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Lele

Mastiff

Sanfter Riese mit ruhigem Wachtrieb

auch bekannt als Old English Mastiff, English Mastiff

sehr groß (XL)Großbritannien
Kopfporträt eines Mastiffs mit dunkler Maske vor schwarzem Hintergrund.
Mastiff im PorträtFoto: Ettore Balocchi · CC BY 2.0
Mastiff steht mit heraushängender Zunge in einem Waldstück, der massige Körperbau gut erkennbar.
Mastiff unterwegs
Mastiff liegt entspannt im Gras, die massige Statur und die dunkle Gesichtsmaske gut sichtbar.
Mastiff zu Hause

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 70 bis 90 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 54 bis 104 kg
Lebenserwartung
typisch 6 bis 10 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 48 Welpen
Fell
Kurzhaar, Kurzes, dicht anliegendes Fell mit wöchentlichem Bürsten pflegeleicht, dafür verlangen Halsfalten und die feuchten Lefzen regelmäßige Kontrolle.
Herkunft
Großbritannien

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
sehr ruhig, geringe Energie (1 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht mäßig Bewegung (2 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Mastiff im Porträt

Der Mastiff zählt zu den ältesten britischen Hunderassen und war schon vor der Schlacht von Agincourt im frühen 15. Jahrhundert für seinen Mut und seinen Beschützerinstinkt bekannt. Als Wach, Kriegs und später auch als Jagdhund für Großwild eingesetzt, geriet die Rasse nach dem Zweiten Weltkrieg in Großbritannien fast in Vergessenheit und wurde erst durch gezielte Importe wieder aufgebaut. Von diesem Erbe ist bis heute vor allem die enorme Statur geblieben: ein extrem großer, breiter und schwerer Hund mit mächtigem, quadratischem Kopf. Im Wesen beschreibt der FCI-Standard eine Kombination aus Erhabenheit und Mut: ruhig, liebevoll zu den eigenen Menschen, aber fähig, sie im Ernstfall zu beschützen. Fremden gegenüber verhält sich der Mastiff meist gleichgültig und abwartend, nicht überschwänglich, aber auch nicht ängstlich oder aggressiv, Ängstlichkeit gilt laut Standard sogar als disqualifizierender Fehler. Trotz seiner Größe ist er kein Kläffer und setzt seine Präsenz eher durch schiere Masse als durch Lautstärke ein. Im Training braucht er von klein auf konsequente, ruhige Führung, sonst nutzt der eigenwillige Riese seine Kraft schnell nach eigenem Ermessen. Der Bewegungsbedarf ist für einen so großen Hund überschaubar, mehrere ruhige Spaziergänge reichen meist aus, gerade im Wachstum sollten Sprünge und lange Strecken auf hartem Untergrund aber vermieden werden, um die Gelenke zu schonen. Das kurze Fell ist pflegeleicht, dafür gehören Sabbern und feuchte Lefzen zum Alltag, und die Halsfalten wollen regelmäßig kontrolliert werden. Wie viele Riesenrassen hat der Mastiff mit sechs bis zehn Jahren eine vergleichsweise kurze Lebenserwartung, Krebserkrankungen zählen bei ihm zu den häufigsten Todesursachen. Geeignet ist der Mastiff für erfahrene Halter mit Platz, stabilem Rücken und Geduld für ruhige, konsequente Erziehung, die sich bewusst auf die gesundheitlichen und finanziellen Besonderheiten einer Riesenrasse einlassen. Für Ersthundehalter, kleine Wohnungen ohne Auslauf oder Familien, die einen unkomplizierten, leichtführigen Begleiter suchen, ist er dagegen keine gute Wahl. Vor der Anschaffung lohnt sich außerdem ein Blick in die jeweilige Landeshundeverordnung, da einige Kantone und Bundesländer große, kraftvolle Hunderassen gesondert regeln. Erwachsene, ausgelastete Mastiffs gelten als gelassen und wenig anhänglich fixiert, sie kommen mit einigen Stunden Alleinsein meist gut zurecht.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungspensum von insgesamt etwa 45 bis 75 Minuten am Tag in mehreren ruhigen Etappen einplanen, im Wachstum bis zum Alter von rund 18 bis 24 Monaten Sprünge, Treppen und lange Läufe auf hartem Untergrund meiden, um die tragenden Gelenke zu schonen.
  • Tierarztkosten realistisch kalkulieren: HD-Röntgen der Eltern verlangen, Herzuntersuchungen einplanen und ein finanzielles Polster für die im Vergleich zu kleineren Rassen höhere Krebsrate im Alter zurücklegen.
  • Als sehr menschenbezogener Wachhund verträgt der Mastiff längeres Alleinbleiben eher schlecht, mehr als drei bis vier Stunden am Stück ohne Bezugsperson sollten die Ausnahme bleiben.
  • Konsequentes, ruhiges Grundtraining und früher Kontakt zu anderen Hunden und Alltagssituationen sind wegen der Körperkraft und des Wachtriebs wichtiger als bei kleineren Rassen, ein Anfängerhund ist der Mastiff deshalb selten.
  • Wohnraum und Einrichtung auf ein sehr großes, schweres Tier auslegen (breite Türen, rutschfeste Böden, stabiler Schlafplatz) und vor der Anschaffung die kantonale beziehungsweise landesrechtliche Regelung für große, kraftvolle Hunderassen prüfen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Erhöhte Prävalenz von Hüftgelenks- und Ellbogendysplasie bei diesem sehr schweren, schnellwachsenden Riesenhund.
  • Überdurchschnittlich hohe Rate an Krebserkrankungen, insbesondere Osteosarkom, Lymphom und Hämangiosarkom, gelten laut mehreren tiermedizinischen Quellen als eine der häufigsten Todesursachen der Rasse.
  • Risiko für Magendrehung (Magenerweiterung-Volvulus), wie bei vielen tiefbrüstigen Riesenrassen ein akuter Notfall, der schnelles tierärztliches Handeln erfordert.
  • Erhöhte Neigung zu Augenlidfehlstellungen (Entropium/Ektropium) sowie zu Herzerkrankungen, weshalb seriöse Zuchtstätten Augen- und Herzuntersuchungen der Elterntiere vorlegen sollten.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Mastiff hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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