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Lele

Tschechischer Terrier

Sanfter Terrier ohne Jagdfieber im Alltag

auch bekannt als Cesky, Cesky Terrier, Böhmischer Terrier

klein (S)Tschechien
Graublauer Tschechischer Terrier mit Schlappohren steht auf einem Weg vor einer Wiese.
Tschechischer Terrier im PorträtFoto: ceskyfreund36 · CC0 1.0
Graublauer Tschechischer Terrier stellt sich im Wald an einem Stein auf.
Tschechischer Terrier unterwegsFoto: ceskyfreund36 · CC0 1.0

Steckbrief

Größe
klein (S), 25 bis 32 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 6 bis 10 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Langhaar, seidig glänzend und leicht gewellt, in Ausstellungskondition geschoren, Braucht regelmäßiges Scheren oder Trimmen etwa alle sechs bis acht Wochen, Kopf mit Bart und Augenbrauen bleibt ungeschoren.
Herkunft
Tschechien
Anerkennung
FCI-Gruppe 3 (Terrier), Standard Nr. 246

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
eher ruhig (2 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5, Tendenzwert)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
mittlerer Jagdtrieb (3 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Tschechischer Terrier im Porträt

Der Tschechische Terrier, tschechisch Cesky teriér, entstand 1949 nahe Prag, als der Züchter Frantisek Horák einen Sealyham Terrier Rüden mit einer Scottish Terrier Hündin verpaarte. Ziel war ein niederläufiger, gut pigmentierter Jagdterrier für Fuchs und Dachs mit praktischen Hängeohren und pflegeleichtem Fell, der sich dabei ruhig und gut führen lässt. 1959 wurde die Rasse erstmals ausgestellt, 1963 erkannte die FCI sie an. Heute wird sie laut Standard mehr als Gesellschaftshund gezüchtet und verwendet, der jagdliche Ursprung bleibt im Wesen aber spürbar. Untypisch für einen Terrier beschreibt der FCI Standard das Wesen als ruhig, nicht aggressiv, leicht zu führen und besonders sanft, Fremden gegenüber zeigt sich der Hund zurückhaltend statt stürmisch freundlich. Diese Gelassenheit macht ihn im Alltag angenehmer als viele quirlige Verwandte, ersetzt aber kein konsequentes Grundtraining und frühe, positive Kontakte mit fremden Menschen. Bewegung braucht er in moderatem Maß, tägliche Spaziergänge mit etwas Kopfarbeit reichen meist aus, der historische Jagdinstinkt auf Kleintiere lohnt trotzdem einen sicheren Zaun und die Leine an unübersichtlichem Gelände. Das lange, seidig gewellte Haar wächst ohne festen Fellwechsel und muss regelmäßig, laut Standard bevorzugt durch Scheren, in Form gehalten werden, Kopf und Bart bleiben dabei ungeschoren. Wer diesen Aufwand nicht alle sechs bis acht Wochen einplanen will, sollte sich vor der Anschaffung mit den Kosten für professionelles Trimmen vertraut machen. Der Tschechische Terrier zählt zu den seltensten Hunderassen weltweit, in Deutschland gibt es kaum Zuchtstätten. Interessierte müssen mit langen Wartelisten rechnen oder einen Import aus Tschechien, der Slowakei oder anderen europäischen Ländern in Betracht ziehen, dabei lohnt sich der Blick auf FCI anerkannte Zuchtvereine statt unklarer Herkunft. Zur Gesundheit ist rassespezifisch wenig belastbar dokumentiert, in der Zucht wird unter anderem auf die von Willebrand Erkrankung Typ 3 und auf Augenerkrankungen geachtet. Gut passt die Rasse zu Menschen, die einen ruhigen, anhänglichen Begleiter mit fester Fellpflege Routine suchen und Geduld für die Beschaffung mitbringen. Wer einen lebhaften Auslastungssportler oder einen Hund ganz ohne Pflegeaufwand sucht, findet hier eher nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Rechne mit Fellpflege alle sechs bis acht Wochen beim Trimmer oder lerne das Scheren selbst, ungepflegtes Haar verfilzt und verdeckt sonst die Augen.
  • Der Tschechische Terrier ist in Deutschland kaum verbreitet, plane Wartezeiten von vielen Monaten oder einen Import aus Tschechien oder der Slowakei über einen FCI anerkannten Verein ein.
  • Sozialisiere Welpen früh und konsequent mit fremden Menschen, der Standard beschreibt die Rasse als Fremden gegenüber zurückhaltend statt automatisch offen.
  • Trotz ruhigem Wesen steckt jagdlicher Ursprung auf Fuchs und Dachs im Hund, sichere Zäune und die Leine an unübersichtlichem Gelände sind sinnvoll.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Von Willebrand Erkrankung Typ 3, eine erbliche Gerinnungsstörung, für die Zuchtvereine Gentests empfehlen.
  • Primäre Linsenluxation und weitere Augenerkrankungen kommen in der Rasse vor, Zuchttiere sollten augenärztlich untersucht sein.
  • Der FCI Standard nennt Scottie Cramp, eine anfallsartige, nicht lebensbedrohliche Bewegungsstörung, ausdrücklich als disqualifizierenden Fehler, was auf ein bekanntes Rasseproblem hinweist.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Tschechischer Terrier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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