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Lele

Schwedischer Wallhund

Wachsamer Wildfang auf kurzen Beinen

auch bekannt als Vastgotaspets, Swedish Vallhund

klein (S)Schweden
Schwedischer Wallhund sitzt aufmerksam auf einem Felsen im Wald, die aufrechten Ohren und das wolfsgraue Fell gut sichtbar.
Schwedischer Wallhund im Porträt
Schwedischer Wallhund springt konzentriert durch einen Agility-Reifen, kurzbeiniger Körperbau gut sichtbar.
Schwedischer Wallhund unterwegsFoto: Ron Armstrong from Helena, MT, USA · CC BY 2.0
Schwedischer Wallhund sitzt zuhause vor einer roten Holzwand, die charakteristische Fellzeichnung gut erkennbar.
Schwedischer Wallhund zu Hause

Steckbrief

Größe
klein (S), 30 bis 35 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 9 bis 15 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Stockhaar, Dichtes, hartes Deckhaar mit weicher Unterwolle, im Fellwechsel deutlich verstärkter Haarausfall, dann hilft tägliches Bürsten.
Herkunft
Schweden
Anerkennung
FCI-Gruppe 5 (Spitze und Urtypen), Standard Nr. 14

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Schwedischer Wallhund im Porträt

Der Schwedische Wallhund, in Schweden Västgötaspets genannt, ist ein alter, kurzläufiger Spitz aus der Provinz Västergötland, der über Jahrhunderte als robuster Treibhund für Rinder und als Hofwächter arbeitete. Ob eine Verwandtschaft mit dem Welsh Corgi über Wikingerhandelsrouten besteht, gilt fachlich als nicht endgültig geklärt, moderne kynologische Einschätzungen tendieren aber zu einer eigenständigen schwedischen Entwicklung. In den 1940er Jahren retteten Björn von Rosen und Rektor Zetterstén die damals fast verschwundene Rasse mit gezielter Nachzucht aus wenigen, aber typvollen Exemplaren rund um Vara. Der FCI-Standard beschreibt das Wesen als wachsam, energievoll, furchtlos und lebhaft, und genau so zeigt sich der Wallhund im Alltag: aufmerksam, mit klarem Blick fürs Geschehen um ihn herum und ohne die Zurückhaltung mancher nordischer Rassen. Er bindet sich eng an seine Familie, meldet Besuch und Geräusche zuverlässig und bringt für seine Größe erstaunlich viel Selbstbewusstsein mit. Fremden gegenüber verhält er sich meist neutral bis freundlich-abwartend, ohne ängstlich oder scharf zu wirken. Trainiert wird er in der Regel motiviert und klar, ein Erbe seiner Arbeitsherkunft als Hütehund, der eigenständig mitdenken musste. Im Alltag braucht der Wallhund regelmäßige Bewegung und Kopfarbeit, etwa Hüteanlagenprüfungen, Agility oder Fährtenarbeit, reine Kurzrunden werden ihm auf Dauer nicht gerecht. Wegen seines langen Rückens und der kurzen, kräftigen Läufe lohnt es sich, Sprünge von Möbeln oder harte Treppen im Welpen- und Junghundealter zu vermeiden und auf gesundes Übergewicht-Management zu achten. Das dichte Stockhaar mit weicher Unterwolle ist außerhalb des Fellwechsels pflegearm, in den Wechselphasen aber deutlich haarig. Für aktive Menschen und Familien, die einen wachen, lebhaften Begleiter mit Charakter suchen und Zeit für Beschäftigung und konsequente, freundliche Erziehung mitbringen, ist der Wallhund im Schnitt eine gute Wahl. Wer einen ruhigen Sofahund oder einen Hund ohne Melde- und Wachverhalten sucht, findet in dieser Rasse eher nicht das passende Profil. Da die Rasse in Deutschland selten gezüchtet wird, lohnt sich ein Vorlauf bei der Züchtersuche und ein genauer Blick auf Augenuntersuchungen der Elterntiere.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungspensum: im Schnitt ein bis anderthalb Stunden aktive Auslastung täglich, aufgeteilt in Bewegung und Kopfarbeit wie Fährtenarbeit, Hüteanlagenprüfung oder Trickdogging, reine kurze Gassirunden reichen der Rasse laut FCI-Charakterbeschreibung nicht.
  • Rückenschonender Alltag ist wichtig: wegen der kurzen, kräftigen Läufe und des vergleichsweise langen Rückens Sprünge von Sofa oder Auto sowie exzessive Treppen im Welpenalter vermeiden und auf schlankes Idealgewicht achten.
  • Vor dem Kauf beim Züchter Augenuntersuchungsbefunde der Elterntiere erfragen, da progressive Retinaatrophie in der Rasse dokumentiert ist und sich meist erst im höheren Alter als Nachtblindheit zeigt.
  • Melde- und Wachverhalten früh einordnen üben, sonst wird aus dem aufmerksamen Anschlagen schnell häufiges Bellen, besonders in hellhörigen Wohnungen oder Reihenhäusern.
  • Die Rasse ist in Deutschland selten, Wartezeiten bei seriösen Züchtern und weite Anfahrtswege zum Wurf sind eher die Regel als die Ausnahme.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Progressive Retinaatrophie ist in der Rasse mit einer in einer Studie ermittelten Häufigkeit von rund 35 Prozent dokumentiert und zeigt sich meist als leichte bis mittlere Nachtblindheit ab etwa dem zehnten Lebensjahr

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Schwedischer Wallhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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