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Lele

Norfolk Terrier

Kleiner Teufelskerl mit robustem Körper und weichem Wesen

sehr klein (XS)Großbritannien
Norfolk Terrier im Profil, drahtiges rotbraunes Fell, hängende Ohren.
Norfolk Terrier im PorträtFoto: Franco Lautieri · CC BY 2.0
Norfolk Terrier im Nahporträt, buschiges Gesicht und aufmerksame dunkle Augen.
Norfolk Terrier im PorträtFoto: Nutak · CC BY-SA 3.0
Norfolk Terrier mit drahtigem rotbraunem Fell schaut zwischen großen grünen Blättern im Garten hervor.
Norfolk Terrier zu Hause

Steckbrief

Größe
sehr klein (XS), 25 bis 25 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 5 bis 7 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 48 Welpen
Fell
Rauhaar, Hart-drahtiges Fell, das von Hand getrimmt statt geschoren werden sollte, zwei bis drei Termine im Jahr erhalten Struktur und Wetterschutz.
Herkunft
Großbritannien
Anerkennung
FCI-Gruppe 3 (Terrier), Standard Nr. 272

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Norfolk Terrier im Porträt

Der Norfolk Terrier stammt aus der englischen Grafschaft Norfolk und wurde im späten 19. Jahrhundert von Farmern und Sportsleuten aus lokalen Terriern, kleinen irischen Terriertypen und den roten Rattenjägern der Roma in East Anglia gezüchtet. Ursprünglich bildete er mit dem Norwich Terrier eine gemeinsame Rasse, erst 1964 trennte der englische Kennel Club die Hängeohr-Varietät als eigenständigen Norfolk Terrier ab, die Stehohr-Linie blieb der Norwich Terrier. Der FCI-Standard beschreibt ihn als Teufelskerl für seine Größe, tiefgestellt, kompakt und mit starken Knochen für sein kleines Format, gezüchtet für die Fuchs-, Dachs- und Rattenjagd unter der Erde. Trotz dieser Arbeitsvergangenheit gilt der Norfolk als einer der umgänglicheren Terrier: liebenswürdig, nicht streitsüchtig, aufmerksam statt aggressiv. Er bellt tendenziell seltener als viele andere Terrier und kam historisch gut in der Meute mit Artgenossen zurecht, was ihn im Umgang mit anderen Hunden meist entspannter macht als manch anderen Erdhund. Der Jagdtrieb auf Kleintiere ist trotzdem tief verankert und bleibt lebenslang ein Thema, das Halter einplanen sollten. Im Alltag braucht er regelmäßige, aber keine extreme Auslastung, tägliche Spaziergänge kombiniert mit Kopfarbeit und kontrolliertem Buddeln oder Suchspielen passen gut zu seinem Naturell. Das drahtige Fell verlangt zwei bis drei Handtrimm-Termine im Jahr, wer nur schert, verliert Struktur und Wetterschutz des Fells. Gesundheitlich zählen laut aktuellen Untersuchungen Mitralklappenerkrankung, Kniescheibenluxation und flache, zu Dysplasie neigende Hüftpfannen zu den am besten dokumentierten Risiken der Rasse. Die Mitralklappenerkrankung ist bei kleinen Terrierrassen im höheren Alter eine der häufigsten Todesursachen und gehört deshalb offen angesprochen, nicht nur beiläufig erwähnt. Der Norfolk Terrier passt zu Menschen, die einen kleinen, robusten und geselligen Begleiter suchen, der trotz typischem Terrier-Dickkopf trainierbar bleibt und meist auch mit älteren, ruhigeren Kindern gut zurechtkommt. Wenig geeignet ist er für Halter, die einen reinen Schoßhund ohne Beschäftigung erwarten oder die keine Zeit für regelmäßiges Fellstripping und konsequentes Rückruftraining aufbringen wollen. Freilauf in der Nähe von Kleintieren bleibt wegen des Jagdtriebs ein Risiko, das realistisch eingeplant werden sollte.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Das drahtige Fell sollte zwei bis drei Mal jährlich per Handtrimmen statt Schur gepflegt werden, das erhält Struktur und Wetterfestigkeit, kostet aber Zeit oder einen Fachtermin beim Trimmer.
  • Wegen des ausgeprägten Jagdtriebs auf Kleintiere gehört ein sicher trainierter Rückruf und ein gesichertes Grundstück zur Grundausstattung, freier Auslauf in der Nähe von Wild oder Kleintieren ist riskant.
  • Vor dem Kauf lohnt die Nachfrage nach Herzuntersuchung der Mitralklappe und Patella-Check der Elterntiere, das sind die am besten belegten gesundheitlichen Risikofelder der Rasse.
  • Als früherer Meutehund kommt der Norfolk meist gut mit Artgenossen zurecht, sollte aber wegen der Kleintierschärfe schrittweise und kontrolliert an Katzen im Haushalt gewöhnt werden.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Mitralklappenerkrankung, im höheren Alter eine der häufigsten Todesursachen bei kleinen Terrierrassen
  • Kniescheibenluxation (Patellaluxation)
  • Hüftdysplasie durch tendenziell flache Hüftpfannen
  • Zahnfehlstellungen (Vor- oder Rückbiss)

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Norfolk Terrier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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