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Lele

Pharaonenhund

Sensibler Sichtjäger mit treuem Herzen

auch bekannt als Pharao, Pharaoh Hound, Kelb tal-Fenek

groß (L)Malta
Pharaonenhund mit rotbraunem Fell steht an einer warmen Steinmauer auf Malta.
Pharaonenhund im PorträtFoto: Frank Vincentz · CC BY-SA 3.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 53 bis 63,5 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 20 bis 25 kg
Lebenserwartung
typisch 11 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Kurzhaar, Kurzes, glänzendes Fell ohne Unterwolle, ein Gummistriegel reicht meist aus. Wenig Kälteschutz, an kalten Tagen ist ein Hundemantel sinnvoll.
Herkunft
Malta
Anerkennung
FCI-Gruppe 5 (Spitze und Urtypen), Standard Nr. 248

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5)
Pflegeaufwand
minimaler Pflegeaufwand (1 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Pharaonenhund im Porträt

Der Pharaonenhund stammt von der Insel Malta, wo er unter dem Namen Kelb tal-Fenek, wörtlich Kaninchenhund, seit Generationen zur Hetzjagd auf Kaninchen eingesetzt wird. Die früher verbreitete Erzählung von einer direkten Abstammung aus dem alten Ägypten gilt heute unter Genetikern als widerlegt, der Name bleibt der Ähnlichkeit mit Darstellungen ägyptischer Jagdhunde geschuldet. Seit den 1960er Jahren züchten britische Liebhaber die Rasse außerhalb Maltas weiter, seit 1963 ist sie von der FCI anerkannt. Der FCI Standard beschreibt den Pharaonenhund als anmutig, dabei kraftvoll, mit wachsamem Ausdruck und sehr schneller, leichtfüßiger Bewegung. Im Wesen ist er wachsam, intelligent, zutraulich und verspielt, gilt zugleich als sensibel und Fremden gegenüber eher zurückhaltend statt überschwänglich. Zuhause zeigt er sich oft überraschend ruhig und anschmiegsam, mit Familienmitgliedern verbindet ihn eine enge, treue Bindung. Bekannt ist sein eigentümliches Erröten: Nase und Ohren können bei Aufregung oder Freude sichtbar rosa anlaufen. Als Sichtjäger mit ausgeprägtem Jagdtrieb braucht der Pharaonenhund täglich viel Auslauf und läuft am liebsten frei und schnell, was nur in sicher eingezäunten Bereichen möglich ist: Kleine Tiere weckt sein Hetztrieb zuverlässig, und als exzellenter Springer überwindet er niedrige Zäune mühelos. Das kurze, glänzende Fell ohne Unterwolle ist pflegeleicht, bietet aber wenig Kälteschutz, ein Mantel für kühle Tage ist sinnvoll. Erziehung gelingt am besten über positive Motivation statt Druck, denn der eigenständige Charakter des Sichtjägers reagiert auf harte Führung schnell mit Rückzug. Der Pharaonenhund passt zu aktiven Menschen mit Sichtjäger Erfahrung oder der Bereitschaft, sich intensiv mit Rückruftraining und sicherem Freilauf Management auseinanderzusetzen, und zu Haushalten, die seine sensible, anhängliche Seite zu schätzen wissen. Für Einsteiger ohne Hundeerfahrung, für sehr kleine Wohnungen ohne Auslaufmöglichkeit oder für Haushalte mit Kleintieren ist er eher ungeeignet. Gesundheitlich gilt die Rasse als robust mit vergleichsweise wenigen bekannten erblichen Vorbelastungen, was auch an der bis heute recht ursprünglichen, wenig überzüchteten Population liegt.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens ein bis zwei Stunden Bewegung ein, davon einen Teil als sicheren, eingezäunten Freilauf: Der Pharaonenhund ist ein ausdauernder Sichtjäger und braucht mehr als kurze Gassirunden.
  • Der Garten sollte mindestens 1,80 Meter eingezäunt sein, denn Pharaonenhunde sind ausgezeichnete Springer und folgen jeder Bewegung mit sofortigem Hetztrieb.
  • Rückruftraining unter Ablenkung ist Pflicht, bevor Freilauf außerhalb gesicherter Flächen infrage kommt; kleine Haustiere wie Katzen oder Kaninchen nur nach vorsichtigem, begleitetem Kennenlernen ins Haus holen.
  • Wähle beim Training positive, geduldige Methoden statt Druck: Der sensible, eigenständige Charakter der Rasse zieht sich bei harter Führung eher zurück, statt zu gehorchen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Gilt im Vergleich zu vielen anderen Rassen als robust mit wenigen dokumentierten erblichen Vorbelastungen, was unter anderem an der ursprünglichen, wenig überzüchteten Population liegt

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Pharaonenhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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