Pyrenäen-Berghund
Ruhiger Herdenwächter mit eigenem Kopf
auch bekannt als Pyr, Patou, Great Pyrenees, Chien de Montagne des Pyrénées
Steckbrief
- Größe
- sehr groß (XL), 65 bis 80 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 55 bis 75 kg
- Lebenserwartung
- typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 76 Welpen
- Fell
- Langhaar
- Herkunft
- Frankreich
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 2 (Pinscher, Schnauzer, Molosser), Standard Nr. 137
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- eher ruhig (2 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
- Trainierbarkeit
- eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5)
- Bellfreude
- bellt sehr häufig (5 von 5)
- Pflegeaufwand
- hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
- Haaren
- haart sehr stark (5 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- gut geeignet für Familien (4 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Pyrenäen-Berghund im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Bewegungspensum realistisch einplanen: kein Jogging-Partner, aber täglich mehrere Stunden Zugang zu einem großen, sicher eingezäunten Grundstück. Reine Wohnungshaltung ohne Garten wird der Rasse nicht gerecht.
- Alleinbleiben ist keine Stärke der Rasse: Sein ausgeprägter Wach- und Territorialinstinkt bleibt auch beim Alleinsein aktiv, sodass er auf Geräusche oder vermeintliche Bedrohungen häufig mit lautem, weittragendem Bellen reagiert, was für Nachbarn in dichter Bebauung zu einem echten Thema werden kann.
- Fellpflege kostet Zeit: zwei bis drei Bürsteinheiten pro Woche, in den zwei jährlichen Fellwechselphasen fast täglich, dazu spürbar höhere Futter- und Tierarztkosten als bei mittelgroßen Rassen.
- Rassetypische Gesundheitsrisiken wie Hüftgelenksdysplasie und Magendrehung vor der Anschaffung mit dem Züchter besprechen; mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen senken bei tiefbrüstigen Hunden dieser Größe das Torsionsrisiko.
- Zäune und Grundstücksgrenzen müssen wirklich sicher sein: Der ausgeprägte Wach- und Territorialinstinkt kann gegenüber unbekannten Personen oder Tieren am Zaun zu deutlicher Distanz oder Abwehrverhalten führen, konsequente Sozialisierung von klein auf ist wichtig.
- Für Ersthundehalter meist keine gute Wahl: Erziehung erfordert Geduld, Ruhe und Konsequenz statt strenger Kommandoführung, da die Rasse zu eigenständigem Denken neigt.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Hüftgelenksdysplasie (HD), seltener auch Ellbogendysplasie
- Patellaluxation (Kniescheibe kann aus der Gleitrinne springen)
- Entropium (nach innen gerolltes Augenlid)
- Magendrehung/Magendilatation: erhöhtes Risiko bei großen, tiefbrüstigen Hunden
- Osteochondrose (OCD) an der Schulter, im höheren Alter Wirbelsäulenveränderungen (Osteophyten)
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Pyrenäen-Berghund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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