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Lele

Mastino Napoletano

Ruhiger Koloss, wachsam für seine Familie

auch bekannt als Mastino, Neo, Neapolitanischer Mastiff, Neapolitan Mastiff

sehr groß (XL)Italien
Mastino Napoletano mit gestromtem Fell steht hechelnd auf einer sonnigen Wiese.
Mastino Napoletano unterwegsFoto: Bramans · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 60 bis 75 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 50 bis 70 kg
Lebenserwartung
typisch 8 bis 10 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 19 Welpen
Fell
Kurzhaar
Herkunft
Italien

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
eher ruhig (2 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5, Tendenzwert)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Mastino Napoletano im Porträt

Der Mastino Napoletano gilt als direkter Nachfahre der schweren römischen Molosserhunde, die schon Columella im ersten Jahrhundert nach Christus beschrieb und die mit den Legionen durch Europa zogen. Über Jahrhunderte hat er sich in den ländlichen Gegenden rund um den Vesuv und Neapel als Wächter von Gehöften gehalten, bevor 1947 eine Gruppe italienischer Kynologen die gezielte Zuchtauswahl wieder aufnahm. Bis heute ist er in erster Linie ein Wach- und Schutzhund, kein Sport- oder unbeschwerter Begleithund im klassischen Sinn. Im Wesen zeigt sich der Mastino meist ruhig, bedächtig und eng an seine Bezugspersonen gebunden, fast schon gemächlich in seinen Bewegungen, wie es der FCI-Standard mit dem Vergleich zum Gang eines Bären beschreibt. Fremden gegenüber neigt er eher zu Zurückhaltung und aufmerksamer Beobachtung als zu spontaner Kontaktfreude; sein ausgeprägter Wach- und Schutztrieb gehört zum Rassebild und lässt sich nicht wegerziehen, wohl aber durch frühe, konsequente Sozialisierung in kontrollierte Bahnen lenken. Innerhalb der Familie gilt er häufig als geduldig, auch Kindern gegenüber, vorausgesetzt, er wurde von klein auf an unterschiedliche Menschen, Orte und Situationen gewöhnt. Der Alltag mit einem Mastino verlangt Erfahrung: Er lernt Grundgehorsam meist zügig, kann sich bei der Umsetzung aber eigensinnig zeigen, was ihn für unerfahrene Hundehalter eher ungeeignet macht. Bewegung braucht er in moderatem, aber regelmäßigem Umfang, ausgedehnte Spaziergänge statt Hochleistungssport oder Dauerlauf. Sein kurzes Fell ist pflegeleicht, doch die namensgebenden Hautfalten am Kopf und die Wamme am Hals müssen regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden, um Reizungen vorzubeugen. Als sehr große, schwere Rasse bringt er zudem spürbar höhere Futter- und Tierarztkosten sowie eine tendenziell kürzere Lebenserwartung mit, wie sie bei vielen Riesenrassen üblich ist. Gut passt die Rasse zu Haltern mit ausreichend Platz, Zeit für konsequente Erziehung und der Bereitschaft, sich mit einem eigenwilligen, aber loyalen Begleiter auseinanderzusetzen. Wer dagegen einen unkomplizierten Anfängerhund, einen sportlichen Dauerläufer oder einen uneingeschränkt kontaktfreudigen Begleiter für belebte öffentliche Orte sucht, findet im Mastino Napoletano eher nicht die passende Rasse.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungspensum realistisch einplanen: mehrere ausgedehnte Spaziergänge täglich (grob 2 bis 3 Stunden insgesamt), aber kein Lauf- oder Leistungssport für die Gelenke.
  • Alleinbleiben ist keine Stärke der Rasse: Der Mastino hängt stark an seinen Bezugspersonen; längere, regelmäßige Abwesenheiten sollten behutsam und schrittweise aufgebaut werden.
  • Die Pflege der Kopf- und Halsfalten (Wamme) gehört zur täglichen Routine; ohne regelmäßige Reinigung und Kontrolle drohen Hautreizungen und Entzündungen.
  • Futter-, Tierarzt- und Versicherungskosten liegen aufgrund von Körpergröße und -gewicht spürbar über dem Durchschnitt.
  • In mehreren Bundesländern/Kantonen gelistet: Haltungsauflagen vor Anschaffung bei der zuständigen Behörde prüfen.
  • Frühe, konsequente Sozialisierung und eine erfahrene Hundeschule sind angesichts des ausgeprägten Wach- und Schutztriebs eher Pflicht als Kür.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüft- und Ellenbogendysplasie (HD/ED), wie bei vielen großen, schweren Rassen häufiger dokumentiert
  • Hautfaltendermatitis (Intertrigo) durch die ausgeprägten Kopf- und Halsfalten
  • Ektropium/Entropium der Augenlider sowie Nickhautdrüsenvorfall („Kirschauge“), obwohl im FCI-Standard als disqualifizierender Fehler geführt
  • Magendrehung (Gastrale Dilatation-Volvulus) als akut lebensbedrohliches Risiko bei tiefer Brust und großem Körpervolumen
  • Tendenziell kürzere Lebenserwartung mit großer Bandbreite je nach Zuchtqualität, wie bei vielen Riesenrassen üblich

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Mastino Napoletano hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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