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Lele

Valencianischer Terrier

Wacher Rattenjäger mit treuem Familienherz

auch bekannt als Rater Valencia, Gos Rater Valencià, Ratonero Valenciano, Rateret, Fusterrier

klein (S)Region Valencia, Spanien

Steckbrief

Größe
klein (S), 29 bis 41 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 4 bis 8 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Kurzhaar, Dünnes, glattes Fell von höchstens 2 cm Länge, pflegeleicht mit gelegentlichem Abbürsten. Ohne Unterwolle friert der Hund bei Kälte und Nässe schneller, ein Mantel für den Winterspaziergang ist sinnvoll.
Herkunft
Region Valencia, Spanien
Anerkennung
FCI-Gruppe 3 (Terrier), Standard Nr. 370

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
minimaler Pflegeaufwand (1 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Valencianischer Terrier im Porträt

Der Valencianische Terrier, im FCI-Standard Gos Rater Valencià genannt, stammt aus der Region um Valencia und ist dort seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts auf Bauernhöfen und in den Orangenhainen belegt. Er entstand aus einheimischen kleinen Hofhunden und frühen britischen Terrier-Importen und wurde gezielt zur Jagd auf Wasserratten, Kaninchen und Maulwürfe gehalten, dazu als bellender Wachhund. Diese Doppelrolle prägt ihn bis heute: ein kleiner, leichter, sehr beweglicher Hund mit ausgeprägtem Beutetrieb und wacher Aufmerksamkeit für alles, was sich am Grundstück bewegt. Der FCI-Standard beschreibt ihn als lebhaft, fröhlich und aktiv, anhänglich und treu gegenüber der eigenen Familie, Fremden gegenüber jedoch zurückhaltend. Er gilt als mutig, sowohl bei der Jagd als auch bei der Verteidigung des Grundstücks, und lernt nach Standardbeschreibung sehr schnell. Diese Kombination aus Jagdtrieb, Wachsamkeit und Lernfreude macht ihn zu einem Hund, der klare, konsequente Führung schätzt und ohne Beschäftigung schnell eigene Wege sucht. Im Alltag braucht er regelmäßige Bewegung mit Gelegenheit zum Schnüffeln, Buddeln und Sprinten, dazu Kopfarbeit, damit der wache Geist nicht in Dauerbellen mündet. Das kurze, dünne Fell ohne Unterwolle ist pflegeleicht, bietet aber bei nasskaltem Wetter wenig Schutz, ein Mantel für Spaziergänge im Winter ist eine sinnvolle Ergänzung. Wegen des ausgeprägten Jagdtriebs gehört ein sicher eingezäuntes Grundstück und ein verlässlicher Rückruf früh ins Training. In Deutschland ist der Valencianische Terrier eine echte Rarität: Die FCI hat den Standard erst 2022 vorläufig anerkannt, selbst im spanischen Herkunftsland waren um 2010 nur wenige hundert Tiere im Zuchtbuch registriert. Wer sich für die Rasse interessiert, muss mit langen Wartelisten oder einem Import aus Spanien rechnen und sollte Zuchtstätte und Gesundheitschecks sorgfältig prüfen. Die Rasse passt zu erfahrenen Halterinnen und Haltern, die einen lebhaften, jagdlich geprägten Kleinhund mit Führung und Beschäftigung ausfüllen wollen und den Aufwand einer seltenen Rasse mit dünner Zuchtbasis in Kauf nehmen. Für Haushalte mit Kleintieren, für sehr ruhige Wohnsituationen oder für Menschen, die einen unkompliziert entspannten Anfängerhund suchen, ist er eher nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Der ausgeprägte Jagdtrieb auf Ratten, Kaninchen und andere Kleintiere verlangt ein sicher eingezäuntes Grundstück und einen zuverlässig aufgebauten Rückruf, bevor der Hund im kleintierreichen Gelände frei läuft.
  • In Deutschland gibt es praktisch keine etablierten Zuchtstätten, Interessenten sollten sich auf lange Wartezeiten oder einen Import aus Spanien einstellen und dabei Zuchtbuch, Gesundheitschecks und Sozialisierung der Welpen genau prüfen.
  • Das dünne, kurze Fell ohne Unterwolle bietet im Winter kaum Wärmeschutz, ein Hundemantel für Spaziergänge bei Kälte und Nässe schützt vor unnötigem Frieren.
  • Die im Standard beschriebene Zurückhaltung gegenüber Fremden braucht frühe, konsequente Sozialisierung, damit daraus kein ängstliches oder unsicheres Verhalten im Alltag wird.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Rassespezifische Gesundheitsstudien liegen wegen der sehr kleinen, kaum erforschten Population praktisch nicht vor. Aus dem Körperbau laut FCI-Standard lässt sich als Tendenz ableiten: Das dünne, kurze Fell ohne nennenswerte Unterwolle und die dünne, straffe Haut bieten wenig Schutz vor Kälte und Nässe, was die Wärmeregulation im deutschen Winter erschweren kann. Das ist eine plausible Ableitung aus dem Standardtext, kein belegter Rassebefund.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Valencianischer Terrier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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