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Lele

Landseer

Wasserliebender Riese mit sanftem Wesen

auch bekannt als Landseer (Europäisch-Kontinentaler Typ)

sehr groß (XL)Deutschland/Schweiz
Landseer liegt schwarzweiß gefleckt entspannt vor einer Holzbank.
Landseer im PorträtFoto: Terry Ozon · CC BY 2.0
Landseer liegt verspielt mit einem Stock auf einer Wiese.
Landseer unterwegsFoto: Stefan Bellini · CC BY-SA 3.0

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 67 bis 80 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 50 bis 75 kg
Lebenserwartung
typisch 8 bis 10 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 139 Welpen
Fell
langes, dichtes Stockhaar mit Unterwolle, Das lange, dichte Fell braucht mehrmals wöchentliches Bürsten, im Fellwechsel eher täglich, sonst verfilzt vor allem die Unterwolle an Hinterhand und Rute.
Herkunft
Deutschland/Schweiz

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
kaum Jagdtrieb (1 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Landseer im Porträt

Der Landseer geht auf schwarzweisse Neufundländer zurück, wie sie der britische Maler Edwin Landseer im 19. Jahrhundert oft porträtierte. Als diese Farbvariante in England zunehmend aus der Zucht verschwand, bauten Schweizer und deutsche Züchter ab Anfang des 20. Jahrhunderts einen eigenen, etwas höher gestellten und weniger wuchtigen Typ auf: 1960 erkannte die FCI den Landseer europäisch-kontinentalen Typs als eigenständige Rasse an. Der Standard beschreibt einen grossen, kräftigen, harmonisch gebauten Wach- und Begleithund mit markanter schwarzweisser Fellzeichnung. Im Wesen gilt der Landseer als wacher, aktiver und temperamentvoller als der Neufundländer, bleibt dabei aber freundlich und wenig aggressiv: Der FCI-Standard schliesst aggressive oder übermässig ängstliche Tiere ausdrücklich von der Zucht aus. Die Rasse ist stark menschenbezogen, lernwillig und eignet sich mit entsprechender Ausbildung auch als Wasserrettungs- oder Therapiehund. Diese enge Bindung bedeutet zugleich, dass Landseer wenig für reine Zwingerhaltung oder lange Alleinzeiten gemacht sind. Im Alltag braucht ein Landseer regelmässige, aber keine sportlich-extreme Bewegung, gern mit Wasserzugang, dazu frühe und konsequente Erziehung, damit die spätere Kraft und Grösse gut lenkbar bleibt. Das lange, dichte Fell verlangt mehrmals wöchentliche Pflege, in Fellwechselzeiten fast täglich. Wie bei anderen grossen, tiefbrüstigen Rassen gehören Massnahmen gegen Magendrehung (mehrere kleine Mahlzeiten, Ruhe nach dem Fressen) zum Alltag. Die Rasse passt zu Menschen mit Erfahrung in der Haltung grosser Hunde, Platz im Haus und Garten sowie Freude an enger Bindung und Fellpflege. Für Ersthundehalter, kleine Wohnungen oder Familien, die viel Alleinbleiben brauchen, ist der Landseer eher nicht die richtige Wahl. Wegen der schieren Grösse lohnt sich vor der Anschaffung ausserdem ein realistischer Blick auf Futter, Tierarzt und Transportkosten sowie, je nach Wohnort, auf lokale Halteauflagen für sehr grosse Hunde.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungspensum im Schnitt 1 bis 1,5 Stunden täglich in ruhigem bis flottem Tempo, gern ergänzt durch Schwimmen, das für die Rasse besonders geeignet ist und Gelenke schont.
  • Fellpflege braucht real eingeplante Zeit: mindestens 2 bis 3 gründliche Bürsteinheiten pro Woche à 20 bis 30 Minuten, im Fellwechsel eher täglich, sonst verfilzt die Unterwolle an Hose und Rute.
  • Wegen des hohen Körpergewichts sollten Welpen und Junghunde bis zum Wachstumsabschluss (mit etwa 18 bis 24 Monaten) nur massvoll und gelenkschonend bewegt werden, um Wachstumsschäden vorzubeugen.
  • Futter, Tierarzt, Zeckenmittel und Transport (grosse Box, stabile Leine) verursachen bei einem 50 bis 75 Kilogramm schweren Hund spürbar höhere laufende Kosten als bei mittelgrossen Rassen; das lohnt sich vor der Anschaffung realistisch durchzurechnen.
  • Bei seriösen Züchtern gehören Röntgenbefunde zu Hüfte und Ellbogen sowie ein kardiologischer Check der Elterntiere zur Vorsorge; danach beim Züchter gezielt nachfragen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftgelenksdysplasie: Als grosse, schwere Rasse ist der Landseer wie der eng verwandte Neufundländer überdurchschnittlich häufig betroffen, gezielte HD-Zucht senkt das Risiko.
  • Magendrehung (Gastric Dilatation Volvulus): Bei tiefbrüstigen Riesenrassen wie dem Neufundländer eine der häufigeren Todesursachen, mehrere kleine Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen senken das Risiko.
  • Herzerkrankungen, insbesondere dilatative Kardiomyopathie, sind bei der eng verwandten Rasse Neufundländer dokumentiert und werden auch beim Landseer als Risiko eingeordnet, ein kardiologischer Check vor der Zucht ist sinnvoll.
  • Eine 2015 beschriebene erbliche Muskeldystrophie mit Beteiligung des COL6A1-Gens wurde gezielt bei Landseern nachgewiesen und ist ein Beispiel dafür, warum genetische Vorsorgeuntersuchungen beim Züchter Sinn ergeben.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Landseer hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen von 2017 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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