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Lele

Schottischer Terrier

Würdevoller Sturkopf mit treuer Seele

auch bekannt als Scottie, Scottish Terrier

klein (S)Grossbritannien
Schottischer Terrier mit drahtigem, dunklem Fell steht auf einem Holzsteg am See.
Schottischer Terrier im PorträtFoto: narujen · CC BY 2.0
Schwarzer Schottischer Terrier liegt neben einem hellen Terrierfreund auf einer Ledercouch.
Schottischer Terrier zu HauseFoto: Carlos Valenzuela · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
klein (S), 25 bis 28 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 8,5 bis 10,5 kg
Lebenserwartung
typisch 11 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 45 Welpen
Fell
Rauhaar, Das drahtige Doppelhaar braucht regelmäßiges Bürsten und alle zwei bis drei Monate professionelles Trimmen oder Stripping, damit die wetterfeste Struktur erhalten bleibt.
Herkunft
Grossbritannien
Anerkennung
FCI-Gruppe 3 (Terrier), Standard Nr. 73

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Schottischer Terrier im Porträt

Der Schottische Terrier stammt aus dem schottischen Hochland, wo er seit dem 19. Jahrhundert für die Jagd auf Fuchs, Dachs und andere Erdbewohner gezüchtet wurde. Der Schottische Terrier Club entstand 1882, nur wenige Jahre nachdem der Typ, wie wir ihn heute kennen, festgelegt worden war. Seine kurzen, kräftigen Läufe und der lange, schmale Kopf gehen direkt auf diese Arbeit unter der Erde zurück, der gedrungene, untersetzte Körperbau schließt laut FCI-Standard ausdrücklich Hunde mit übermäßigem Gewicht aus. Im Wesen beschreibt der Standard ihn als treu, würdevoll, unabhängig und zurückhaltend, dazu mutig und hochintelligent, unerschrocken, aber niemals aggressiv. Diese Mischung erklärt den Ruf des mürrischen Schotten: Fremden gegenüber bleibt er reserviert und beobachtend, seiner Familie ist er anhänglich und treu ergeben. Beim kleinsten Geräusch erhebt er sich beschützend, sein Wachtrieb ist ausgeprägt. Der ursprüngliche Jagdauftrag steckt ihm bis heute in den Knochen: Er reagiert schnell auf Bewegung und gräbt gern. Im Alltag braucht er mehrere Spaziergänge und Beschäftigung für Kopf und Nase, ist aber kein Ausdauersportler und kommt auch in der Stadtwohnung zurecht, sofern er genug Auslauf und geistige Anregung bekommt. Das drahtige Doppelhaar haart wenig, verlangt dafür regelmäßiges Bürsten und alle paar Monate professionelles Trimmen, was auf Dauer Zeit und Budget kostet. Gesundheitlich ist die Rasse vor allem für ein deutlich erhöhtes Risiko für Blasenkrebs (Übergangszellkarzinom) bekannt, in Studien liegt das Risiko ein Vielfaches über dem anderer Rassen, weshalb Krebserkrankungen zu den häufigsten Todesursachen zählen. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen im höheren Alter sind deshalb sinnvoll. Der Schottische Terrier passt zu Menschen, die einen eigenständigen, selbstbewussten Charakterkopf mit Konsequenz und Humor führen möchten und Zeit für Fellpflege einplanen. Für Anfänger, die einen leicht führbaren, unterordnungsfreudigen Familienhund suchen, ist er eher nicht die erste Wahl, seine Sturheit und sein Jagdtrieb verlangen geduldiges, frühes Training. Mit Kindern kommt er meist gut zurecht, wenn er von klein auf an den Umgang gewöhnt wird und respektvoll behandelt wird.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane für die Fellpflege alle zwei bis drei Monate einen Termin beim Trimmer ein, dazwischen mehrmals wöchentlich Bürsten, sonst verfilzt die charakteristische Beinbehaarung.
  • Lass ab dem mittleren Alter regelmäßig den Urin kontrollieren und achte auf Blut im Urin oder Probleme beim Wasserlassen, da Blasenkrebs bei dieser Rasse überdurchschnittlich häufig vorkommt.
  • Beginne früh mit konsequentem, geduldigem Training und einer Hundeschule mit Terrier-Erfahrung, denn der eigenständige Kopf lässt sich nicht über reinen Gehorsamsdrill erziehen.
  • Sozialisiere Welpen aktiv mit anderen Hunden und, falls im Haushalt vorhanden, behutsam mit Katzen oder Kleintieren, der ausgeprägte Jagdtrieb braucht frühes Gegensteuern.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Deutlich erhöhtes Risiko für Blasenkrebs (Übergangszellkarzinom), eine der häufigsten Todesursachen der Rasse
  • Scottie Cramp: erbliche, episodische Bewegungsstörung, meist nicht schmerzhaft, oft durch Stress ausgelöst
  • Von-Willebrand-Erkrankung Typ I: erbliche Gerinnungsstörung, sollte vor der Zucht getestet werden
  • Craniomandibuläre Osteopathie: schmerzhafte Kieferknochenwucherung bei Welpen zwischen drei und sechs Monaten, seit 2012 gentestbar
  • Patellaluxation

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Schottischer Terrier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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