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Lele

Shar Pei

Eigensinniger Wächter mit ruhigem Gemüt

auch bekannt als Faltenhund, Shar-Pei

mittelgroß (M)China
Shar Pei Welpe mit den typischen Hautfalten im Portrait
Shar Pei im Porträt
Shar Pei Welpe liegt entspannt auf dem Boden
Shar Pei zu Hause
Erwachsener Shar Pei liegt auf einer Holzbank im Freien
Shar Pei zu Hause

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 44 bis 51 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 18 bis 30 kg
Lebenserwartung
typisch 8 bis 11 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 4 Welpen
Fell
Kurzhaar, rau und borstig, ohne Unterwolle, Das Fell selbst braucht kaum Pflege, aber die Hautfalten am Kopf und Widerrist müssen regelmäßig kontrolliert und trocken gehalten werden, sonst drohen Entzündungen.
Herkunft
China

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Shar Pei im Porträt

Der Shar Pei stammt aus den Provinzen im Süden Chinas am Südchinesischen Meer und blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück. Ursprünglich war er Jagd, Wach und Hofhund zugleich, in manchen Regionen wurde er auch als Kampfhund eingesetzt. Diese Vergangenheit als eigenständig arbeitender Wächter prägt sein Wesen bis heute: Er ist seiner Familie sehr zugetan, gegenüber Fremden aber zurückhaltend und wachsam, wie es der FCI-Standard mit dem Wesenszug ruhig, unabhängig, treu beschreibt. Im Alltag zeigt sich der Shar Pei als eigensinniger Charakter, der Konsequenz und ruhige Führung braucht statt strenger Härte. Er ist kein Hund, der jede Übung begeistert mitmacht, sondern denkt gern selbst mit. Bewegung braucht er in moderatem, regelmäßigem Maß, Auslastung über Nase und Kopf tut ihm mindestens genauso gut wie lange Läufe. Sein kurzes, borstiges Haar ist pflegeleicht, doch die charakteristischen Hautfalten am Kopf, Hals und Widerrist verlangen regelmäßige Kontrolle: Feuchtigkeit und Schmutz sammeln sich dort leicht und können zu Hautentzündungen führen. Gesundheitlich ist der Shar Pei eine Rasse mit bekannten Risiken. Die extreme Faltenbildung und die dicke, muzinreiche Haut, die die Rasse prägen, hängen eng mit rassetypischen Erkrankungen zusammen: Entropium, wiederkehrende Hautentzündungen in den Falten sowie das sogenannte Shar-Pei-Fieber, eine autoinflammatorische Erkrankung mit Fieberschüben. Eine der häufigsten Todesursachen der Rasse ist die renale Amyloidose, eine fortschreitende Nierenerkrankung, die oft mit genau diesen Entzündungsschüben in Verbindung gebracht wird. Wer einen Shar Pei aufnimmt, sollte gezielt nach Zuchtlinien mit moderater statt extremer Faltenbildung fragen und die Augen sowie Hautfalten von Anfang an im Blick behalten. Der Shar Pei passt zu Menschen mit Hundeerfahrung, die einen eigenständigen, wachsamen Begleiter mit ruhigem Temperament schätzen und bereit sind, Zeit in Fellfalten-Pflege und tierärztliche Vorsorge zu investieren. Für Erstlingshalter, die einen unkomplizierten Familienhund suchen, sowie für Haushalte, die eine Rasse ganz ohne gesundheitliche Vorbelastung wollen, ist er eher nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Achte beim Züchter gezielt auf moderate statt extreme Faltenbildung im Gesicht und am Körper, das senkt das Risiko für Entropium und Hautentzündungen deutlich.
  • Plane von Welpenalter an regelmäßige Kontrollen der Hautfalten und Ohren ein, feucht gewordene Falten sollten trocken gehalten und bei Bedarf tierärztlich behandelt werden.
  • Rechne mit Trainingseinheiten, die auf ruhige Konsequenz statt Druck setzen, ein Welpenkurs mit erfahrenem Trainer hilft, den eigenständigen Charakter früh in geordnete Bahnen zu lenken.
  • Lass bei ersten Anzeichen von wiederkehrendem Fieber, Gelenkschwellungen oder Trägheit an das Shar-Pei-Fieber (SPAID) denken und tierärztlich abklären, frühe Diagnose kann Folgeschäden an der Niere begrenzen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Renale Amyloidose, eine fortschreitende Nierenerkrankung und eine der häufigsten Todesursachen der Rasse
  • Shar-Pei-Fieber (Shar Pei Autoinflammatory Disease, SPAID) mit wiederkehrenden Fieberschüben
  • Entropium, nach innen gerolltes Augenlid durch die Hautfalten, oft mit Korrektur-OP im Welpenalter
  • Hautfalten-Dermatitis, wiederkehrende Entzündungen in den Hautfalten bei unzureichender Pflege
  • Hüft- und Ellbogendysplasie

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Shar Pei hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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