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Lele

Mallorca-Dogge

Ruhiger Wächter mit fester Hand und klarer Linie

auch bekannt als Ca de Bou, Perro Dogo Mallorquin, Perro de Presa Mallorquin

groß (L)Spanien
Mallorca-Dogge mit hellbraunem Fell spielt fröhlich mit einem roten Ball im Garten.
Mallorca-Dogge unterwegsFoto: Animaisa · CC BY-SA 3.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 52 bis 58 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 30 bis 38 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 2 Welpen
Fell
Kurzhaar, rau im Griff, Kurzes, raues Haar ist pflegeleicht, gelegentliches Bürsten reicht meist aus.
Herkunft
Spanien

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
minimaler Pflegeaufwand (1 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Mallorca-Dogge im Porträt

Die Mallorca-Dogge, im Ursprungsland Ca de Bou genannt, stammt von den Balearen und begleitete schon im 13. Jahrhundert Seefahrer als Wach- und Schutzhund gegen Piraten. Im 18. Jahrhundert kreuzten englische Siedler auf Mallorca und Menorca ihre eigenen Kampfhunde mit der einheimischen Dogge, weil damals Stier und Hundekämpfe volkstümlich waren. Aus dieser Zeit stammt der Name Stierhund. Nach dem Verbot solcher Kämpfe wäre die Rasse fast verschwunden, spanische Festlandzüchter retteten sie über den Ausstellungsring, seit 1963 ist sie von der FCI anerkannt. Bis heute ist der Ausstellungstyp deutlich ruhiger als seine kämpferischen Vorfahren. Der FCI-Standard beschreibt einen Hund mit ruhiger Charaktergrundlage, der mutig auftreten kann, seinem Menschen anhänglich und treu ist und Fremden gegenüber unbestechlich, also reserviert bis wachsam begegnet. Als Wach- und Schutzhund gilt er im Standard als unübertrefflich, entsprechend ausgeprägt ist der Wachtrieb. Das macht ihn zu einem Hund, der viel Sozialisierung, klare, konsequente Führung und Erfahrung im Umgang mit kraftvollen Molossern braucht, für Anfänger ist er deshalb nicht geeignet. Im Alltag ist die Fellpflege dank des kurzen, rauen Haars minimal, dafür verlangt der muskulöse, tiefbrüstige Körperbau regelmäßige, aber keine sportliche Auslastung, eher ausdauerndes Spazierengehen und Kopfarbeit statt Highspeed-Programm. Wegen der tiefen Brust und des kompakten Rumpfes gilt wie bei vielen großen, tiefbrüstigen Rassen ein erhöhtes Magendrehungsrisiko, ruhige Fütterung und Ruhe nach dem Fressen sind sinnvoll. Zur Gesundheit selbst liegen kaum belastbare rassespezifische Studien vor, aus dem Körperbau lassen sich Hüftgelenksprobleme und Lidfehlstellungen durch die eher lose Kopfhaut als Tendenz ableiten. In Deutschland ist die Mallorca-Dogge extrem selten, seriöse Zuchtstätten sind rar, wer sich für die Rasse entscheidet, muss mit langen Wartezeiten oder einem Import aus Spanien rechnen. Wegen ihrer Molosser-Statur und Kampfhundgeschichte lohnt sich vor der Anschaffung ein Blick in die jeweilige Landeshundeverordnung, die Einstufung unterscheidet sich je Bundesland. Die Rasse passt zu erfahrenen, konsequenten Haltern mit Bezug zu großen Wach- und Schutzhunden, nicht zu Erstlingshaltern oder Familien, die einen unkomplizierten Kuschelhund suchen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Nur für Halter mit Vorerfahrung bei kraftvollen Wach- und Schutzhundrassen geeignet, konsequente, gewaltfreie Führung ist Pflicht.
  • Frühe und breite Sozialisierung mit fremden Menschen und Hunden ist wegen der ausgeprägten Reserviertheit gegenüber Fremden zentral.
  • Vor der Anschaffung die Landeshundeverordnung des eigenen Bundeslands prüfen, Einstufung und Auflagen für große Molosser unterscheiden sich regional.
  • Wegen der tiefen Brust auf ruhige Fütterung achten, keine intensive Bewegung direkt nach dem Fressen wegen Magendrehungsrisiko.
  • Als sehr seltene Rasse in Deutschland mit langen Wartelisten oder Import aus Spanien rechnen, Zuchtstätte sorgfältig auf Gesundheitschecks der Elterntiere prüfen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Erhöhtes Magendrehungsrisiko durch die tiefe, zylindrische Brust, wie bei vielen großen, tiefbrüstigen Rassen (Tendenzaussage aus dem Körperbau, keine belegte Rassestatistik).
  • Hüftgelenksprobleme sind bei großen, schweren Molossern generell häufiger, rassespezifische Zahlen für die Mallorca-Dogge liegen nicht vor.
  • Die vom Standard erlaubte leichte Wamme und die tief eingesetzten Augen können Lidfehlstellungen begünstigen, auch das als Tendenz aus dem Körperbau, nicht als belegter Rassebefund.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Mallorca-Dogge hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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