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Lele

Norwegischer Elchhund schwarz

Furchtloser nordischer Jäger mit eigenem Kopf

auch bekannt als Schwarzer Elchhund, Norsk Elghund Sort, Black Norwegian Elkhound, Norsk Elghund Svart

mittelgroß (M)Norwegen

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 43 bis 49 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 16 bis 20 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Stockhaar, Dichtes, hartes Deckhaar mit weicher Unterwolle, zweimal im Jahr ausgeprägter Fellwechsel. In dieser Zeit hilft tägliches Bürsten, sonst reicht wöchentliche Pflege.
Herkunft
Norwegen
Anerkennung
FCI-Gruppe 5 (Spitze und Urtypen), Standard Nr. 268

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Norwegischer Elchhund schwarz im Porträt

Der Norwegische Elchhund schwarz ist ein eigenständiger Jagdhund aus dem Grenzgebiet zwischen Norwegen und Schweden, seit Mitte des 19. Jahrhunderts als eigene Rasse geführt und klar getrennt vom grauen Norwegischen Elchhund. Sein Job war und ist die Elchjagd: Er sucht und stellt das Wild, hält es mit Stimme auf Abstand, bis der Jäger nachkommt. Dieser Arbeitsauftrag steckt der Rasse bis heute in den Knochen. Der FCI-Standard beschreibt das Wesen als furchtlos, energisch und mutig, ein typischer, quadratisch gebauter Spitz mit wachem, eigenständigem Kopf. Der Jagdtrieb ist entsprechend sehr ausgeprägt und kaum wegzutrainieren, ebenso das Lautgeben, das für die Arbeit am Wild funktional wichtig war. Der Standard nennt gespannte, nervöse Kläffer zwar als Fehler, doch situatives Bellen und Melden gehören zum Rassecharakter dazu. Fremden gegenüber zeigt sich der Elchhund eher abwartend als überschwänglich, gegenüber seinen Menschen aber loyal und aufmerksam. Im Alltag braucht die Rasse mehrere Stunden echte Auslastung pro Tag, am liebsten mit Nasenarbeit, langen Runden im Gelände und einem verlässlich aufgebauten Rückruf, denn die Sichtjagd auf Wild lässt sich kaum vollständig unterdrücken. Das dichte Stockhaar mit wolliger Unterwolle ist wetterfest und pflegeleicht, verlangt aber während der beiden jährlichen Fellwechsel spürbar mehr Bürstzeit. In Deutschland ist der schwarze Elchhund praktisch unbekannt: Zuchtstätten gibt es kaum außerhalb Skandinaviens, Welpen sind rar und Wartezeiten oder ein Import aus Norwegen oder Schweden sind eher die Regel als die Ausnahme. Viele der wenigen Linien werden bewusst jagdlich geführt. Die Rasse passt zu erfahrenen, aktiven Haltern mit Jagdinteresse oder viel Zeit für intensive Beschäftigung, idealerweise mit Zugang zu weitläufigem, sicher eingezäuntem Gelände. Für Anfänger, reine Wohnungshaltung oder Haushalte mit Kleintieren ist sie dagegen selten die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Diese Rasse ist in Deutschland praktisch nicht zu finden. Realistisch sind mehrjährige Wartelisten oder ein Import aus Norwegen oder Schweden mit entsprechendem Aufwand und Kosten.
  • Der ausgeprägte Jagdtrieb verlangt täglich mehrere Stunden Auslastung und ein sicheres Rückruftraining, das am besten schon im Welpenalter mit einem erfahrenen Jagdhunde-Trainer beginnt.
  • Vor dem Kauf lohnt der Blick auf das Gesundheitsscreening der Elterntiere: Hüftdysplasie sowie erbliche Augen- und Nervenerkrankungen kommen in der kleinen Zuchtpopulation vor und sollten dokumentiert sein.
  • Wegen des dichten Doppelfells mit zwei jährlichen Fellwechseln lohnt sich ein fester Bürsttermin, in der Wechselzeit am besten mehrmals pro Woche.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftdysplasie: Zuchtprogramme in Norwegen screenen konsequent, ein Teil der Population bleibt dennoch betroffen
  • Erbliches Glaukom: in Zuchtlinien beschrieben, deshalb gezielte Augenuntersuchungen bei Zuchttieren üblich
  • Ataxie (erbliche neurologische Erkrankung): in der Rasse dokumentiert, genetische Tests werden in der Zucht eingesetzt

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Norwegischer Elchhund schwarz hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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