Kanarischer Podenco
Feuriger Jäger mit feinen Sinnen
auch bekannt als Podenco Canario
Steckbrief
- Größe
- groß (L), 53 bis 64 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 18 bis 26 kgGrober Richtwert, die Datenlage ist hier dünn.
- Lebenserwartung
- typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
- Fell
- Kurzhaar, Glattes, kurzes, dichtes Haar; Pflege beschränkt sich meist auf gelegentliches Bürsten.
- Herkunft
- Spanien
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 5 (Spitze und Urtypen), Standard Nr. 329
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- lebhaft, viel Energie (4 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
- Trainierbarkeit
- eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
- Haaren
- haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Hunden
- gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
- Verträglichkeit mit Katzen
- verträgt sich selten mit Katzen (1 von 5)
- Familien-Eignung
- bedingt geeignet für Familien (2 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Jagdtrieb
- sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Kanarischer Podenco im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Bewegungspensum realistisch mit mindestens 1,5 bis 2 Stunden Auslauf täglich einplanen, davon nach Möglichkeit ein Teil als kontrolliertes, sicher eingezäuntes Freilaufen.
- Ausgeprägter Jagd- und Fährteninstinkt: Ein zuverlässiger Rückruf ist bei dieser Rasse eher die Ausnahme. Unbeaufsichtigter Freilauf in der Nähe von Wild, Feldern oder Kleintieren ist riskant.
- Alleinbleiben sollte langsam und in kleinen Schritten trainiert werden; viele Tiere kommen als erwachsene Tierschutzhunde aus Spanien mit unbekannter Vorgeschichte, was den Aufbau zusätzlich erschwert.
- Fellpflege ist mit gelegentlichem Bürsten unaufwändig, der fast fettlose, dünnhäutige Körperbau macht die Rasse aber kälteempfindlich: Im Winter ist ein Hundemantel bei Spaziergängen sinnvoll.
- Bei Hunden aus spanischem Tierschutz vor der Übernahme auf Tests für in Südeuropa verbreitete Reisekrankheiten wie Leishmaniose oder Ehrlichiose achten: Das kann relevante tierärztliche Folgekosten bedeuten.
- Für Erstlingshalter meist keine gute Wahl: Die Kombination aus hohem Bewegungsbedarf, starkem Jagdtrieb und eigenständigem Charakter verlangt Hundeerfahrung und viel Geduld in der Erziehung.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Als ursprüngliche, kaum auf Show-Merkmale gezüchtete Landrasse mit natürlichem, athletischem Körperbau sind keine umfangreich dokumentierten, weit verbreiteten Erbkrankheiten bekannt. Die Datenlage zu dieser in Mitteleuropa seltenen Rasse ist insgesamt aber dünn.
- Der nahezu fettfreie, drahtige Körperbau ohne nennenswertes Unterhautfettgewebe macht die Rasse deutlich kälte- und witterungsempfindlicher als kräftiger gebaute Rassen.
- Hunde mit Herkunft aus spanischem Straßen- oder Tierschutz tragen ein erhöhtes Risiko für dort verbreitete, durch Sandmücken übertragene Reisekrankheiten wie Leishmaniose. Ein tierärztlicher Check nach der Einreise ist ratsam.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Kanarischer Podenco hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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