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Lele

Kerry Blue Terrier

Wachsamer Terrier-Charmeur mit eigenem Kopf

auch bekannt als Kerry Blue, Blauer Terrier, Irish Blue Terrier

mittelgroß (M)Irland
Kerry Blue Terrier mit graublauem, gelocktem Fell steht in einem sonnigen Garten.
Kerry Blue Terrier im PorträtFoto: Eponimm · CC BY-SA 3.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 44,5 bis 49,5 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 13 bis 18 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 23 Welpen
Fell
Weiches, üppiges, gewelltes Wollhaar (nicht haarendes Terrier-Wollhaar), Das Fell wächst ständig nach und muss etwa alle sechs bis acht Wochen fachgerecht getrimmt oder geschoren werden, dazu regelmäßiges Bürsten gegen Verfilzung, besonders an Bart und Beinen.
Herkunft
Irland
Anerkennung
FCI-Gruppe 3 (Terrier), Standard Nr. 3

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart kaum (1 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Kerry Blue Terrier im Porträt

Der Kerry Blue Terrier stammt aus der irischen Grafschaft Kerry und gehört zu den alten irischen Terrierrassen, auch wenn frühe schriftliche Spuren erst aus dem 19. Jahrhundert bekannt sind. Ursprünglich war er ein vielseitiger Bauernhofhund: Er fing Ratten, ging Ottern im tiefen Wasser an, grub sich zu Dachsen vor und bewachte Hof und Vieh. Der FCI-Standard nennt ihn deshalb bis heute einen guten Wachhund und treuen Begleiter, dessen entscheidendes Merkmal ein durchdringender, wachsamer Ausdruck ist. Im Wesen ist er durch und durch Terrier: selbstbewusst, mutig, wachsam und mit eigenem Kopf. Er ist seinen Menschen eng zugetan, begegnet Fremden aber tendenziell reserviert bis abwartend, nicht überschwänglich. Konsequentes, ruhiges Training von Welpenbeinen an ist wichtig, weil er gerne eigene Entscheidungen trifft und Grenzen testet. Mit anderen Hunden verträgt er sich nicht immer reibungslos, besonders gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen kann er zickig werden, deshalb lohnt sich frühe, begleitete Sozialisierung. Im Alltag braucht der Kerry Blue mehrere ordentliche Bewegungseinheiten und Kopfarbeit, reine Spaziergänge reichen ihm auf Dauer nicht. Sein weiches, gewelltes Haar haart praktisch nicht, wächst dafür aber ständig nach und muss regelmäßig getrimmt oder geschoren werden, ein Termin beim Hundefriseur alle sechs bis acht Wochen gehört fest dazu. Rassetypisch sind Erkrankungen wie Faktor-XI-Mangel und von-Willebrand-Erkrankung Typ I (beides Blutgerinnungsstörungen), eine seltene neurologische Erkrankung des Welpenalters sowie eine für die Rasse beschriebene Hautverhornungsstörung an den Ballen. Verantwortungsvolle Zucht testet auf diese Dispositionen, danach solltest du beim Züchter fragen. Der Kerry Blue passt zu Menschen, die einen aktiven, klugen Terrier mit Ecken und Kanten wollen, Zeit für Fellpflege und Beschäftigung mitbringen und konsequente, faire Führung nicht scheuen. Für reine Anfänger ohne Hundeerfahrung, für Haushalte mit sehr kleinen Kindern ohne Terrier-Erfahrung oder für Menschen, die einen ruhigen Couchhund suchen, ist er eher nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane von Welpenbeinen an konsequentes, positives Training ein, idealerweise mit einer terriererfahrenen Hundeschule, weil der Kerry Blue eigenständig denkt und Grenzen testet.
  • Kalkuliere feste Fellpflege-Kosten ein: ein Trimm- oder Schertermin alle sechs bis acht Wochen plus regelmäßiges Bürsten zwischendurch, sonst verfilzt das Fell.
  • Sozialisiere ihn früh und begleitet mit anderen Hunden, besonders gleichgeschlechtlichen Artgenossen, um Rangeleien vorzubeugen.
  • Frag beim Züchter aktiv nach Gesundheitstests auf Faktor-XI-Mangel und von-Willebrand-Erkrankung Typ I sowie nach der Zuchtlinie in Bezug auf die neurologische Welpenerkrankung.
  • Biete täglich mehrere aktive Einheiten plus Kopfarbeit, ein reiner Spaziergang um den Block wird diesem Terrier auf Dauer nicht gerecht.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Faktor-XI-Mangel (erbliche Blutgerinnungsstörung, testbar)
  • Von-Willebrand-Erkrankung Typ I (erbliche Blutgerinnungsstörung, testbar)
  • Progressive neuronale Abiotrophie/canine multisystemische Degeneration, eine seltene neurologische Erkrankung bei Welpen der Rasse
  • Spiculosis, eine für die Rasse beschriebene Verhornungsstörung der Haarfollikel/Ballen

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Kerry Blue Terrier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Für diese Rasse gibt es nur eine belastbare Preisangabe. Nimm die Spanne als groben Anhalt und vergleiche mehrere Züchter.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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