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Lele

Leonberger

Sanfter Löwe mit Familiensinn

auch bekannt als Leo

sehr groß (XL)Deutschland
Leonberger mit nassem Fell steht in einem flachen Fluss und schaut aufmerksam zur Seite
Leonberger unterwegs

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 65 bis 80 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 45 bis 77 kg
Lebenserwartung
typisch 7 bis 9 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 265 Welpen
Fell
Langes Stockhaar, Üppiges, langes Fell mit dichter Unterwolle und Mähne: mehrmals pro Woche bürsten, im Fellwechsel täglich.
Herkunft
Deutschland

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
sehr gut geeignet für Familien mit Kindern (5 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Leonberger im Porträt

Der Leonberger ist eine Wappentier-Geschichte: Ab Ende der 1830er Jahre kreuzte Heinrich Essig, Stadtrat in Leonberg bei Stuttgart, eine schwarzweiße Neufundländer-Hündin mit einem Barry-Rüden aus dem Klosterhospiz Großer St. Bernhard, später kam ein Pyrenäen-Berghund dazu. Sein Ziel war ein Hund, der dem Löwen im Stadtwappen ähnelt. Die ersten Leonberger wurden 1846 geboren, Ende des 19. Jahrhunderts bewährten sie sich in Baden-Württemberg als Wach- und Bauernhunde, die auch Karren zogen. Von diesem Ursprung ist viel geblieben: ein sehr großer, kräftiger Hund, der Aufgaben mag, aber keine Schärfe mitbringt. Der FCI-Standard beschreibt selbstbewusste Ruhe bei durchaus lebhaftem Temperament und fordert souveräne Gelassenheit, mittleres Temperament mit Spieltrieb, gute Lernfähigkeit und Unempfindlichkeit gegen Lärm. So zeigt sich der Leonberger meist auch im Alltag: seiner Familie tief verbunden, geduldig im Haus, Fremden gegenüber freundlich bis leicht reserviert, aufmerksam, ohne schnell zu drohen. Er meldet Besuch, neigt aber nicht zu Dauerbellen. Allein bleibt er tendenziell ungern, denn er ist auf engen Familienanschluss gezüchtet. Sein Bewegungsbedarf ist moderat, aber verlässlich: ausgedehnte Spaziergänge, Schwimmen, Fährtenarbeit, Zughundesport oder Besuchshund-Aufgaben passen gut zu ihm. In der langen Wachstumsphase brauchen Gelenke und Knochen Schonung: wenig Treppen, keine Sprünge, angepasstes Futter. Das üppige, lange Stockhaar mit Mähne und dichter Unterwolle will mehrmals pro Woche gebürstet werden, im Fellwechsel täglich, und er haart deutlich. Hitze macht ihm eher zu schaffen, Wasser lieben dagegen viele Leonberger. Der Leonberger passt zu Menschen mit Haus oder großzügiger Wohnung, Zeit für gemeinsamen Alltag und Freude an einem gelassenen, anhänglichen Riesen. Anfänger brauchen wegen seiner Kraft und Größe gute Begleitung durch Züchter und Hundeschule. Für enge Stadtwohnungen, Vielbeschäftigte oder alle, die einen leichten, handlichen Alltagshund suchen, passt er eher nicht. Zur ehrlichen Rechnung gehören außerdem die im Schnitt kurze Lebenserwartung von etwa sieben bis neun Jahren und spürbar höhere Kosten für Futter, Tierarzt und Versicherung. Wer sich für einen Welpen interessiert, sollte gezielt nach Gesundheitsnachweisen der Elterntiere fragen, von Hüfte und Ellbogen bis zu den Gentests auf die rassetypischen Nervenerkrankungen. Auch Tumorerkrankungen wie Osteosarkom (Knochenkrebs) solltest du im Blick behalten, sie gelten laut Gesundheitsumfragen der Rasse als häufigste Todesursache.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Größe und Kraft realistisch planen: Rüden erreichen bis 80 cm Widerristhöhe und ausgewachsen häufig deutlich über 50 kg. Du solltest ihn körperlich sichern können, Leinenführigkeit gehört ab der ersten Welpenwoche ins Training, und auch Auto, Treppenhaus und Wohnung müssen zu einem Riesen passen.
  • Aufzucht schützt die Gelenke: Der Leonberger wächst lange. Im ersten Lebensjahr Treppen und Sprünge weitgehend vermeiden, Bewegung in kurzen Einheiten dosieren und die Fütterung auf langsames Wachstum auslegen, am besten nach Absprache mit Züchter oder Tierarztpraxis.
  • Pflege- und Zeitbudget: mehrmals pro Woche gründlich bürsten, im halbjährlichen Fellwechsel täglich, dazu Ohren- und Krallenkontrolle. Er haart deutlich, ein fusselfreier Haushalt ist mit ihm unrealistisch.
  • Kosten kalkulieren: Futtermengen, gewichtsabhängige Medikamente und Narkosen sowie Versicherungsbeiträge liegen bei einer Riesenrasse deutlich über dem Durchschnitt. Eine OP- oder Krankenversicherung lohnt sich früh.
  • Zucht-Checks einfordern: seriöse Züchter (im VDH der Deutsche Club für Leonberger-Hunde) belegen HD- und ED-Röntgen der Elterntiere sowie Gentests auf Leonberger-Polyneuropathie (LPN1, LPN2, LPPN3) und Leukoenzephalomyelopathie (LEMP). Lass dir die Befunde zeigen.
  • Hitze ernst nehmen: das dichte Doppelfell macht warme Tage anstrengend. Aktivitäten im Sommer auf Morgen und Abend legen, Schatten und Wasser anbieten, Schwimmen nutzen viele Leonberger begeistert.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Leonberger-Polyneuropathie (LPN1, LPN2) und Larynxparalyse mit Polyneuropathie (LPPN3): fortschreitende Nervenerkrankungen mit unkoordiniertem Gang vor allem der Hinterhand, Atemgeräuschen und veränderter Bellstimme. Für alle drei Formen gibt es Gentests, seriöse Zuchten testen ihre Tiere.
  • Leukoenzephalomyelopathie (LEMP): erbliche Erkrankung des zentralen Nervensystems junger Hunde, ebenfalls per Gentest in der Zucht kontrollierbar.
  • Tumorerkrankungen, insbesondere Knochenkrebs (Osteosarkom): laut der Gesundheitsumfrage 2019 der internationalen Leonberger Health Foundation die mit Abstand häufigste Todesursache der Rasse.
  • Magendrehung (Gastric Dilatation-Volvulus): wie bei vielen großen, tiefbrüstigen Rassen ein lebensbedrohliches Risiko. Mehrere kleinere Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen senken das Risiko.
  • Hüft- und Ellbogendysplasie (HD/ED): typisches Risiko großwüchsiger, schwerer Rassen; Röntgen-Screening der Zuchttiere ist im kontrollierten Zuchtprogramm üblich.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Leonberger hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Für diese Rasse liegt ein Welpe beim seriösen Züchter meist zwischen 1.300 und 2.500 Euro.

Quellen: welpen.de (2015), SantéVet (2026), mit-tier.de (2026), Zoomalia. Von uns erhoben am 25.08.2026. Grob auf Hunderter gerundet. Einen amtlichen Preis gibt es nicht.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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