Rafeiro von Alentejo
Ruhiger Wächter mit eigenem Kopf und viel Kraft
auch bekannt als Rafeiro, Rafeiro do Alentejo
Steckbrief
- Größe
- sehr groß (XL), 64 bis 74 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 35 bis 60 kg
- Lebenserwartung
- typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
- Fell
- Kurz- bis Mittelhaar, Dichtes, glattes Fell ohne aufwendige Pflege, regelmäßiges Bürsten reicht, im Fellwechsel etwas intensiver.
- Herkunft
- Portugal
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 2 (Pinscher, Schnauzer, Molosser), Standard Nr. 96
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- eher ruhig (2 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht mäßig Bewegung (2 von 5)
- Trainierbarkeit
- eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt häufig (4 von 5)
- Pflegeaufwand
- geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
- Offenheit gegenüber Fremden
- sehr zurückhaltend gegenüber Fremden (1 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
- Wach- und Schutztrieb
- sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)
Der Charakter: Rafeiro von Alentejo im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Braucht ein eingezäuntes Grundstück mit echter Aufgabe: als reiner Wohnungs oder Wohnblockhund ist der Rafeiro fehl am Platz, sein Wachtrieb sucht sich sonst eigene Ziele.
- Frühe und konsequente Sozialisierung mit Besuchern, anderen Hunden und Alltagsreizen ist Pflicht, sonst verfestigt sich die natürliche Fremdenreserviertheit zu Problemverhalten.
- Wegen der Seltenheit in Deutschland realistisch mit Wartezeiten von vielen Monaten und meist einem Import aus Portugal rechnen, inklusive Gesundheitschecks der Zuchttiere vor Ort.
- Die tiefe, breite Brust großer, schwerer Rassen erhöht tendenziell das Risiko für Magendrehung: mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen und Ruhe nach dem Fressen sind sinnvoll.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Als großer, schwerer Hund mit tiefer, breiter Brust besteht laut Körperbau im Rasseschnitt tendenziell ein erhöhtes Risiko für Magendrehung, wie bei tiefbrüstigen Großrassen allgemein üblich.
- Die mittelhoch angesetzten, gefalteten Hängeohren begünstigen tendenziell Ohrentzündungen, wenn sie nicht regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden.
- Wie bei den meisten großwüchsigen, schweren Rassen ist von einer Veranlagung zu Gelenkproblemen wie Hüftgelenksdysplasie auszugehen, auch wenn rassespezifische Studien für den Rafeiro von Alentejo fehlen.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Rafeiro von Alentejo hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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