ein wendiger, ausdauernder Jäger auf Ratten und Mäuse in Weinkellern, Lagerhäusern und Ställen, der bei Bedarf auch Kaninchen und Hasen stellt. Die fast reinweiße Fellfarbe mit schwarzen und lohfarbenen Abzeichen wurde bewusst gezüchtet, damit die Hunde im Dunkeln der Keller gut zu erkennen waren. Erst 2024 hat die FCI die Rasse offiziell anerkannt, in Deutschland ist sie praktisch unbekannt: Welpen gibt es hierzulande so gut wie nie, wer sich für die Rasse entscheidet, muss meist aus Spanien importieren und lange Wartezeiten einplanen. Der FCI-Standard beschreibt den Andalusischen Terrier als fröhlich, neugierig, anhänglich und mutig, mit ausgeprägter Ausdauer bei der Jagd auf Nagetiere und gleichzeitig als treuen, anpassungsfähigen Haushund. Der Jagdtrieb ist entsprechend hoch ausgeprägt und lässt sich kaum wegtrainieren, Kleintiere im Haushalt sind mit Vorsicht zu behandeln. Fremden gegenüber gilt er als offen und nicht scharf, Ängstlichkeit wird im Standard sogar als Fehler gewertet. Im Alltag ist der Andalusische Terrier ein wendiger, sportlicher Begleiter, der Bewegung, Kopfarbeit und am liebsten auch echte Nasenarbeit braucht: lange Spaziergänge allein reichen selten, Suchspiele oder Beschäftigung mit Witterung machen ihn zufriedener. Das sehr kurze, dünne Fell ohne nennenswerte Unterwolle bedeutet minimalen Pflegeaufwand, bietet bei Kälte und Nässe aber wenig Schutz. Die Haut liegt eng am athletischen Körper an, grobe Rangeleien oder scharfkantiges Gelände sollten deshalb im Blick behalten werden. Gut passt die Rasse zu aktiven Menschen, die einen kleinen bis mittelgroßen, wendigen Terrier mit Jagdhintergrund suchen und Wert auf einen Hund mit eigenem Kopf legen, der trotzdem sehr an seinen Menschen hängt. Wer einen ruhigen Couchhund oder einen Haushalt mit Kleintieren wie Hamstern oder Kaninchen sucht, sollte woanders schauen: Der ausgeprägte Beutefokus auf alles Kleine und Schnelle ist erklärtes Zuchtziel und keine Ausnahme.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Für Haushalte mit Kleintieren wie Hamstern, Kaninchen oder Meerschweinchen eher ungeeignet, der Jagdtrieb auf alles Kleine und Schnelle ist Zuchtziel, nicht Zufall.
  • Mindestens 60 bis 90 Minuten aktive Auslastung täglich einplanen, reine Gassirunden ohne Kopfarbeit langweilen den Hund auf Dauer.
  • Welpen gibt es in Deutschland so gut wie nie, realistisch ist ein Import aus Spanien mit entsprechender Vorlaufzeit, Reisekosten und Geduld.
  • Zäune und Gartenumfassung sollten grabsicher und lückenlos sein, ein Terrier mit ausgeprägtem Jagdtrieb nutzt jede Lücke.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hodenhochstand (Kryptorchismus) gilt bei männlichen Welpen der Rasse als vergleichsweise häufig beschriebenes Thema, der FCI-Standard verlangt deshalb ausdrücklich zwei normal entwickelte, vollständig abgestiegene Hoden bei Zuchtrüden.
  • Das sehr kurze, dünne Fell ohne nennenswerte Unterwolle bietet bei nassem und kaltem Wetter wenig Schutz, konsequente Kälteschutzmaßnahmen im Winter sind bei dieser Konstitution sinnvoll.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Andalusischer Terrier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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