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Lele

Uruguayischer Cimarron

Wachsamer Einzelgänger mit ruhiger Kraft

auch bekannt als Cimarrón Uruguayo

groß (L)Uruguay
Zwei Uruguayische Cimarrones stehen wachsam auf einer Wiese, gestromtes Fell.
Uruguayischer Cimarron zu HauseFoto: Los atigrados · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 53 bis 63 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 33 bis 45 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Kurzhaar, Kurzes, glattes Fell mit Unterwolle. Wöchentliches Bürsten reicht meist, im Fellwechsel etwas häufiger.
Herkunft
Uruguay

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
minimaler Pflegeaufwand (1 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Uruguayischer Cimarron im Porträt

Der Uruguayische Cimarron ist Uruguays Nationalhund und geht auf Hunde zurück, die spanische und portugiesische Kolonisten im Land zurückließen. Diese verwilderten Tiere überlebten über Generationen nach dem Prinzip der natürlichen Auslese, nur die robustesten und klügsten Individuen pflanzten sich fort. Ab dem 18. Jahrhundert begannen Landbesitzer in der Region Cerro Largo, die Hunde wieder einzufangen und gezielt als Wach und Hütehund für ihre Rinderherden einzusetzen, später auch zur Großwildjagd. Der uruguayische Zuchtverband erkannte die Rasse 1989 an, die FCI folgte 2006 mit einer vorläufigen und 2017 mit der endgültigen Anerkennung. Der FCI-Standard beschreibt den Cimarron als ausgeglichen, intelligent und ausgesprochen mutig. Gegenüber Fremden bleibt er wachsam und eher zurückhaltend, das macht ihn zu einem zuverlässigen Wächter, verlangt aber auch eine konsequente, frühe Sozialisierung, damit aus natürlicher Reserviertheit keine Härte wird. Anders als viele bekanntere Wachhunde bellt der Cimarron der Überlieferung nach eher selten und meldet gezielt, wenn tatsächlich Grund zur Sorge besteht. Im Alltag braucht er als kräftiger, athletischer Hund des Doggentyps regelmäßige Bewegung und echte Aufgaben, reine Spaziergänge werden ihm auf Dauer nicht gerecht. Das kurze, glatte Fell mit Unterwolle ist pflegeleicht, eine Bürste pro Woche reicht meist aus. Traditionell wurden die Ohren im Ursprungsland kupiert, das ist in Deutschland verboten: seriöse Zuchtlinien in Europa führen die Rasse mit den natürlichen, dreieckig hängenden Ohren aus dem Standard. In Deutschland und Mitteleuropa ist der Cimarron noch eine echte Seltenheit. Züchter sind kaum zu finden, wer sich für die Rasse interessiert, muss mit langen Wartezeiten oder einem Import aus Südamerika rechnen und sollte sich vorher genau mit Herkunft und Gesundheitschecks der Zuchtlinie befassen. Der Cimarron passt zu erfahrenen Halterinnen und Haltern, die einen eigenständig denkenden, wachsamen Begleiter mit Platz, Auslauf und klarer, liebevoll konsequenter Führung bieten können. Für Einsteigerhunde, reine Wohnungshaltung ohne Garten oder für alle, die einen unkompliziert verschmusten Couchhund suchen, ist er ausdrücklich nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Sozialisierung ab Welpenalter ist bei dieser Rasse kein optionales Extra, sondern Voraussetzung: ohne breiten Kontakt zu Menschen, Hunden und Alltagssituationen in den ersten Lebensmonaten verfestigt sich die natürliche Fremdenreserviertheit schnell zu echter Härte.
  • Der Cimarron braucht täglich mindestens 60 bis 90 Minuten körperliche und geistige Auslastung, reines Gassigehen im Wohngebiet reicht auf Dauer nicht, ein sicher eingezäunter Garten ist sinnvoll.
  • Vor dem Kauf lohnt der Blick auf HD und ED Befunde der Elterntiere sowie auf eine seriöse, dem FCI-Standard verpflichtete Zuchtlinie, da die Rasse in Europa noch sehr klein und die Auswahl an Züchtern entsprechend begrenzt ist.
  • Wegen der Wachhundveranlagung und Größe empfiehlt sich vorab die rechtliche Lage im eigenen Bundesland beziehungsweise Kanton zu Haltung und Hundehaftpflicht zu prüfen, unabhängig von einer Rasselistung.
  • Kupierte Ohren sind in Deutschland verboten und bei einem seriösen Import strikt abzulehnen, gute Zuchtlinien in Europa arbeiten konsequent mit den natürlichen Hängeohren.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Als tiefbrüstiger, großer Hund besteht bei ihm tendenziell ein erhöhtes Risiko für eine Magendrehung; mehrere kleinere Mahlzeiten statt einer großen Portion und Ruhe vor und nach dem Fressen gelten als vorbeugend. Rassespezifische Zahlen dazu liegen nicht vor, das ist eine aus dem Körperbau laut Standard abgeleitete Tendenz.
  • Wie bei vielen großen Arbeitshunden werden Hüft und Ellbogendysplasie in der Zucht als Thema genannt; vor dem Kauf sollten HD/ED Befunde der Elterntiere eingesehen werden, auch hierzu fehlen belastbare rassespezifische Studien.
  • Die mittelgroßen, hängenden Ohren begünstigen tendenziell Ohrentzündungen, wie bei vielen Hängeohr-Rassen; regelmäßige Ohrenkontrolle ist sinnvoll. Auch dies ist eine aus dem Körperbau abgeleitete Tendenzaussage, kein belegter Rassebefund.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Uruguayischer Cimarron hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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