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Lele

Japanischer Terrier

Flinker Charmeur im Miniformat, in Deutschland eine Rarität

auch bekannt als Nihon Teria, Nippon Terrier, Mikado Terrier

sehr klein (XS)Japan
Japanischer Terrier im Porträt, schwarzer Kopf mit braunen Abzeichen, weißer Fang und Brust.
Japanischer Terrier im PorträtFoto: Pleple2000 · CC BY-SA 3.0

Steckbrief

Größe
sehr klein (XS), 30 bis 33 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 2,2 bis 4,5 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 6 Welpen
Fell
Kurzhaar, Das Fell ist mit rund 2 Millimetern Länge extrem kurz, glatt und glänzend. Ein feuchtes Tuch oder eine weiche Bürste ab und zu reicht, aufwendige Fellpflege entfällt praktisch komplett.
Herkunft
Japan
Anerkennung
FCI-Gruppe 3 (Terrier), Standard Nr. 259

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
minimaler Pflegeaufwand (1 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
mittlerer Jagdtrieb (3 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5, Tendenzwert)

Der Charakter: Japanischer Terrier im Porträt

Der Japanische Terrier entstand ab dem 17. Jahrhundert in den japanischen Hafenstädten Nagasaki, Kobe und Yokohama, als holländische Händler glatthaarige Foxterrier ins Land brachten. Diese wurden mit kleinen Vorstehhunden und einheimischen Hunden gekreuzt, planmäßige Zucht setzte laut FCI-Standard erst um 1920 ein, der endgültige Typ war 1930 fixiert. Gehalten wurden die Hunde vor allem als Schoßhündchen wohlhabender Familien, nicht als klassischer Arbeitsterrier mit Erdarbeit-Auftrag. Der FCI-Standard beschreibt ihn als kleinen, eleganten und kompakten Hund mit klar gezeichneten Umrisslinien und einem flinken, lebhaften Charakter. Das Wesen liegt damit näher an einem aufgeweckten Begleithund als an einem hartnäckigen Jagdterrier, auch wenn die terrierartige Wachheit und ein gewisser eigener Kopf durchscheinen können. Aggressive oder übermäßig ängstliche Tiere gelten laut Standard ausdrücklich als disqualifizierender Fehler, was für eine grundsätzlich unkomplizierte Wesensanlage spricht, sofern gut sozialisiert wird. Im Alltag ist der Japanische Terrier mit seinem sehr kurzen, nur rund 2 Millimeter langen Fell pflegeleicht, mag aber wegen des dünnen Haarkleids und des geringen Gewichts Kälte und Nässe eher meiden, ein Hundemantel für den Winter ist sinnvoll. Bewegung braucht er in überschaubaren, aber regelmäßigen Portionen, mehrere kurze bis mittlere Runden mit Kopfarbeit kommen seinem lebhaften Naturell entgegen. Traditionell wird die Rute in Japan kupiert, in Deutschland ist das Kupieren nach dem Tierschutzgesetz grundsätzlich verboten, der Standard erlaubt inzwischen ausdrücklich die natürlich belassene, leicht gekrümmte Rute. In Deutschland ist die Rasse extrem selten, ein eigener Zuchtverein oder eine nennenswerte Zahl an Züchtern existiert hierzulande praktisch nicht. Wer sich für einen Japanischen Terrier interessiert, muss mit langen Wartezeiten oder einem Import aus Japan rechnen, samt Quarantäne- und Transportthemen, die vorab gut geplant sein wollen. Zur Gesundheit gibt es kaum belastbare rassespezifische Daten, was bei einer so kleinen Population nicht überrascht. Die Rasse passt zu Menschen, die Freude an einem seltenen, lebendigen kleinen Hund haben und bereit sind, sich auf eine dünne Quellenlage und wenig erfahrene Ansprechpartner vor Ort einzustellen, weniger zu Familien, die eine etablierte, breit erprobte Rasse mit dichtem Betreuungsnetz suchen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Wegen der extremen Seltenheit in Deutschland vor der Anschaffung realistisch mit Wartezeiten von vielen Monaten bis Jahren oder einem Import aus Japan rechnen, inklusive Einreisebestimmungen und Transportplanung.
  • Das sehr kurze, dünne Fell bietet kaum Kälteschutz: bei nasskaltem Wetter und im Winter einen Hundemantel einplanen, vor allem für kleine, dünn bemuskelte Individuen.
  • Kleine, flinke Hunde dieser Statur profitieren von frühem, konsequentem Welpentraining und guter Sozialisierung, da belastbare Zuchtlinien-Erfahrung in Deutschland kaum vorhanden ist und Verhaltensrückmeldungen individuell eingeholt werden müssen.
  • Da rassespezifische Gesundheitsdaten kaum verfügbar sind, empfiehlt sich vor dem Kauf ein ausführliches Gespräch mit dem Züchter über bekannte Vorerkrankungen in der Blutlinie sowie eine tierärztliche Eingangsuntersuchung nach der Übernahme.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Wie bei vielen kleinen Terrierrassen mit leichtem Knochenbau kann eine Neigung zu Patellaluxation (Kniescheibenverrenkung) bestehen, belastbare rassespezifische Zahlen fehlen bislang.
  • Das sehr kurze, dünne Fell bietet wenig Isolation, was die Kälteempfindlichkeit erhöht und bei Wind und Nässe zusätzlichen Schutz nötig macht.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Japanischer Terrier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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