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Lele

Schnauzer

Unbestechlicher Bartträger mit wachem Verstand

auch bekannt als Rattler, Mittelschnauzer, Standard Schnauzer

mittelgroß (M)Deutschland
Schwarzer Schnauzer mit dichtem Bart und buschigen Augenbrauen im Portrait
Schnauzer im Porträt
Pfeffersalzfarbener Schnauzer folgt seiner Bezugsperson aufmerksam durch die Wohnung
Schnauzer zu Hause

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 45 bis 50 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 14 bis 20 kg
Lebenserwartung
typisch 13 bis 16 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 271 Welpen
Fell
Rauhaar, Drahtiges Fell mit dichter Unterwolle, regelmäßiges Trimmen nötig, etwa dreimal im Jahr; Bart und Brauen zusätzlich sauber halten
Herkunft
Deutschland

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
mittlerer Jagdtrieb (3 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Schnauzer im Porträt

Der Schnauzer, oft auch Mittelschnauzer genannt, ist das mittlere und zugleich älteste Mitglied der Schnauzer-Familie. Im süddeutschen Raum lebte er einst als Stallhund bei den Pferden und begleitete Fuhrwerke. Ratten und Mäuse jagte er dabei so zuverlässig, dass ihn der Volksmund schlicht Rattler nannte. Bei der Gründung des Pinscher-Schnauzer-Klubs im Jahr 1895 wurde er noch als rauhaariger Pinscher geführt. Diese Vergangenheit als robuster Hofhund wirkt bis heute nach: Der FCI-Standard beschreibt ein lebhaftes Temperament, gepaart mit bedächtiger Ruhe, dazu Klugheit, Unerschrockenheit, Ausdauer und Wachsamkeit. Ein Kläffer soll er ausdrücklich nicht sein. Im Alltag zeigt sich der Schnauzer meist als anhänglicher, verspielter Begleiter mit gesundem Selbstbewusstsein. Fremden gegenüber bleibt er tendenziell zunächst reserviert und behält genau im Blick, was um sein Zuhause herum passiert: Ein gewisser Wach- und Meldetrieb gehört zur Rasse. In der Erziehung will er ernst genommen werden. Er lernt schnell, denkt aber mit und quittiert Härte oder Langeweile gern mit Eigensinn. Konsequente, freundliche Führung von Welpenbeinen an zahlt sich deshalb besonders aus. Bewegung und Beschäftigung braucht er reichlich. Lange Spaziergänge, Kopfarbeit oder Hundesport wie Obedience, Agility und Fährtenarbeit nehmen viele Vertreter der Rasse begeistert an, auch als Rettungshund wird der Schnauzer eingesetzt. Das drahtige Fell mit dichter Unterwolle haart vergleichsweise wenig, braucht dafür aber regelmäßiges Trimmen, der VDH empfiehlt das etwa dreimal im Jahr. Bart und Augenbrauen wollen zusätzlich sauber gehalten und regelmäßig ausgebürstet werden. Gut passt der Schnauzer zu aktiven Menschen und Familien, die einen wachen, ausdauernden Hund mit eigenem Kopf suchen und Zeit für Auslastung, Erziehung und Fellpflege einplanen. Wer dagegen einen distanzlos freundlichen Jedermannshund erwartet, kaum Zeit für Beschäftigung hat oder sich von einem selbstbewussten Hund schnell an der Nase herumführen lässt, wird mit dieser Rasse tendenziell weniger glücklich. Bei Kleintieren im Haushalt sind mit Blick auf die Rattler-Vergangenheit sorgfältige Gewöhnung und gutes Management sinnvoll. Gesundheitlich ernst zu nehmen sind eine erblich bedingte Form der dilatativen Kardiomyopathie sowie ein erhöhtes Risiko für Plattenepithelkarzinome an den Zehen, besonders bei dunklen Hunden.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich rund 1,5 bis 2 Stunden Bewegung und Beschäftigung ein, gern kombiniert mit Nasenarbeit, Obedience oder Agility: reine Gassirunden lasten diesen ausdauernden Gebrauchshund selten aus.
  • Das Rauhaar braucht regelmäßiges Trimmen, als Richtwert etwa alle drei bis vier Monate: entweder laufende Kosten beim Hundefriseur oder Zeit und Übung in Eigenregie einplanen.
  • Frag beim Züchter gezielt nach der HD-Auswertung der Elterntiere, einer aktuellen Augenuntersuchung und dem Gentest auf die RBM20-Variante der dilatativen Kardiomyopathie.
  • Der Schnauzer meldet tendenziell zuverlässig, was sich seinem Zuhause nähert: In hellhöriger Wohnlage lohnt frühes Training, damit aus gelegentlichem Melden kein Dauerbellen wird.
  • Rechne mit einem selbstbewussten Hund, der konsequente, freundliche Führung von Anfang an braucht: Ein guter Hundeschul-Start im Welpenalter ist bei dieser Rasse gut investierte Zeit.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Erblich bedingte dilatative Kardiomyopathie (DCM) durch eine RBM20-Genvariante; homozygot betroffene Hunde erkranken früh, ein Gentest für Zuchttiere ist verfügbar.
  • Veranlagung zur Hüftgelenksdysplasie (HD); die Zuchtverbände verlangen vor der Zuchtzulassung eine ausgewertete HD-Röntgenaufnahme.
  • Erbliche Augenerkrankungen wie Katarakt und progressive Retinaatrophie; Zuchttiere werden dafür regelmäßig augenuntersucht (ECVO bzw. DOK).
  • Erhöhtes Risiko für Plattenepithelkarzinome an den Zehen, wie bei allen Schnauzer-Größenschlägen vor allem bei dunklen Hunden beschrieben.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Schnauzer hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die Quellen nennen deutlich unterschiedliche Preise. Nimm die Spanne als groben Rahmen und frag beim Zuchtverein nach.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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