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Lele

Norwegischer Lundehund

Eigenwilliger Felskletterer mit besonderer Geschichte

auch bekannt als Lundehund, Norwegian Lundehund

klein (S)Norwegen
Cremefarbener Norwegischer Lundehund mit spitzen Ohren steht aufmerksam im Schnee.
Norwegischer Lundehund im Porträt
Norwegischer Lundehund steht mit heraushängender Zunge auf einem Felsen im Moos.
Norwegischer Lundehund unterwegsFoto: Andrva · CC BY-SA 3.0

Steckbrief

Größe
klein (S), 32 bis 38 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 6 bis 7 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Stockhaar, Dichtes, raues Deckhaar mit weicher Unterwolle, das saisonal stark wechselt. Regelmäßiges Bürsten im Fellwechsel hält die Haarmenge in der Wohnung im Rahmen, ansonsten reicht gelegentliches Bürsten.
Herkunft
Norwegen
Anerkennung
FCI-Gruppe 5 (Spitze und Urtypen), Standard Nr. 265

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Norwegischer Lundehund im Porträt

Der Norwegische Lundehund stammt von den schroffen Küsten und Fjordinseln Norwegens, wo er über Jahrhunderte zur Jagd auf Papageitaucher, norwegisch Lunde, eingesetzt wurde. Sein Körperbau ist auf diese Aufgabe zugeschnitten wie bei kaum einer anderen Rasse: mindestens sechs Zehen pro Pfote, ein Hals, der sich weit nach hinten biegen lässt, Ohren, die sich zum Verschluss falten lassen, und Vorderläufe mit außergewöhnlicher seitlicher Beweglichkeit erlaubten es ihm, senkrechte Felswände zu erklimmen und in enge Nistgänge einzudringen. Seit der Papageitaucher unter Schutz steht, übt kein Lundehund mehr diese ursprüngliche Aufgabe aus, das Erbe bleibt aber im ganzen Körperbau sichtbar. Der FCI Standard beschreibt das Wesen knapp als aufmerksam, energisch und lebhaft. In der Praxis zeigt sich das als neugieriger, wacher Hund, der Fremden eher zurückhaltend bis vorsichtig begegnet und in der Bindung an seine Bezugspersonen sensibel reagiert. Der jahrhundertelange Einsatz als eigenständig arbeitender Kletterer ohne ständige Führung durch den Menschen zeigt sich bis heute: Lundehunde denken gern selbst mit, lassen sich Kommandos nicht einfach abnehmen und brauchen viel Geduld und Konsequenz in der Erziehung. Im Alltag ist der Lundehund ein kleiner, drahtiger Kletterer und Beobachter mit spürbarem Bewegungsbedürfnis, der gern klettert, gräbt und die Umgebung meldet. Das dichte Stockhaar mit weicher Unterwolle wechselt saisonal stark, regelmäßiges Bürsten hilft im Fellwechsel. Die größte Besonderheit ist gesundheitlicher Natur: Ein erheblicher Teil der Rasse entwickelt das sogenannte Lundehund Syndrom, eine chronische Magen Darm Erkrankung mit Eiweißverlust, die laut einer Studie des norwegischen Zuchtverbands bei rund 30 Prozent der Todesfälle vor dem elften Lebensjahr eine Rolle spielt, hinzu kommen weitere 10 Prozent durch andere Magen Darm Erkrankungen. Interessenten sollten Züchter gezielt nach Vorsorge und Fütterungsempfehlungen fragen. Der Lundehund passt zu erfahrenen Halterinnen und Haltern, die einen eigenwilligen, kletterfreudigen Hund mit besonderer Geschichte suchen, sich auf ein anspruchsvolles Gesundheitsmanagement einlassen und Zeit für konsequentes, geduldiges Training mitbringen. Für Einsteiger, die einen unkomplizierten Familienhund oder einen leicht führigen Begleiter suchen, ist die Rasse eher nicht die richtige Wahl. Wegen der weltweit kleinen Population ist zudem Geduld bei der Welpensuche gefragt.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Lass Welpen und deren Elterntiere vor dem Kauf auf das Lundehund Syndrom untersuchen beziehungsweise nach Gesundheitschecks der letzten Würfe fragen: Die Erkrankung verursacht laut einer Studie des norwegischen Zuchtverbands rund 30 Prozent der Todesfälle vor dem elften Lebensjahr.
  • Plane wegen der Neigung zu Magen Darm Problemen von Anfang an eine fettarme, eiweißreiche Ernährung nach tierärztlicher Abstimmung ein, nicht erst wenn Symptome auftreten.
  • Rechne mit einem eigenständigen Kopf: Konsequentes, geduldiges Training über mehrere Monate und ein sicher eingezäunter, überkletter und untergrabsicherer Garten sind sinnvoll, da Lundehunde gern klettern und graben.
  • Wegen der weltweit kleinen Population, geschätzt rund 1500 Hunde im Jahr 2022, ist die Wartezeit bei seriösen Züchtern oft lang: Plane die Anschaffung nicht kurzfristig und frage aktiv nach Zuchtprogrammen zur genetischen Vielfalt.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Lundehund Syndrom (Protein-Loss-Enteropathie beziehungsweise Gastroenteropathie): chronische Magen Darm Erkrankung mit Eiweißverlust, Durchfall, Erbrechen und Gewichtsverlust, laut Zuchtverbandsstudie Hauptursache eines großen Teils der Todesfälle vor dem elften Lebensjahr, keine Heilung, nur diätetisches Management.
  • Erhöhtes Risiko für chronische Gastritis und Magentumoren im Zusammenhang mit dem Lundehund Syndrom.
  • Verringerte genetische Vielfalt durch mehrfache Fast-Ausrottung der Rasse (unter anderem Staupe-Ausbrüche), dokumentiert unter anderem als reduzierte Fruchtbarkeit, kleinere Wurfgrößen und eingeschränkte Spermienqualität.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Norwegischer Lundehund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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