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Lele

Ostsibirischer Laika

Eigenständiger Jäger mit sanftem Wesen zu Menschen

auch bekannt als East Siberian Laika, Vostotchno-Sibirskaïa Laïka

groß (L)Russland
Ostsibirischer Laika steht im Schnee, braun weißes Fell, Stehohren, Rute geringelt über dem Rücken.
Ostsibirischer Laika im PorträtFoto: Canarian · CC BY-SA 4.0
Ostsibirischer Laika steht wachsam mit gespitzten Ohren und geringelter Rute auf einer Wiese.
Ostsibirischer Laika unterwegs

Steckbrief

Größe
groß (L), 53 bis 64 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 18 bis 27 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Stockhaar, Dichte, wollige Unterwolle mit Mähne an Hals und Schultern, im Fellwechsel regelmäßiges Bürsten nötig.
Herkunft
Russland
Anerkennung
FCI-Gruppe 5 (Spitze und Urtypen), Standard Nr. 305

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Ostsibirischer Laika im Porträt

Der Ostsibirische Laika stammt aus den Taiga und Berggebieten Zentral und Ostsibiriens, wo er als Jagdhund für nahezu jede Wildart gezüchtet wurde, von Zobel und Auerhahn bis zu Elch, Wildschwein und Bär. Der FCI Standard beschreibt ihn als Jagdhund für alle Zwecke, mit ausgeprägter Leidenschaft für die Jagd, speziell auf große Beute, und mit sehr eigenständigem Jagdverhalten. Der Hund arbeitet oft weit vom Führer entfernt und trifft dabei eigene Entscheidungen. Diese Selbstständigkeit prägt bis heute jeden Alltag mit der Rasse. Im Wesen zeigt sich der Laika laut Standard ruhig und ausgeglichen, Menschen gegenüber freundlich, sanft und vertrauensvoll, dabei aber wenig auf Gehorsam getrimmt: Kommandos werden abgewogen, nicht blind befolgt. Der Jagdtrieb ist stark ausgeprägt und zeigt sich vermutlich auch gegenüber Katzen und Kleintieren. Das Bellen gehört historisch zur Arbeit, der Name Laika leitet sich vom russischen Wort für Bellen ab, die Hunde zeigten dem Jäger damit die Fundstelle des Wilds an. Das Stockhaar mit dichter, wolliger Unterwolle, ausgeprägter Mähne an Hals und Schultern sowie Hosen an den Hinterläufen schützt vor sibirischer Kälte, verlangt im Fellwechsel aber regelmäßiges Bürsten. Bewegung braucht die Rasse reichlich und vielseitig: lange Wanderungen, Zug oder Schlepparbeit, im besten Fall echte jagdliche oder fährtenorientierte Beschäftigung. Reines Spazierengehen wird dem Arbeitshund kaum gerecht. In Deutschland und weiten Teilen Mitteleuropas ist der Ostsibirische Laika eine Rarität, seine großen Populationen liegen in Russland und Teilen Skandinaviens. Wer sich für die Rasse interessiert, muss mit langen Wartezeiten, Importwelpen aus dem Ausland und einer Zuchtszene rechnen, die fast ausschließlich auf jagdliche oder arbeitsdiensttaugliche Linien setzt. Reine Begleithund Zuchtlinien gibt es praktisch nicht, entsprechend schwer lässt sich Wesen und Ausbildungsstand einzelner Linien in Deutschland vergleichend einschätzen. Der Laika passt zu erfahrenen Halterinnen und Haltern mit einem naturnahen, aktiven Alltag, echtem Interesse an jagdlicher oder zugorientierter Beschäftigung und der Bereitschaft, einem eigenständig denkenden Hund Freiräume zuzugestehen. Für Anfängerinnen und Anfänger, reine Wohnungshaltung oder Haushalte mit Katzen und Kleintieren ist er dagegen ausdrücklich nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane für den Ostsibirischen Laika mindestens zwei ausgiebige Auslastungseinheiten pro Tag ein, im Idealfall mit Zug, Fährten oder Jagdbezug, reines Gassigehen wird dem jagdlich geprägten Bewegungsdrang nicht gerecht.
  • Rechne bei der Anschaffung mit langen Wartezeiten oder einem Import aus Russland oder Skandinavien, seriöse deutsche Züchter sind praktisch nicht zu finden.
  • Der ausgeprägte Jagdtrieb macht ein zuverlässiges Rückruftraining und gesicherte Freiläufe zur Pflicht, unbeaufsichtigter Freilauf in Wildgebieten ist riskant.
  • Mit Katzen oder anderen Kleintieren im Haushalt ist Vorsicht geboten, ein begleitetes Kennenlernen von Welpe an ersetzt keine grundsätzliche Vorsicht bei ausgewachsenen Tieren.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Belastbare rassespezifische Gesundheitsdaten fehlen mangels Zuchtforschung in Deutschland weitgehend. Der Standard beschreibt eine breite, tiefe Brust bis zum Ellenbogen, das ist bei großen, tiefbrüstigen Rassen tendenziell mit einem erhöhten Magendrehungs Risiko verbunden, ein rassespezifischer Beleg dafür liegt aber nicht vor.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Ostsibirischer Laika hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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