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Lele

Norwich Terrier

Winziger Terrier mit riesigem Selbstbewusstsein

sehr klein (XS)Grossbritannien
Norwich Terrier steht aufmerksam im Gras, die typischen kleinen Stehohren gut sichtbar.
Norwich Terrier im PorträtFoto: Helene Gisin Hgisin · CC BY-SA 4.0
Norwich Terrier buddelt vergnügt im Sand am Strand.
Norwich Terrier unterwegsFoto: Gamma Corvi · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
sehr klein (XS), 25 bis 25 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 5 bis 5,5 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 42 Welpen
Fell
Rauhaar, Hartes, drahtiges Deckhaar mit dichtem Unterhaar, das zwei bis drei Mal im Jahr per Handstripping in Form gebracht werden sollte, sonst wird die Struktur weich und stumpf.
Herkunft
Grossbritannien
Anerkennung
FCI-Gruppe 3 (Terrier), Standard Nr. 72

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Norwich Terrier im Porträt

Der Norwich Terrier stammt aus East Anglia im Osten Englands und gehört zu den kleinsten Terriern überhaupt. Bis 1964 bildete er zusammen mit dem heutigen Norfolk Terrier eine gemeinsame Rasse, die als Farmhund für die Jagd auf Ratten, Füchse und Dachse gezüchtet wurde. Die Trennung erfolgte über das Ohr: Der Norwich trägt seine Ohren aufrecht stehend, der Norfolk hängend. Der Arbeitsauftrag von damals ist bis heute spürbar, denn der Norwich musste sich unter der Erde mit wehrhaften Beutetieren auseinandersetzen. Der FCI Standard beschreibt den Norwich als liebenswürdige, nicht streitsüchtige, dabei unglaublich aktive und furchtlose Persönlichkeit im Miniaturformat. Ehrenhafte Narben aus fairer Arbeit werden im Standard ausdrücklich akzeptiert, ein Hinweis darauf, dass unter dem possierlichen Äußeren ein echter kleiner Arbeitshund steckt. Fremden gegenüber zeigt er sich meist neutral bis aufgeschlossen, gegenüber Ratten, Mäusen und anderen Kleintieren dagegen kompromisslos jagdlich motiviert. Im Alltag braucht der Norwich Terrier trotz seiner Größe regelmäßige Bewegung und geistige Beschäftigung, sonst sucht er sich selbst eine Aufgabe, meist zum Ärger der Möbel oder des Gartens. Das raue Drahthaar verlangt zwei bis drei Trimmtermine pro Jahr, damit die Struktur erhalten bleibt und kaum Haare in der Wohnung landen. Als kleiner Terrier neigt er zu wachem, gelegentlich ausdauerndem Bellen, konsequentes Training von Welpenalter an hilft dabei. Gesundheitlich lohnt sich vor dem Kauf ein genauer Blick auf die Zuchtlinie: Der Norwich Terrier gilt in Studien als überdurchschnittlich anfällig für einen portosystemischen Shunt (Leber-Kurzschluss) und für ein obstruktives Kehlkopf-Syndrom, das unabhängig von Kurzköpfigkeit auftritt und die Atmung erschweren kann. Auch grauer Star kommt gehäuft vor. Eine einzelne dominierende Todesursache ist in den verfügbaren Studien nicht ausgewiesen, wohl aber diese wiederkehrenden Gesundheitsthemen sowie eine erhöhte Kaiserschnittrate bei der Geburt. Gut passt der Norwich Terrier zu aktiven Menschen mit Sinn für Humor, die einen kleinen, aber keineswegs zerbrechlichen Charakterhund wollen und Fellpflege sowie Grundgehorsam ernst nehmen. Weniger geeignet ist er für reine Wohnungshaltung ohne Beschäftigung, für Haushalte mit ungesicherten Kleintieren und für alle, die einen ruhigen, leicht lenkbaren Sofahund suchen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Das raue Deckhaar braucht alle drei bis vier Monate professionelles Handstripping, sonst verliert es Struktur und Wetterfestigkeit. Kosten und Termine dafür solltest du fest einplanen.
  • Der ausgeprägte Jagdtrieb auf Kleintiere ist rassetypisch belegt: Freilauf in der Nähe von Wild nur mit sicherem Rückruf, und ein Zusammenleben mit Katzen oder Nagern braucht einen behutsamen, individuellen Test.
  • Frag beim Züchter gezielt nach Gesundheitschecks der Elterntiere zu portosystemischem Shunt und zum obstruktiven Kehlkopf-Syndrom, beides ist bei der Rasse überdurchschnittlich häufig dokumentiert.
  • Als kleiner, wacher Terrier neigt er zu Bellen bei Reizen von draußen. Konsequentes, frühes Training gegen Daueralarm zahlt sich vor allem in Mehrfamilienhäusern aus.
  • Studien zeigen bei der Rasse eine hohe Kaiserschnittrate und ein erhöhtes Risiko für Totgeburten. Für eigene Zuchtpläne bedeutet das besondere tierärztliche Begleitung.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Portosystemischer Shunt (Leber-Kurzschluss), in einer US-Studie mit rund 90.000 Hunden deutlich überdurchschnittlich häufig beim Norwich Terrier festgestellt.
  • Obstruktives Kehlkopf-Syndrom mit Fehlbildungen des Kehlkopfeingangs, das unabhängig von Kurzköpfigkeit auftritt und die Atmung beeinträchtigen kann.
  • Grauer Star (Katarakt), in retrospektiven Studien nordamerikanischer Kliniken überdurchschnittlich häufig bei der Rasse dokumentiert.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Norwich Terrier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen von 2017 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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