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Lele

Kishu

Stiller Jäger mit eigenem Kopf und starker Bindung

auch bekannt als Kishu Ken, Kishu Inu

mittelgroß (M)Japan
Weißer Kishu springt verspielt durch tiefen Schnee.
Kishu unterwegsFoto: CJ Hammond · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 46 bis 55 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 13 bis 27 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Stockhaar, dicht, Hartes, gerades Deckhaar über weicher, dichter Unterwolle. Wöchentliches Bürsten reicht meist, im halbjährlichen Fellwechsel wird deutlich mehr Unterwolle fällig und tägliches Bürsten hilft.
Herkunft
Japan
Anerkennung
FCI-Gruppe 5 (Spitze und Urtypen), Standard Nr. 318

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Kishu im Porträt

Der Kishu stammt aus den bergigen Regionen der historischen Provinz Kishu, den heutigen Präfekturen Wakayama und Mie, und wurde dort über Jahrhunderte zur Jagd auf Wildschwein und Rotwild eingesetzt. Seit 1934 gilt die Rasse in Japan als Naturdenkmal, ursprünglich kamen die Hunde in verschiedenen Farben vor, seither sind nur noch einfarbige Tiere zugelassen: weiß, rot oder Sesam. Bis heute jagen Kishus in Japan meist im Duo mit einem einzigen Jäger, ein Erbe, das sich in ihrem eigenständigen, unerschrockenen Wesen bis heute zeigt. Der FCI-Standard beschreibt den Kishu als bemerkenswert ausdauernd, von natürlicher Wesensart, edel und würdevoll, im Temperament treu und aufmerksam. Im Alltag bedeutet das: Ein Kishu bindet sich eng an seine Bezugsperson, bleibt Fremden gegenüber aber reserviert bis zurückhaltend und denkt selten daran, sich anzubiedern. Der Jagdtrieb ist stark ausgeprägt und kaum wegzutrainieren, kleine Tiere und Wild werden zuverlässig registriert. Gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen kann es zu Dominanzthemen kommen, weshalb Sozialisierung und ein souveräner Umgang wichtig sind. Bewegung braucht ein Kishu regelmäßig und mit echten Aufgaben, reines Gassigehen füllt ihn selten aus, Fährtenarbeit, Longieren oder kontrollierte Freilaufmomente in sicherem Gelände passen besser zum Naturell. Das dichte Stockhaar mit harter Deckhaarschicht und weicher Unterwolle ist pflegeleicht, wöchentliches Bürsten reicht im Alltag, im halbjährlichen Fellwechsel wird spürbar mehr Unterwolle fällig. Gesundheitlich gilt die Rasse als robust, in der Literatur tauchen aber wiederkehrend Lidfehlstellungen wie Entropium, eine Neigung zu Schilddrüsenunterfunktion sowie Futter- und Umweltunverträglichkeiten auf. Gut passt der Kishu zu erfahrenen Halterinnen und Haltern, die einen eigenständigen, jagdlich geprägten Hund souverän führen können, klare Strukturen mögen und keinen ständigen Grundschmuse-Begleiter suchen. Für Haushalte mit Katzen, Kleintieren oder viel unkontrolliertem Freilauf ohne Sicherung ist die Rasse eher ungeeignet, ebenso für Einsteiger, die einen folgsamen Familienhund ohne Vorerfahrung suchen. In Deutschland ist der Kishu sehr selten, wer sich für die Rasse interessiert, sollte auf lange Wartezeiten und weite Wege zu Züchtern eingestellt sein.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens 60 bis 90 Minuten echte Auslastung ein, am besten mit Nasenarbeit oder Fährten statt reiner Spazierrunden, sonst sucht sich der Kishu selbst Beschäftigung.
  • Der Jagdtrieb ist stark und praktisch nicht abzutrainieren: Freilauf nur in sicher eingezäuntem Gelände oder mit sehr zuverlässigem Rückruf nach intensivem Training, sonst Leine oder Schleppleine.
  • Suche gezielt nach Züchtern, die auf Entropium, Schilddrüsenwerte und Futterverträglichkeit achten, und lass dir die Gesundheitsdaten der Elterntiere zeigen, bevor du dich für einen Welpen entscheidest.
  • Sozialisiere Welpen früh und konsequent mit anderen Hunden, besonders gleichgeschlechtlichen Artgenossen, um spätere Dominanzthemen zu entschärfen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Neigung zu Lidfehlstellungen wie Entropium, die operativ korrigierbar sind
  • Erhöhtes Risiko für Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Neigung zu Futter- und Umweltallergien

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Kishu hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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