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Lele

Riesenschnauzer

Kraftvoller Wächter mit klugem Dickkopf

auch bekannt als Riese, Münchener Schnauzer, Giant Schnauzer

groß (L)Deutschland
Riesenschnauzer mit Hundemantel spielt auf einer Wiese mit einem Border Collie
Riesenschnauzer unterwegs
Schwarzer Riesenschnauzer liegt entspannt auf dem Holzboden und döst
Riesenschnauzer zu Hause

Steckbrief

Größe
groß (L), 60 bis 70 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 35 bis 47 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 483 Welpen
Fell
Rauhaar, Trimmen etwa alle 4 bis 6 Monate, dazu regelmäßiges Bürsten und Pflege von Bart und Augenbrauen
Herkunft
Deutschland

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
Jagdtrieb
mittlerer Jagdtrieb (3 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Riesenschnauzer im Porträt

Der Riesenschnauzer entstand im süddeutschen Raum, wo Bauern und Metzger die kräftigen Rauhaarhunde als Treiber ihrer Viehherden und als Hofwächter nutzten. Um die Jahrhundertwende erkannten Züchter das Leistungspotenzial der Rasse: 1910 wurden die ersten Hunde als Münchener Schnauzer ins Zuchtbuch eingetragen, seit 1913 wird planmäßig gezüchtet, und schon 1925 folgte die Anerkennung als Diensthund. Bis heute arbeiten Riesenschnauzer bei Polizei und Zoll, im Rettungshundewesen und im Gebrauchshundesport. Dieses Arbeitserbe prägt die Rasse: Du bekommst keinen gemütlichen Begleiter, sondern einen Gebrauchshund mit Anspruch an Kopf und Körper. Der FCI-Standard beschreibt einen gutartigen, ausgeglichenen Charakter mit unbestechlicher Treue zum Menschen, dazu Klugheit, Ausbildungsfähigkeit, Ausdauer und hohe Belastbarkeit. Im Alltag heißt das: Ein Riesenschnauzer bindet sich eng an seine Familie, ist dort anhänglich und oft überraschend verspielt, bleibt Fremden gegenüber aber tendenziell reserviert und wachsam. Er meldet zuverlässig, was auf seinem Grundstück passiert, und trifft gern eigene Entscheidungen. Seine Selbstsicherheit braucht ein Gegenüber, das ruhig, konsequent und fair führt, sonst übernimmt er das Management selbst. Beim Pensum solltest du ehrlich mit dir sein: Die Unternehmungslust dieser Rasse ist enorm, ein paar Runden um den Block reichen nicht. Riesenschnauzer wollen täglich ausgiebig laufen und zusätzlich den Kopf benutzen, etwa im Gebrauchshundesport, bei der Fährtenarbeit, im Zughundesport oder in der Rettungshundestaffel. Das drahtige Rauhaar mit dichter Unterwolle ist wetterfest und verliert bei regelmäßiger Pflege wenig Haare, dafür steht mehrmals im Jahr Trimmen an, und Bart sowie Augenbrauen brauchen laufende Pflege. Nach dem Trinken tropft der Bart, das gehört bei dieser Rasse zum Alltag dazu. Der Riesenschnauzer passt zu sportlichen, hundeerfahrenen Menschen, die Freude an Training haben, Zeit mitbringen und einen präsenten, wachsamen Partner suchen. Mit 35 bis 47 Kilogramm Muskelkraft ist er körperlich fordernd, schon deshalb sollte die Erziehung früh beginnen und an der Leine sauber sitzen. Ausdrücklich nicht geeignet ist er für Anfänger, für Menschen mit wenig Zeit oder für alle, die sich einen jederzeit fremdenfreundlichen, pflegeleichten Stadthund wünschen. Wer ihm Aufgabe und Anschluss gibt, bekommt einen loyalen Hund fürs Leben. Gesundheitlich ernst zu nehmen sind Zehenkrebs, der bei schwarzen Riesenschnauzern gehäuft auftritt, sowie eine erbliche Form der dilatativen Kardiomyopathie.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich rund 2 Stunden aktive Auslastung ein, aufgeteilt in Bewegung und Kopfarbeit: Gebrauchshundesport (IGP), Fährtenarbeit, Mantrailing oder Zughundesport passen gut zum Arbeitsnaturell der Rasse.
  • Das drahtige Fell haart bei guter Pflege wenig, muss dafür etwa alle 4 bis 6 Monate getrimmt werden. Plane den Trimmtermin als festen Zeit- und Kostenfaktor ein oder lerne das Trimmen selbst; Bart und Augenbrauen brauchen zusätzlich laufende Pflege.
  • Achte beim Züchter auf dokumentierte Untersuchungen der Elterntiere: HD- und ED-Röntgen, aktuelle Augenuntersuchung, DNA-Tests auf PRA (prcd und PRA5) und auf die erbliche DCM-Variante sowie geprüfte Schilddrüsenwerte.
  • Frühe, breite Sozialisierung und ein Trainer mit Gebrauchshund-Erfahrung sind sinnvoll: Wachtrieb und Selbstsicherheit der Rasse brauchen von Welpe an klare, faire Regeln, sonst entscheidet der Hund später selbst, wer aufs Grundstück darf.
  • Kontrolliere Zehen und Krallen regelmäßig: Besonders schwarze Riesenschnauzer haben ein erhöhtes Risiko für Zehenkrebs. Anhaltende Lahmheit oder eine gebrochene, entzündete Kralle gehört zügig in die Tierarztpraxis.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED): rassetypische Gelenkerkrankungen, Zuchttiere sollten geröntgt und ausgewertet sein.
  • Zehenkrebs (digitales Plattenepithelkarzinom): Schnauzer und besonders schwarze Riesenschnauzer sind überdurchschnittlich häufig betroffen; Veränderungen an Zehen und Krallen früh abklären lassen.
  • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion), meist infolge einer Autoimmunthyreoiditis; der britische Zuchtclub berichtet von rund 3 Prozent betroffenen Hunden.
  • Erbliche Augenerkrankungen: Katarakt, progressive Retinaatrophie (prcd-PRA und PRA5, per DNA-Test erkennbar) und multifokale Netzhautdysplasie.
  • Dilatative Kardiomyopathie (DCM): eine erbliche Variante ist mit einer RBM20-Mutation verknüpft und per Gentest nachweisbar.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Riesenschnauzer hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die Quellen nennen deutlich unterschiedliche Preise. Nimm die Spanne als groben Rahmen und frag beim Zuchtverein nach.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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