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Lele

Neufundländer

Sanfter Riese mit Wasserliebe

auch bekannt als Neufi, Newfoundland

sehr groß (XL)Kanada
Schwarzer Neufundländer sitzt hechelnd im Wohnzimmer und schaut freundlich in die Kamera.
Neufundländer zu Hause

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 66 bis 71 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 54 bis 68 kg
Lebenserwartung
typisch 9 bis 10 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 176 Welpen
Fell
Stockhaar mit dichter Unterwolle, Wasserabweisendes Doppelfell: mehrmals pro Woche gründlich bürsten, im Fellwechsel täglich. Trimmen und Scheren empfiehlt der Standard nicht.
Herkunft
Kanada

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
eher ruhig (2 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
sehr gut geeignet für Familien mit Kindern (5 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5)
Jagdtrieb
kaum Jagdtrieb (1 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Neufundländer im Porträt

Der Neufundländer stammt von der rauen Atlantikinsel Neufundland vor der Küste Kanadas. Dort arbeitete er über Jahrhunderte an der Seite von Fischern: Er zog schwere Netze und Lasten, sprang ins eiskalte Wasser und holte Menschen wie Ausrüstung zurück an Land. Der FCI-Standard führt ihn bis heute als Schlittenhund für schwere Lasten und als Wasserhund. Dieses Erbe spürst du im Alltag sofort: Kaum eine Rasse liebt Wasser so sehr, und Zwischenzehenhäute und das wasserabweisende Fell machen ihn zu einem beeindruckenden Schwimmer. Sein Wesen beschreibt der Standard mit Wohlwollen und Milde, und genau so zeigt er sich meist: gelassen, geduldig und freundlich, auch gegenüber Fremden und anderen Tieren. Aggression oder Scheu gelten im Standard als schwere Fehler. Gleichzeitig ist er kein Befehlsempfänger: Er denkt mit, trifft gern eigene Entscheidungen und braucht in der Erziehung Ruhe, Konsequenz und Geduld statt Druck. Was er als Junghund lernt, zahlt sich später aus, denn ein unerzogener Hund mit über 60 Kilo an der Leine überfordert schnell jeden Menschen. Im Alltag ist der Neufundländer eher gemütlich unterwegs. Er braucht regelmäßige, moderate Bewegung, ausgedehnte Spaziergänge und, wann immer möglich, Schwimmen als gelenkschonende Auslastung. Hitze macht ihm mit seinem dichten Doppelfell deutlich zu schaffen, im Sommer verlegst du Aktivitäten besser in die kühlen Morgen- und Abendstunden. Das Stockhaar mit dichter Unterwolle will mehrmals pro Woche gründlich gebürstet werden, im Fellwechsel täglich. Dazu kommen reichlich Sabber, Haare in der ganzen Wohnung und spürbare Kosten für Futter, Tierarzt und Zubehör im XL-Format. Der Neufundländer passt zu Menschen mit Platz, idealerweise mit ebenerdigem Zugang und Garten, die einen ruhigen, anhänglichen Familienhund suchen und mit Fellpflege, Sabber und den laufenden Kosten einer Riesenrasse leben können. Er passt ausdrücklich nicht zu dir, wenn du in einer kleinen Etagenwohnung lebst, einen sportlichen Begleiter zum Joggen suchst oder Wert auf ein makellos sauberes Zuhause legst. Auch die im Schnitt eher kurze Lebenserwartung einer so großen Rasse und die rassetypischen Herz- und Gelenkthemen solltest du vor der Anschaffung ehrlich bedenken und gezielt beim Züchter oder Tierschutzverein nachfragen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane das Format realistisch ein: Ein ausgewachsener Rüde wiegt um die 68 kg. Futter, Versicherung, Medikamente nach Körpergewicht und ein Auto, in das der Hund bequem einsteigen kann, machen die Haltung deutlich teurer als bei einem mittelgroßen Hund.
  • Frag beim Züchter gezielt nach der Herzuntersuchung der Elterntiere (Subaortenstenose und dilatative Kardiomyopathie per Herzultraschall), nach HD- und ED-Röntgen sowie nach dem Gentest auf Zystinurie.
  • Rechne mit zwei bis drei Bürst-Einheiten von je 20 bis 30 Minuten pro Woche, im Fellwechsel täglich. Trimmen und Scheren empfiehlt der Rassestandard nicht.
  • Schone in der Wachstumsphase bis etwa zwei Jahre die Gelenke: Treppen, Sprünge und lange Strecken begrenzen. Übe dafür früh und positiv Leinenführigkeit, solange der Hund noch nicht sein Endgewicht erreicht hat.
  • Verlege Aktivitäten im Sommer in die Morgen- und Abendstunden und biete Schattenplätze an, denn das dichte Doppelfell macht die Rasse hitzeempfindlich. Schwimmen ist die ideale, gelenkschonende Auslastung.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Subaortenstenose (angeborene Verengung unterhalb der Aortenklappe): rassetypische Herzerkrankung, die oft schon bei Junghunden auffällt; Herzultraschall bei Zuchttieren ist wichtig.
  • Dilatative Kardiomyopathie (DCM): fortschreitende Herzmuskelschwäche, die in der Rasse überdurchschnittlich häufig dokumentiert ist.
  • Hüftgelenks- und Ellbogendysplasie: wie bei vielen großen, schweren Rassen ein Risikofaktor; Röntgen-Screening der Elterntiere ist bei seriösen Züchtern üblich.
  • Zystinurie: erbliche Stoffwechselstörung, die die Bildung von Harnsteinen begünstigt; ein Gentest ist verfügbar.
  • Magendrehung (Gastric Dilatation-Volvulus): erhöhtes Risiko durch den großen, tiefen Brustkorb; mehrere kleine Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen senken das Risiko.
  • Lidfehlstellungen wie Ektropium sowie Grauer Star kommen gehäuft vor.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Neufundländer hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen von 2015 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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