Mittelasiatischer Schäferhund
Selbstständiger Herdenschützer, kein Anfängerhund
auch bekannt als CAS, Sredneasiatskaïa Ovtcharka, Alabai
Regionale Haltungsregeln
Prüfe vor der Anschaffung die Regeln an deinem Wohnort.
Steckbrief
- Größe
- sehr groß (XL), 65 bis 78 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 40 bis 79 kg
- Lebenserwartung
- typisch 10 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
- Fell
- Stockhaar
- Herkunft
- Russland
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 2 (Pinscher, Schnauzer, Molosser), Standard Nr. 335
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- eher ruhig (2 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
- Trainierbarkeit
- sehr eigenständig, schwer zu trainieren (1 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5)
- Bellfreude
- bellt häufig (4 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart stark (4 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- sehr zurückhaltend gegenüber Fremden (1 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- bedingt geeignet für Familien (2 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)
Der Charakter: Mittelasiatischer Schäferhund im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Bewegungspensum realistisch einplanen: mehrere Stunden täglich mit Zugang zu einem sicher eingezäunten Grundstück: Aus einer reinen Stadtwohnung heraus wird die Haltung sehr schwierig.
- Alleinbleiben ist der Rasse als eigenständig arbeitendem Herdenschutzhund grundsätzlich nicht fremd, ersetzt aber keine artgerechte Haltung ohne Rückzugsmöglichkeit im Freien und ohne feste Bezugsperson.
- Zweimal jährlicher Fellwechsel mit deutlichem Haarausfall: regelmäßiges Bürsten und Toleranz für Tierhaare im Haushalt einplanen; die Fellpflege selbst bleibt unkompliziert (kein Trimmen/Scheren nötig).
- Massiger Körperbau (laut FCI-Standard Rüden mindestens 70 cm/50 kg) bedeutet spürbar höhere laufende Kosten bei Futter, Tierarzt, Ausstattung und Transport als bei mittelgroßen Rassen.
- Im Schweizer Kanton Tessin als bewilligungspflichtige Rasse gelistet; in deutschen Bundesländern aktuell nicht als eigener Listenhund geführt: Haltungsauflagen der Wohngemeinde und Versicherungsfragen vor Anschaffung trotzdem prüfen.
- Ausgeprägter Territorial- und Schutztrieb macht frühe, konsequente Sozialisierung mit Besuchern, fremden Hunden und Alltagssituationen wichtig, um übertriebene Abwehrreaktionen im Erwachsenenalter zu vermeiden.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Neigung zu Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED), wie bei den meisten großwüchsigen, schnell wachsenden Rassen: Zuchttiere sollten vor dem Einsatz auf beides untersucht sein.
- Erhöhtes Risiko für Magendrehung (GDV) aufgrund des tiefen, langen Brustkorbs, den der FCI-Standard für die Rasse vorschreibt: mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen Portion und Ruhe nach dem Fressen gelten als risikomindernd.
- Als robuste Landrasse mit breiter genetischer Basis und wenig Zucht auf Show-Extreme gilt sie im Vergleich zu stark auf Ausstellungslinien selektierten Rassen als vergleichsweise wenig belastet, belastbare, rasseweite Gesundheitsstudien für Europa sind für diese seltene Rasse aber kaum vorhanden.
- Traditionell kupierte Ohren und Rute sind im Herkunftsgebiet weiterhin verbreitet, in Deutschland und Österreich aber gesetzlich verboten: bei Hunden aus dem Ausland auf natürliche, unkupierte Ohren und Rute achten.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Mittelasiatischer Schäferhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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