Zum Inhalt springen
Lele

Manchester Terrier

Eleganter Wachhund mit Rattenfaenger Vergangenheit

auch bekannt als Gentleman's Terrier

klein (S)Grossbritannien
Manchester Terrier steht aufmerksam im herbstlichen Laub, schwarzes Fell mit lohfarbenen Abzeichen.
Manchester Terrier unterwegsFoto: Juhrek · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
klein (S), 38 bis 41 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 5 bis 10 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 36 Welpen
Fell
Kurzhaar, Das dicht anliegende, glatte Fell braucht nur gelegentliches Abbürsten und kein Trimmen, dafür regelmässige Pflege der wenig geschützten, dünnen Haut bei Kälte.
Herkunft
Grossbritannien
Anerkennung
FCI-Gruppe 3 (Terrier), Standard Nr. 71

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5)
Pflegeaufwand
minimaler Pflegeaufwand (1 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Manchester Terrier im Porträt

Der Manchester Terrier stammt aus dem England des 19. Jahrhunderts, wo er in den Fabrikstädten als Rattenfänger gezüchtet wurde: eine Kreuzung aus dem inzwischen verschwundenen Black and Tan Terrier und dem Whippet gab ihm sein charakteristisch schlankes, hochläufiges Gebäude. Der FCI-Standard beschreibt ihn als kompakt, elegant, gesund und leistungsfähig, mit gutem Substanzeindruck trotz feiner Linien. In der viktorianischen Zeit brachte ihm sein würdevolles Auftreten den Beinamen Gentleman's Terrier ein. Charakterlich gilt er als eifrig, wachsam, fröhlich und arbeitsfreudig, dazu scharfsinnig und seinen Menschen ergeben. Das macht ihn zu einem aufmerksamen, oft recht lautstarken Melder, der Fremden erst einmal reserviert begegnet. Sein ursprünglicher Arbeitsauftrag wirkt bis heute nach: Der Jagd und Beutetrieb auf Kleintiere ist ausgeprägt, weshalb Katzen, Nager oder Kaninchen im selben Haushalt nur mit sehr sorgfältiger, früher Gewöhnung eine Chance haben, ohne Garantie. Im Alltag ist der Manchester Terrier pflegeleicht: Das kurze, glänzende Fell braucht kaum mehr als gelegentliches Abbürsten, dafür ist er bei nasskaltem Wetter dank dünner Haut und wenig Unterwolle eher kälteempfindlich und freut sich über einen Mantel. Bewegung sollte er regelmässig und mit Kopfarbeit kombiniert bekommen, sonst wird aus dem wachen Terrier schnell ein bellfreudiger Unruhestifter. Gesundheitlich gilt die Rasse als robust, es gibt aber zwei bekannte erblich bedingte Themen: eine primäre Linsenluxation, die zu sekundärem Glaukom führen kann, und die von-Willebrand-Krankheit als Blutgerinnungsstörung. Beides lässt sich per DNA-Test vor der Zucht ausschliessen. Laut einer britischen Kennel-Club-Erhebung erreichen viele Tiere ein hohes Alter und sterben mehrheitlich schlicht an Altersschwäche, was für eine insgesamt gesunde Rasse spricht. Gut passt der Manchester Terrier zu erfahreneren Halterinnen und Haltern, die einen wachen, eleganten Begleiter mit Terrier-Temperament suchen und konsequent, aber liebevoll führen. Für Haushalte mit Kleintieren, für sehr ruhige Wohnsituationen ohne Beschäftigung oder für Menschen, die auf Anhieb einen fügsamen Anfängerhund erwarten, ist er dagegen eher nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Wegen des historischen Rattenfänger und Beutetriebs ist Vergesellschaftung mit Katzen, Kaninchen oder Nagern nur mit sehr früher, engmaschig begleiteter Gewöhnung sinnvoll, ohne Erfolgsgarantie.
  • Vor Kauf oder Zucht auf DNA-Tests für primäre Linsenluxation (PLL) und von-Willebrand-Krankheit beim Zuchttier oder dessen Eltern bestehen, beide Erkrankungen sind genetisch testbar.
  • Zwei Auslaufeinheiten von je 30 bis 45 Minuten mit Nasenarbeit oder kleinen Suchspielen kombinieren, sonst kippt die wache Terrier-Energie schnell in Bellen oder Buddeln.
  • Der Manchester Terrier ist in Grossbritannien als gefährdete einheimische Rasse mit wenigen hundert Welpen pro Jahr eingestuft, seriöse Zuchtstätten im deutschsprachigen Raum sind dünn gesät und Wartezeiten realistisch einzuplanen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Primäre Linsenluxation mit möglichem sekundärem Glaukom, behandelbar meist nur durch operative Entfernung der Linse.
  • Von-Willebrand-Krankheit (autosomal rezessive Blutgerinnungsstörung) mit erhöhter Neigung zu Nasen- und Zahnfleischbluten, per DNA-Test vor der Zucht ausschliessbar.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Manchester Terrier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

Ähnliche Rassen entdecken

Passt Manchester Terrier zu dir?

Finde in drei Minuten heraus, ob diese Rasse zu deinem Alltag passt: ehrlich, kostenlos und ohne Anmeldung.