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Lele

Russischer Schwarzer Terrier

Baerenstarker Waechter mit Bart und weichem Kern

auch bekannt als Schwarzer Terrier, Tschornyj Terrier, Black Russian Terrier, Schwarzer Russischer Terrier

sehr groß (XL)Russland
Russischer Schwarzer Terrier blickt mit drahtigem schwarzem Fell und Bart in die Kamera.
Russischer Schwarzer Terrier im Porträt
Russischer Schwarzer Terrier steht wachsam mit erhobener Rute auf einer Wiese.
Russischer Schwarzer Terrier unterwegs

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 66 bis 78 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 45 bis 60 kg
Lebenserwartung
typisch 9 bis 11 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 55 Welpen
Fell
Rauhaar, Dichtes Doppelhaar mit hartem, leicht gewelltem Deckhaar und weicher Unterwolle, das regelmaessig getrimmt werden muss, sonst verfilzt vor allem der Bart schnell.
Herkunft
Russland

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
sehr hoher Pflegeaufwand (5 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Russischer Schwarzer Terrier im Porträt

Der Russische Schwarze Terrier entstand ab den 1940er Jahren in der Sowjetunion, wo eine kynologische Militärschule beim Zwinger Krasnaja Swjesda (Roter Stern) gezielt einen großen, robusten Arbeits und Wachhund zusammenzüchtete. Rottweiler, Riesenschnauzer, Airedale Terrier und Neufundländer gehören zu den Ahnen, der Riesenschnauzer gilt als Hauptvorfahre. Bis heute steckt in der Rasse dieser Auftrag: ein Hund, der wachsam, arbeitsfreudig und wetterfest sein soll. Der FCI Standard beschreibt ihn als würdevoll und selbstsicher, der in Gefahrensituationen sofort eine aktive Verteidigungshaltung einnimmt und danach schnell wieder ruhig wird. Fremden gegenüber ist er tendenziell zurückhaltend bis misstrauisch, seiner Familie gegenüber liebevoll und treu. Er gilt als vergleichsweise leicht trainierbar, verlangt aber eine konsequente, frühe Sozialisation und einen Menschen, der Führung souverän übernimmt. Im Alltag braucht der Russische Schwarze Terrier klare Beschäftigung: Gehorsam, Schutzhundesport oder vergleichbare Kopf und Körperarbeit passen besser zu ihm als bloßes Herumstehen im Garten. Sein dichtes Doppelhaar mit Bart und Augenbrauen verfilzt ohne regelmäßiges Bürsten und Trimmen schnell, professionelles Scheren alle paar Wochen gehört für die meisten Halter dazu. Rassetypisch anfällig sind vor allem Hüft und Ellbogendysplasie sowie die vererbte juvenile Kehlkopflähmung mit Polyneuropathie (JLPP), weshalb seriöse Zuchtstätten auf Röntgenbefunde und Gentests Wert legen sollten. Damit passt die Rasse zu erfahrenen Halterinnen und Haltern mit Platz, Zeit für Ausbildung und Interesse an einer engen Arbeitsbeziehung mit einem großen, kraftvollen Hund. Für Einsteiger, reine Wohnungshaltung oder Familien, die einen unkomplizierten Kuschelhund suchen, ist er dagegen eher nicht die richtige Wahl. Da es sich um einen großen, kräftigen Wach und Schutzhund handelt, lohnt sich vor der Anschaffung ein Blick in die jeweiligen Landeshundegesetze, manche Bundesländer und Kantone stellen an große Hunde besondere Anforderungen wie einen Sachkundenachweis.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane taegliche strukturierte Beschaeftigung von rund 60 bis 90 Minuten ein, dazu regelmaessiges Training oder Hundesport wie Obedience oder Schutzdienst, reines Freilaufen reicht dieser Rasse nicht.
  • Rechne mit professionellem Trimmen etwa alle drei bis vier Wochen und mehrmals wöchentlichem Buersten, besonders Bart und Beinbehaarung verfilzen sonst schnell.
  • Sozialisiere den Welpen von Anfang an breit mit Menschen und Hunden, da die Rasse Fremden gegenueber standardgemaess zurueckhaltend ist und ohne fruehe Praegung schnell zu misstrauisch wird.
  • Achte beim Zuchtstaettenbesuch auf HD und ED Roentgenbefunde der Elterntiere sowie auf einen JLPP Gentest, die vererbte Kehlkopflaehmung mit Polyneuropathie ist ein bekanntes Rasseproblem.
  • Ein kleiner Garten oder eine reine Stadtwohnung wird dem Platzbedarf dieses grossen, kraeftigen Hundes selten gerecht, ausreichend Bewegungsraum sollte vor der Anschaffung gesichert sein.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hueftgelenksdysplasie (HD)
  • Ellbogengelenksdysplasie (ED)
  • Juvenile Kehlkopflaehmung mit Polyneuropathie (JLPP), erblich bedingt
  • Herzerkrankungen wie Aortenstenose, Mitralklappendysplasie oder Kardiomyopathie
  • Augenprobleme wie Ektropium, Entropium und Bindehautentzuendung

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Russischer Schwarzer Terrier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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