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Lele

Italienischer Volpino

Aufmerksamer Wuschelkopf mit wachem Temperament

auch bekannt als Volpino Italiano, Cane del Quirinale, Cane di Firenze

sehr klein (XS)Italien
Italienischer Volpino mit weißem, dichtem Fell und buschig aufgestellter Rute steht im Profil.
Italienischer Volpino im PorträtFoto: Canarian · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
sehr klein (XS), 25 bis 30 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 3 bis 5,5 kg
Lebenserwartung
typisch 14 bis 16 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Stockhaar, Das lange, gerade abstehende Deckhaar mit dichter Unterwolle braucht mehrmals wöchentliches Bürsten, im Fellwechsel häufiger, sonst verfilzt es an Kragen und Hosen.
Herkunft
Italien
Anerkennung
FCI-Gruppe 5 (Spitze und Urtypen), Standard Nr. 195

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt sehr ungern allein (1 von 5)
Bellfreude
bellt sehr häufig (5 von 5)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Italienischer Volpino im Porträt

Der Italienische Volpino gehört zu den ältesten europäischen Spitzen und teilt seine Wurzeln mit dem Deutschen Spitz, ist aber kein Nachkomme, sondern ein eigenständiger Verwandter derselben Urahnen aus der Bronzezeit. Seit Jahrhunderten war er in Italien zu Hause, in den Palästen des Adels ebenso wie in den einfachen Wohnvierteln, wo man ihn vor allem wegen seines Schutzinstinktes und seiner Wachsamkeit schätzte. Schon 1502 malte Vittore Carpaccio einen solchen Hund, später begleitete der Volpino die Fuhrleute der Toscana und Latiums und meldete jeden Fremden lautstark. Der erste Standard entstand 1913, danach verschwand die Rasse fast vollständig und wurde erst ab 1968 aus wenigen weißen Exemplaren wieder aufgebaut, seit 1972 ist sie erneut anerkannt. Bis heute ist der Volpino auch in Deutschland selten anzutreffen. Der FCI Standard beschreibt ihn als seiner Umgebung und seinen Vertrauten gegenüber sehr anhänglich, mit ausgeprägtem Temperament, lebhaft, fröhlich und verspielt. Das prägt den Alltag: Er hängt sehr an seinen Menschen und bleibt entsprechend nicht gern lange allein. Sein historischer Job als Melder steckt ihm tief in den Genen, Fremde und Geräusche werden zuverlässig angezeigt. Wer in einer hellhörigen Mietwohnung lebt, sollte das Bellen von Anfang an trainieren, statt es zu ignorieren. Bewegungstechnisch ist er genügsamer als viele andere Spitze, tägliche Spaziergänge und etwas Kopfarbeit reichen meist aus. Dafür verlangt sein langes, abstehendes Deckhaar mit dichter Unterwolle regelmäßige Pflege, sonst verfilzt es schnell an Kragen und Hosen. Zur Gesundheit ist eine erblich bedingte Erkrankung der Augenlinse dokumentiert, die primäre Linsenluxation, die unbehandelt zu Schmerzen und Erblindung führen kann. Belastbare Zahlen zur häufigsten Todesursache liegen für diese seltene Rasse bislang nicht vor, was bei so wenigen gezüchteten Tieren pro Jahr nicht überrascht. Der Volpino passt gut zu Menschen, die einen aufmerksamen, verspielten Begleiter mit viel Charakter suchen und bereit sind, konsequent an seinem Meldeverhalten zu arbeiten. Für alleinlebende Vielbeschäftigte oder für alle, die einen ruhigen, unauffälligen Wohnungshund ohne Bellneigung wollen, ist er eher nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Wer in einer Mietwohnung mit hellhörigen Nachbarn lebt, sollte das ausgeprägte Meldeverhalten von Anfang an trainieren, sonst wird jedes Klingeln und jeder Schritt vor der Tür lautstark quittiert.
  • Das lange, abstehende Deckhaar braucht mindestens zweimal wöchentlich 15 bis 20 Minuten Bürsten, im Fellwechsel häufiger, sonst verfilzt die dichte Unterwolle rasch an Kragen und Hosen.
  • Vor dem Kauf sollten Züchter eine augenärztliche Untersuchung auf primäre Linsenluxation vorlegen können oder glaubhaft machen, dass die Zuchtlinie frei von der Erkrankung ist.
  • Wegen der geringen Größe und des eigenständigen Temperaments brauchen kleine Kinder klare Regeln im Umgang, ein Volpino ist kein Kuscheltier zum Herumtragen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Primäre Linsenluxation (PLL): erblich bedingte Erkrankung der Augenlinse, die zu Schmerzen und Erblindung führen kann; Zuchttiere sollten möglichst auf die Disposition untersucht sein.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Italienischer Volpino hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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