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Lele

Rumänischer Bukowina-Schäferhund

Treuer Herdenschützer mit eigenem Willen

auch bekannt als Ciobănesc Românesc de Bucovina, Bucovina Shepherd Dog

sehr groß (XL)Rumänien

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 64 bis 78 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 50 bis 90 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Stockhaar, Dichtes, raues Deckhaar mit üppiger, geschmeidiger Unterwolle, 6 bis 9 cm lang, mit Mähne am Hals und Hosen an den Hinterläufen. Wöchentliches Bürsten reicht meist, im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst besser täglich.
Herkunft
Rumänien

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
sehr eigenständig, schwer zu trainieren (1 von 5)
Alleinbleiben
bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
sehr zurückhaltend gegenüber Fremden (1 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Rumänischer Bukowina-Schäferhund im Porträt

Der Rumänische Bukowina-Schäferhund stammt aus den Karpaten im Nordosten Rumäniens, aus der Region Bucovina, wo Hirten seit Jahrhunderten auf Transhumanz gehen und ihre Schaf- und Rinderherden vor Bären, Wölfen und Luchsen schützen müssen. Diese Aufgabe prägt die Rasse bis heute: Sie wurde nicht auf Gehorsam, sondern auf eigenständiges Urteilsvermögen und Kampfbereitschaft gegen Raubtiere gezüchtet. Erst 2019 erhielt sie die vollständige FCI-Anerkennung, in Deutschland ist sie entsprechend eine echte Seltenheit. Der FCI-Standard beschreibt das Wesen als ausgeglichen, ruhig und treu, mit einer ausgesprochenen Zuneigung zu Kindern der eigenen Familie. Gleichzeitig ist der Bukowina-Schäferhund ein sehr aufmerksamer Wächter mit tiefer, kräftiger Stimme, der nachts patrouilliert und Fremde deutlich vernehmbar meldet: Fremden gegenüber bleibt er tendenziell zurückhaltend bis distanziert, nicht der Typ, der Besucher stürmisch begrüßt. Wie bei Herdenschutzhunden üblich, ist Gehorsam kein Zuchtziel gewesen, die Rasse denkt lieber selbst als auf Kommando zu warten, was Erziehung anspruchsvoll macht. Im Alltag braucht dieser große, kräftige Hund vor allem Platz und eine Aufgabe: Ein umzäuntes Grundstück, auf dem er wachen kann, passt besser als eine Stadtwohnung. Bewegung sollte regelmäßig, aber nicht sportlich hochtourig sein, ausgedehnte Streifzüge und Wachrunden reichen vielen Tieren dieser Rasse. Das dichte Doppelfell mit Mähne und Hosen verlangt regelmäßige Fellpflege, in den Fellwechseln deutlich mehr. Für Ersthundehalterinnen und Ersthundehalter ist der Bukowina-Schäferhund eher nicht geeignet: Größe, Wachtrieb und Eigenständigkeit verlangen Erfahrung mit Herdenschutz- oder Molosserrassen sowie konsequente, frühe Sozialisierung. Wer einen ruhigen, gut sozialisierten Begleiter mit klarer Aufgabe sucht und Zeit für Führung mitbringt, kann mit dieser Rasse einen loyalen Beschützer finden. Wegen der Seltenheit in Deutschland ist mit langen Wartezeiten und meist einem Import aus Rumänien oder den Nachbarländern zu rechnen, hierzulande geführte Linien sind oft weiterhin arbeitsorientiert auf Herdenschutz ausgerichtet.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Kein Wohnungshund: Die Rasse braucht ein umzäuntes Grundstück mit ausreichend Fläche zum Patrouillieren, in beengten städtischen Verhältnissen wird sie unglücklich und lautstark.
  • Frühe, breite Sozialisierung mit Menschen, Kindern und anderen Hunden ist Pflicht, da Fremdenwachsamkeit und Wachtrieb laut Standard ausgeprägt sind, ohne Führung drohen Konflikte mit Besuch oder Nachbarhunden.
  • Fellpflege wöchentlich, im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst besser täglich, wegen der dichten Unterwolle und der langen Partien an Hals und Hinterläufen.
  • In Deutschland kaum verfügbar: Wartezeiten von vielen Monaten bis über einem Jahr sind realistisch, meist über Import aus Rumänien mit ACR-Papieren, auf seriöse Zuchtstätten und Elterntiere mit Wesenstest achten.
  • Vor der Anschaffung Hüftgelenks-Screening (HD) der Elterntiere erfragen, da großwüchsige Molosser-artige Rassen generell anfällig für Gelenkprobleme sind, auch wenn dazu keine belastbaren rassespezifischen Zahlen vorliegen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Als große Rasse mit tiefer, breiter Brust (laut Standard bis zu den Ellenbogen reichend) tendenziell erhöhtes Risiko für Magendrehung, wie bei vergleichbaren großen Molosser- und Herdenschutzrassen üblich. Dies ist eine aus dem Körperbau abgeleitete Tendenzaussage, keine belegte rassespezifische Studie.
  • Bei schnell wachsenden großwüchsigen Rassen generell erhöhtes Risiko für Hüft- und Ellenbogendysplasie, spezifische Studiendaten zu dieser seltenen Rasse liegen nicht vor. Hüftgelenks-Screening der Zuchttiere ist sinnvoll.
  • Belastbare rassespezifische Gesundheitsstudien fehlen bislang weitgehend, da die Rasse außerhalb Rumäniens kaum verbreitet und erst seit 2019 vollständig FCI-anerkannt ist.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Rumänischer Bukowina-Schäferhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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