Kaukasischer Schäferhund
Eigenständiger Beschützer aus dem Bergland
auch bekannt als Kaukase, Kavkazskaïa Ovtcharka, Caucasian Shepherd Dog
Regionale Haltungsregeln
Prüfe vor der Anschaffung die Regeln an deinem Wohnort.
Steckbrief
- Größe
- sehr groß (XL), 67 bis 75 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 45 bis 70 kg
- Lebenserwartung
- typisch 6 bis 9 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
- Fell
- Stockhaar, Dichtes, grobes Deckhaar mit stark entwickelter Unterwolle; zweimal jährlich kräftiger Fellwechsel, dann tägliches Bürsten empfehlenswert, sonst mehrmals pro Woche.
- Herkunft
- Russland
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 2 (Pinscher, Schnauzer, Molosser), Standard Nr. 328
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht viel Bewegung (4 von 5)
- Trainierbarkeit
- sehr eigenständig, schwer zu trainieren (1 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5)
- Bellfreude
- bellt häufig (4 von 5)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart stark (4 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- sehr zurückhaltend gegenüber Fremden (1 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- bedingt geeignet für Familien (2 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)
Der Charakter: Kaukasischer Schäferhund im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Bewegungspensum: im Durchschnitt mindestens 1,5-2 Stunden aktive Bewegung täglich, idealerweise ergänzt durch freien Auslauf auf einem sicher eingezäunten Grundstück statt nur an der Leine.
- Alleinbleiben-Realität: als eigenständig arbeitender Wachhund konzipiert, aber deshalb nicht automatisch entspannt beim stundenlangen Alleinbleiben in einer Wohnung - ein gesichertes Grundstück mit Rückzugsmöglichkeit passt eher zur Rasse als eine reine Stadtwohnung.
- Pflegeaufwand: dichtes Doppelfell mit ausgeprägtem Fellwechsel im Frühjahr und Herbst - in dieser Zeit tägliches Bürsten empfehlenswert, sonst mehrmals wöchentlich.
- Kosten und Gesundheit: durch die Größe (Rüden häufig 60-70 kg) entsprechend hohe Futter-, Tierarzt- und Versicherungskosten; bei der Zuchtauswahl auf HD/ED-Röntgenergebnisse der Elterntiere achten.
- In Hessen und in Hamburg (dort Kategorie 2, Vermutung widerlegbar durch Wesenstest) auf der Rasseliste geführt, in der Schweiz z. B. im Kanton Tessin bewilligungspflichtig - Haltungsauflagen vor der Anschaffung unbedingt bei der zuständigen Behörde des jeweiligen Bundeslands bzw. Kantons prüfen.
- Erziehung und Sozialisierung sind aus unserer Sicht kein optionaler Zusatz, sondern Grundvoraussetzung - die Rasse eignet sich eher für erfahrene Halter als für den ersten eigenen Hund.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Hüftdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED) - wie bei vielen großen, schwerknochigen Rassen häufiger dokumentiert; verantwortungsvolle Zucht röntgt die Elterntiere.
- Magendrehung (Magentorsion) - als tiefbrüstige, großwüchsige Rasse potenziell erhöhtes Risiko, ähnlich wie bei vergleichbaren Molossern.
- Entropium (nach innen gerolltes Augenlid) - im FCI-Standard ausdrücklich als disqualifizierender Fehler gelistet, was auf eine bekannte rassetypische Veranlagung hinweist.
- Im Vergleich zu kleineren Rassen tendenziell kürzere Lebenserwartung, wie bei sehr großen/schweren Hunderassen verbreitet; belastbare Durchschnittswerte sind uneinheitlich, weshalb hier bewusst keine feste Zahl angegeben wird.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Kaukasischer Schäferhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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