Mastiff
Sanfter Riese mit ruhigem Wachtrieb
auch bekannt als Old English Mastiff, English Mastiff

Regionale Haltungsregeln
Prüfe vor der Anschaffung die Regeln an deinem Wohnort.
Steckbrief
- Größe
- sehr groß (XL), 70 bis 90 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 54 bis 104 kg
- Lebenserwartung
- typisch 6 bis 10 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 48 Welpen
- Fell
- Kurzhaar, Kurzes, dicht anliegendes Fell mit wöchentlichem Bürsten pflegeleicht, dafür verlangen Halsfalten und die feuchten Lefzen regelmäßige Kontrolle.
- Herkunft
- Großbritannien
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 2 (Pinscher, Schnauzer, Molosser), Standard Nr. 264
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- sehr ruhig, geringe Energie (1 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht mäßig Bewegung (2 von 5)
- Trainierbarkeit
- trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- gut geeignet für Familien (4 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)
Der Charakter: Mastiff im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Bewegungspensum von insgesamt etwa 45 bis 75 Minuten am Tag in mehreren ruhigen Etappen einplanen, im Wachstum bis zum Alter von rund 18 bis 24 Monaten Sprünge, Treppen und lange Läufe auf hartem Untergrund meiden, um die tragenden Gelenke zu schonen.
- Tierarztkosten realistisch kalkulieren: HD-Röntgen der Eltern verlangen, Herzuntersuchungen einplanen und ein finanzielles Polster für die im Vergleich zu kleineren Rassen höhere Krebsrate im Alter zurücklegen.
- Als sehr menschenbezogener Wachhund verträgt der Mastiff längeres Alleinbleiben eher schlecht, mehr als drei bis vier Stunden am Stück ohne Bezugsperson sollten die Ausnahme bleiben.
- Konsequentes, ruhiges Grundtraining und früher Kontakt zu anderen Hunden und Alltagssituationen sind wegen der Körperkraft und des Wachtriebs wichtiger als bei kleineren Rassen, ein Anfängerhund ist der Mastiff deshalb selten.
- Wohnraum und Einrichtung auf ein sehr großes, schweres Tier auslegen (breite Türen, rutschfeste Böden, stabiler Schlafplatz) und vor der Anschaffung die kantonale beziehungsweise landesrechtliche Regelung für große, kraftvolle Hunderassen prüfen.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Erhöhte Prävalenz von Hüftgelenks- und Ellbogendysplasie bei diesem sehr schweren, schnellwachsenden Riesenhund.
- Überdurchschnittlich hohe Rate an Krebserkrankungen, insbesondere Osteosarkom, Lymphom und Hämangiosarkom, gelten laut mehreren tiermedizinischen Quellen als eine der häufigsten Todesursachen der Rasse.
- Risiko für Magendrehung (Magenerweiterung-Volvulus), wie bei vielen tiefbrüstigen Riesenrassen ein akuter Notfall, der schnelles tierärztliches Handeln erfordert.
- Erhöhte Neigung zu Augenlidfehlstellungen (Entropium/Ektropium) sowie zu Herzerkrankungen, weshalb seriöse Zuchtstätten Augen- und Herzuntersuchungen der Elterntiere vorlegen sollten.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Mastiff hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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