Landseer
Wasserliebender Riese mit sanftem Wesen
auch bekannt als Landseer (Europäisch-Kontinentaler Typ)

Steckbrief
- Größe
- sehr groß (XL), 67 bis 80 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 50 bis 75 kg
- Lebenserwartung
- typisch 8 bis 10 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 139 Welpen
- Fell
- langes, dichtes Stockhaar mit Unterwolle, Das lange, dichte Fell braucht mehrmals wöchentliches Bürsten, im Fellwechsel eher täglich, sonst verfilzt vor allem die Unterwolle an Hinterhand und Rute.
- Herkunft
- Deutschland/Schweiz
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 2 (Pinscher, Schnauzer, Molosser), Standard Nr. 226
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
- Trainierbarkeit
- gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
- Haaren
- haart stark (4 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- gut geeignet für Familien (4 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
- Jagdtrieb
- kaum Jagdtrieb (1 von 5)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Landseer im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Bewegungspensum im Schnitt 1 bis 1,5 Stunden täglich in ruhigem bis flottem Tempo, gern ergänzt durch Schwimmen, das für die Rasse besonders geeignet ist und Gelenke schont.
- Fellpflege braucht real eingeplante Zeit: mindestens 2 bis 3 gründliche Bürsteinheiten pro Woche à 20 bis 30 Minuten, im Fellwechsel eher täglich, sonst verfilzt die Unterwolle an Hose und Rute.
- Wegen des hohen Körpergewichts sollten Welpen und Junghunde bis zum Wachstumsabschluss (mit etwa 18 bis 24 Monaten) nur massvoll und gelenkschonend bewegt werden, um Wachstumsschäden vorzubeugen.
- Futter, Tierarzt, Zeckenmittel und Transport (grosse Box, stabile Leine) verursachen bei einem 50 bis 75 Kilogramm schweren Hund spürbar höhere laufende Kosten als bei mittelgrossen Rassen; das lohnt sich vor der Anschaffung realistisch durchzurechnen.
- Bei seriösen Züchtern gehören Röntgenbefunde zu Hüfte und Ellbogen sowie ein kardiologischer Check der Elterntiere zur Vorsorge; danach beim Züchter gezielt nachfragen.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Hüftgelenksdysplasie: Als grosse, schwere Rasse ist der Landseer wie der eng verwandte Neufundländer überdurchschnittlich häufig betroffen, gezielte HD-Zucht senkt das Risiko.
- Magendrehung (Gastric Dilatation Volvulus): Bei tiefbrüstigen Riesenrassen wie dem Neufundländer eine der häufigeren Todesursachen, mehrere kleine Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen senken das Risiko.
- Herzerkrankungen, insbesondere dilatative Kardiomyopathie, sind bei der eng verwandten Rasse Neufundländer dokumentiert und werden auch beim Landseer als Risiko eingeordnet, ein kardiologischer Check vor der Zucht ist sinnvoll.
- Eine 2015 beschriebene erbliche Muskeldystrophie mit Beteiligung des COL6A1-Gens wurde gezielt bei Landseern nachgewiesen und ist ein Beispiel dafür, warum genetische Vorsorgeuntersuchungen beim Züchter Sinn ergeben.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Landseer hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Die verfügbaren Angaben stammen von 2017 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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