Serra-da-Estrela-Berghund
Wachsamer Hüter mit ruhigem, eigenem Kopf
auch bekannt als Estrela, Cão da Serra da Estrela, Estrela Mountain Dog


Steckbrief
- Größe
- sehr groß (XL), 62 bis 73 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 35 bis 60 kg
- Lebenserwartung
- typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
- Fell
- Kräftiges, dichtes Stockhaar mit zwei Haarvarietäten (Kurzhaar oder Langhaar), reichliche Unterwolle, Regelmäßiges Bürsten gegen Verfilzung, bei der Langhaar-Variante häufiger wegen der Befederung an Rute, Hals und Hosen. Im Fellwechsel fällt die dichte Unterwolle stärker aus.
- Herkunft
- Portugal
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 2 (Pinscher, Schnauzer, Molosser), Standard Nr. 173
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- eher ruhig (2 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
- Trainierbarkeit
- eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt häufig (4 von 5)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart stark (4 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- sehr zurückhaltend gegenüber Fremden (1 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)
Der Charakter: Serra-da-Estrela-Berghund im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Braucht von Welpenalter an konsequente, breite Sozialisation mit vielen unterschiedlichen Menschen und Situationen, sonst verfestigt sich die natürliche Fremdenskepsis zu echter Unsicherheit.
- Eingezäuntes, ausbruchsicheres Grundstück ist praktisch Pflicht: als Wächter patrouilliert er sein Revier eigenständig und markiert es notfalls mit Bellen, was in dichter Wohnbebauung zu Nachbarschaftsproblemen führen kann.
- Vor der Anschaffung HD-Röntgen und Herzuntersuchung der Elterntiere beim Züchter erfragen, da große, schwere Molossoide grundsätzlich anfälliger für Gelenkprobleme sind.
- Futter über den Tag verteilt in mehreren kleinen Portionen geben und nach dem Fressen Ruhe einhalten, das senkt bei der tiefbrüstigen Statur das Risiko einer Magendrehung.
- Wegen der Seltenheit in Deutschland vorab realistisch mit Wartezeit oder Import aus Portugal rechnen und Kontakt zu erfahrenen Haltern oder dem Ursprungsverein suchen.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Erhöhtes Risiko für Hüftdysplasie, wie bei den meisten großen, schwergewichtigen Molossoiden (Tendenz aus dem Körperbau, keine rassespezifische Studienlage bekannt).
- Erhöhtes Risiko für Magendrehung durch die tiefe, breite Brust einer großen Rasse, belastbare rassespezifische Zahlen fehlen.
- Neigung zu Ohrentzündungen durch die dicht anliegenden Hängeohren (Rosenohr), besonders bei der dichtfelligen Langhaar-Variante.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Serra-da-Estrela-Berghund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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