Transmontano-Hirtenhund
Ruhiger Wächter mit eigenem Kopf und viel Platzbedarf
auch bekannt als Cão de Gado Transmontano, Transmontano Mastiff
Steckbrief
- Größe
- sehr groß (XL), 68 bis 85 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 50 bis 75 kg
- Lebenserwartung
- typisch 9 bis 11 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
- Fell
- Stockhaar, Dichtes, mittellanges Haar mit spürbarer Unterwolle. Regelmäßiges Bürsten hält das Fell in Ordnung, im Fellwechsel fällt mehr Aufwand an.
- Herkunft
- Portugal
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 2 (Pinscher, Schnauzer, Molosser), Standard Nr. 368
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- eher ruhig (2 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht mäßig Bewegung (2 von 5, Tendenzwert)
- Trainierbarkeit
- eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5, Tendenzwert)
- Alleinbleiben
- bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5)
- Bellfreude
- bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- geringer Pflegeaufwand (2 von 5, Tendenzwert)
- Haaren
- haart stark (4 von 5, Tendenzwert)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
- Wach- und Schutztrieb
- sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
- Jagdtrieb
- kaum Jagdtrieb (1 von 5)
- Anfänger-Eignung
- eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)
Der Charakter: Transmontano-Hirtenhund im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Braucht von klein auf konsequente, ruhige Sozialisierung, sonst bleibt die Zurückhaltung gegenüber Fremden zu ausgeprägt für den Alltag mit Besuch.
- Geeignet vor allem für Halter mit eingezäuntem Grundstück oder Weideflächen, reine Stadt- oder Wohnungshaltung wird der Wach- und Schutzaufgabe des Hundes nicht gerecht.
- Als importierter, seltener Herdenschutzhund solltest du vor der Anschaffung Wartezeiten von vielen Monaten und die Reise aus Portugal einplanen sowie einen Züchter mit Gesundheitschecks der Elterntiere (Hüfte, Ellbogen) suchen.
- Wegen der Endgröße von bis zu 85 cm und 75 kg lohnt sich ein Trainingsplan für Leinenführung und Rückruf schon im Welpenalter, ein ausgewachsener, unkooperativer Hund dieser Größe ist kaum mehr zu managen.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Als großwüchsiger, schwerer Molosser mit tiefer, voluminöser Brust gehört die Rasse tendenziell zur Risikogruppe für Magendrehung, wie bei vergleichbaren großen Hunden üblich. Rassespezifische Studien dazu liegen nicht vor.
- Das hohe Körpergewicht auf großem Rahmen legt ein erhöhtes Risiko für Hüft- und Ellbogendysplasie nahe, wie es bei vielen großen und schweren Rassen beobachtet wird. Auch das ist eine Ableitung aus dem Körperbau, keine belegte Rassestatistik.
- Der Standard beschreibt eine lose Halshaut mit einfacher Wamme, was bei entsprechender Ausprägung Hautfalten anfälliger für Reizungen machen kann. Auch hier fehlt rassespezifische Literatur, es bleibt eine körperbaubasierte Tendenzaussage.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Transmontano-Hirtenhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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