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Lele

St. Bernhardshund - Bernhardiner

Sanfter Riese mit Rettergeschichte

auch bekannt als Barry-Hund, Sanfter Riese, St. Bernard, Bernhardiner

sehr groß (XL)Schweiz
Nahaufnahme eines Bernhardiners mit dunkler Maske, der aufmerksam nach oben blickt
St. Bernhardshund - Bernhardiner im Porträt
Bernhardiner ruht im Schnee vor einem nebligen Winterwald
St. Bernhardshund - Bernhardiner im Porträt
Langhaariger Bernhardiner steht draußen auf der Straße und gähnt herzhaft
St. Bernhardshund - Bernhardiner unterwegs

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 65 bis 90 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 54 bis 82 kg
Lebenserwartung
typisch 7 bis 10 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 190 Welpen
Fell
Stockhaar oder Langhaar, Beide Varietäten haben reichlich Unterwolle und brauchen regelmäßiges Bürsten, im Fellwechsel am besten täglich.
Herkunft
Schweiz

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
eher ruhig (2 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
kaum Jagdtrieb (1 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: St. Bernhardshund - Bernhardiner im Porträt

Der Bernhardiner stammt vom Hospiz auf der Passhöhe des Grossen St. Bernhard, wo Mönche seit dem 17. Jahrhundert große Berghunde zur Bewachung und zum Schutz hielten. Aus ihnen wurden Begleit- und vor allem Rettungshunde, die verirrte Reisende in Schnee und Nebel aufspürten. Der legendäre Barry wurde zum Urbild des Rettungshundes, 1887 wurde der St. Bernhardshund offiziell als schweizerische Rasse anerkannt und gilt seither als Schweizer Nationalhund. Der FCI-Standard führt ihn heute als Begleit-, Wach- und Hofhund, und genau diese Mischung aus Menschenbezug, Gelassenheit und Präsenz prägt ihn bis heute. Im Wesen beschreibt der Standard den Bernhardiner als freundlich, ruhig bis lebhaft und wachsam. Das trifft den Alltag gut: Er ist im Schnitt sanftmütig und geduldig, seiner Familie eng verbunden und meldet Besucher eher mit tiefer Stimme und imposanter Erscheinung als mit Dauergebell. Als Molosser bringt er eine Portion Eigenständigkeit mit. Ruhiges, konsequentes Training und eine gründliche Sozialisierung ab dem Welpenalter sind Pflicht, denn ein ausgewachsener Rüde erreicht 70 bis 90 cm Widerristhöhe und mehr Kraft, als ein Mensch gegenhalten kann. Im Alltag braucht der Bernhardiner regelmäßige, moderate Bewegung und ruhige Beschäftigung wie Fährtenarbeit oder Zughundespiele im Schritttempo, keine Sprints und kein Dauerlaufen am Rad. Die Wachstumsphase ist heikel, Sprünge und Treppen gehören im ersten Jahr stark begrenzt. Es gibt ihn in zwei Haarvarietäten, Stockhaar und Langhaar, beide mit viel Unterwolle: Im Fellwechsel fallen erhebliche Haarmengen an. Sabber gehört zum Paket, ebenso eine deutliche Vorliebe für Kühle und Schnee, während Hitze ihm zu schaffen macht. Der Bernhardiner passt zu Menschen mit Platz, Zeit und stabilem Budget, die einen gelassenen, anhänglichen Familienhund suchen und mit Fellpflege, Sabber und hohen Futter- und Tierarztkosten leben können. Er passt ausdrücklich nicht zu sportlich ambitionierten Haltern, in kleine Wohnungen ohne Aufzug oder zu Menschen, die einen pflegeleichten Ersthund erwarten. Wer sich für ihn entscheidet, sollte auch die leider kurze Lebenserwartung der Riesenrasse kennen und bewusst mittragen. Tumorerkrankungen, insbesondere Knochentumoren, sowie die akute Magendrehung zählen zu den häufigsten Todesursachen der Rasse.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane großzügig: Ein ausgewachsener Bernhardiner braucht Platz in Wohnung und Auto, und Futter-, Tierarzt- und Medikamentenkosten liegen spürbar über denen mittelgroßer Hunde, weil vieles nach Körpergewicht dosiert wird.
  • Die Wachstumsphase ist heikel: Im ersten Lebensjahr Treppen, Sprünge und lange Wanderungen stark begrenzen und die Fütterung des Junghundes eng mit Zuchtstätte oder Tierarztpraxis abstimmen, das schützt Hüften und Ellbogen.
  • Beim Züchter gezielt nach HD- und ED-Auswertungen beider Elterntiere, festen Lidern ohne Entropium oder Ektropium und einem moderaten, beweglichen Körperbau fragen; seriöse Zucht läuft in der Regel über die FCI-Vereine im VDH bzw. in der SKG.
  • Wegen des Magendrehungs-Risikos die Tagesration auf mehrere Mahlzeiten verteilen, nach dem Fressen Ruhephasen einhalten und die Notfallzeichen (aufgeblähter Bauch, unproduktives Würgen, plötzliche Unruhe) kennen: Im Ernstfall sofort in die Tierklinik.
  • An warmen Tagen braucht der kälteliebende Bernhardiner Schatten, Wasser und Ruhe; Bewegung gehört dann in die Morgen- und Abendstunden, und Sabber sowie Haarmengen in Haus und Auto sollten dich nicht stören.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftgelenks- und Ellbogendysplasie (HD/ED): Fehlentwicklungen der großen Gelenke sind bei der schweren Rasse verbreitet und werden in den Zuchtprogrammen über Röntgenauswertungen bekämpft.
  • Magendrehung: Wie viele große Rassen mit tiefem Brustkorb ist der Bernhardiner gefährdet; eine Magendrehung ist immer ein akuter Notfall.
  • Osteosarkom: Knochentumoren treten bei Riesenrassen und familiär gehäuft auch beim Bernhardiner überdurchschnittlich oft auf.
  • Lidfehlstellungen: Entropium und Ektropium kommen rassetypisch vor, gelten im aktuellen Standard als disqualifizierende Fehler und können Bindehautentzündungen und Hornhautschäden verursachen.
  • Idiopathische Epilepsie: Der deutsche Zuchtklub hat dazu über Jahre ein Forschungsprojekt unterstützt und sammelt DNA-Proben seiner Zuchthunde.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

St. Bernhardshund - Bernhardiner hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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