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Lele

Argentinische Dogge

Kraftvoller Athlet mit stillem Jagdinstinkt

auch bekannt als Dogo Argentino

groß (L)Argentinien
Argentinische Dogge im Profil mit wachen Ohren im warmen Sonnenlicht.
Argentinische Dogge im Porträt
Argentinische Dogge steht wachsam auf einer Wiese in der Abendsonne.
Argentinische Dogge unterwegs
Argentinische Dogge läuft mit heraushängender Zunge durch den Wald.
Argentinische Dogge unterwegs

Steckbrief

Größe
groß (L), 60 bis 68 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 40 bis 45 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 16 Welpen
Fell
Kurzhaar, Kurzes, glattes Fell von etwa 1,5 bis 2 cm Länge, pflegeleicht mit gelegentlichem Bürsten. Die dicke Halshaut bildet leichte, lockere Falten, die sich gut zur Sichtkontrolle eignen.
Herkunft
Argentinien

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt sehr selten (1 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
verträgt sich selten mit Katzen (1 von 5)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Argentinische Dogge im Porträt

Der Dogo Argentino wurde ab den 1920er Jahren in der Provinz Córdoba vom Chirurgen Antonio Nores Martínez gezüchtet. Ziel war ein kräftiger, ausdauernder Jagdhund für die Meutejagd auf Wildschwein, Nabelschwein und Puma in den weiten, wechselhaften Landschaften Argentiniens. Grundlage war der inzwischen ausgestorbene Alte Kampfhund von Córdoba, den Nores Martínez unter anderem mit Bulldogge, Bullterrier, Boxer, Deutscher Dogge, Pointer, Dogue de Bordeaux und Irischem Wolfshund kreuzte. Die reinweiße Fellfarbe wurde bewusst gezüchtet, damit die Hunde im Gelände gut sichtbar blieben und beim Jagen nicht mit Wild verwechselt wurden. 1973 erkannte die FCI die Rasse offiziell an. Der FCI-Standard beschreibt einen athletischen, muskulösen Hund mit harmonischen Proportionen, dessen Erscheinung Kraft und Energie ausstrahlt, während sein Wesen freundlich und mutig sein soll. Auf der Jagd soll er lautlos arbeiten und nie auf der Spur laut geben, gegenüber Menschen darf er laut Standard nicht aggressiv sein, was in der Zucht streng beobachtet wird. Gegenüber Artgenossen und kleineren Tieren zeigt die Rasse aufgrund ihrer Herkunft als Großwildjäger jedoch häufig einen ausgeprägten Jagd- und Verteidigungstrieb, weshalb frühe, konsequente Sozialisierung wichtig ist. Im Alltag braucht der Dogo Argentino viel Bewegung, geistige Auslastung und einen souveränen, konsequenten Menschen an seiner Seite, er ist kein Hund für Neulinge. Das kurze, glatte Fell ist pflegeleicht, die dicke Haut am Hals bildet lockere Falten, die man im Auge behalten sollte. Bei der reinweißen Fellfarbe tritt in der Rasse angeborene Taubheit häufiger auf als bei pigmentierten Hunden, verantwortungsvolle Zuchtstätten lassen Welpen deshalb per BAER-Test auf ihr Hörvermögen prüfen. Auch Hüftdysplasie und ein bei der Rasse beschriebener Kehlkopflähmungs-Polyneuropathie-Komplex werden in der Zucht beobachtet. In mehreren deutschen Bundesländern, in allen vier listenführenden österreichischen Bundesländern, in einem guten Drittel der Schweizer Kantone und in weiteren Ländern gilt die Rasse ganz oder teilweise als Listenhund mit besonderen Halteauflagen wie Sachkundenachweis oder Wesenstest, das vor der Anschaffung unbedingt lokal prüfen. Der Dogo Argentino passt zu erfahrenen, aktiven Hundehaltenden, die Zeit für Auslastung, Training und Sozialisierung mitbringen und sich mit den rechtlichen Auflagen auseinandersetzen. Für Ersthundehaltende, Familien mit sehr kleinen Kindern oder Haushalte mit Katzen und Kleintieren ist die Rasse in aller Regel nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Je nach Bundesland, Kanton oder Land sind besondere Auflagen wie Sachkundenachweis, Wesenstest oder Leinen- und Maulkorbpflicht möglich, teils bestehen sogar Zucht- oder Einfuhrverbote (etwa in Dänemark): das vor der Anschaffung unbedingt bei der zuständigen Behörde klären.
  • Plane täglich mindestens 1,5 bis 2 Stunden Bewegung mit zusätzlicher Kopfarbeit ein, sonst sucht sich der kräftige Hund selbst Beschäftigung, was schnell zu Problemen im Alltag führt.
  • Seriöse Zuchtstätten lassen Welpen per BAER-Test auf angeborene Taubheit prüfen und legen die HD-Zuchtwerte der Elterntiere offen, frage vor dem Kauf aktiv danach.
  • Wegen des ausgeprägten Jagd- und Beutetriebs ist ein Zusammenleben mit Katzen oder Kleintieren nur mit sehr sorgfältiger, langsamer Gewöhnung möglich und gelingt nicht in jedem Fall.
  • Frühe, breite Sozialisierung mit Menschen und anderen Hunden sowie eine Hundeschule mit Erfahrung in großen, kraftvollen Rassen sind bei dieser Rasse keine Kür, sondern Grundausstattung.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Angeborene Taubheit (ein- oder beidseitig), bei der reinweißen Fellfarbe der Rasse häufiger als bei pigmentierten Hunden, verantwortungsvolle Zuchtstätten testen Welpen per BAER-Test.
  • Hüftdysplasie (HD): Zuchtstätten sollten die HD-Auswertung der Elterntiere offenlegen.
  • In der Literatur beschriebener Kehlkopflähmungs-Polyneuropathie-Komplex (laryngeale Paralyse mit begleitender Polyneuropathie), der bei der Rasse gehäuft dokumentiert ist.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Argentinische Dogge hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen von 2017 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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