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Lele

Koreanischer Jindo

Treuer Einzelgänger mit wachem Jagdinstinkt

auch bekannt als Jindo, Jindo Gae

mittelgroß (M)Korea

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 45 bis 55 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 15 bis 23 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Stockhaar, doppelt, mittellang, Regelmäßiges Bürsten genügt meist, im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst solltest du häufiger bürsten, um die dichte Unterwolle auszudünnen.
Herkunft
Korea
Anerkennung
FCI-Gruppe 5 (Spitze und Urtypen), Standard Nr. 334

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Koreanischer Jindo im Porträt

Der Koreanische Jindo stammt von der Insel Jindo vor der Südwestküste Koreas, wo er seit Jahrhunderten weitgehend isoliert von anderen Rassen lebte. Seit 1962 gilt er in Südkorea als Naturdenkmal, nur auf der Insel geborene und amtlich geprüfte Hunde dürfen offiziell als Jindo registriert werden, was den Export bis heute erschwert. Ursprünglich wurde er als Jagdhund auf Rehwild und Wildschwein und als Wachhund gehalten, beides prägt sein Wesen bis heute deutlich. Der FCI-Standard beschreibt einen sehr stark entwickelten Jagdinstinkt sowie einen Hund, der unerschrocken, mutig, wachsam und vorsichtig ist, dabei weder ungestüm noch leicht reizbar. Vor allem gilt er als extrem treu gegenüber einer festen Bezugsperson, in Korea kursieren mehrere dokumentierte Geschichten von Jindos, die über hunderte Kilometer zu ihrem ursprünglichen Halter zurückfanden. Fremden begegnet er zurückhaltend bis misstrauisch, er nimmt oft nur von seiner Bezugsperson Futter an. Mit gleichgeschlechtlichen Artgenossen kann es Spannungen geben, der Standard nennt ausdrücklich eine gewisse Distanz zu anderen Tieren. Im Alltag braucht der Jindo ausreichend Bewegung und geistige Beschäftigung, reine Spaziergänge reichen einem so jagdlich motivierten Hund selten. Sein doppeltes Stockhaar wechselt saisonal kräftig, in dieser Zeit ist häufigeres Bürsten nötig. Wegen seiner Sprungkraft braucht ein Garten einen wirklich hohen, sicheren Zaun. Erziehung gelingt am besten über konsequente, faire Führung mit positiver Verstärkung, Zwang führt bei diesem eigenständigen Charakter eher zu Verweigerung als zu Gehorsam. Der Jindo passt zu erfahrenen Halterinnen und Haltern, die einen eigenständigen, jagdlich geprägten Hund mit viel Auslauf, konsequentem Training und früher, breiter Sozialisierung führen wollen und Freude an einer engen Ein-Personen-Bindung haben. Für Anfänger, für Haushalte mit vielen wechselnden Kontakten oder für ein Zusammenleben mit Katzen und Kleintieren ohne behutsame Gewöhnung ist er eher ungeeignet. In Deutschland ist die Rasse extrem selten, seriöse Zuchtstätten liegen meist im Ausland, wer sich für einen Jindo interessiert, sollte viel Zeit für Recherche und Kontaktaufbau einplanen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane von Anfang an einen sicher eingezäunten Garten mit einem mindestens 1,80 Meter hohen Zaun ein, ein Jindo kann aus dem Stand erstaunlich hoch springen und gilt als geschickter Ausbrecher.
  • Sozialisiere Welpen früh und konsequent mit Kleintieren, Katzen und wechselnden Menschen, die natürliche Zurückhaltung gegenüber Fremden und der ausgeprägte Jagdtrieb lassen sich nur mit viel geduldiger Übung entspannt gestalten.
  • Rechne mit regelmäßigem Training über positive Verstärkung und klarer, ruhiger Führung, ein Jindo arbeitet lieber freiwillig mit dir zusammen als unter Druck, harte Methoden führen eher zu Verweigerung als zu Gehorsam.
  • In Deutschland ist die Rasse extrem selten, informiere dich vor der Anschaffung genau über seriöse Zuchtstätten, meist im Ausland, und plane einen langen zeitlichen Vorlauf für Kontaktaufbau und Wartezeit ein.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Koreanischer Jindo hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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