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Lele

Islandhund

Fröhlicher Hütehund, der gern seine Stimme nutzt

auch bekannt als Icelandic Sheepdog, Islenskur Fjarhundur

mittelgroß (M)Island
Islandhund im Nahporträt mit spitzen Ohren und wachsamem Blick.
Islandhund im PorträtFoto: Helgi Halldórsson from Reykjavík, Iceland · CC BY-SA 2.0
Islandhund sitzt aufmerksam auf einer Holzterrasse.
Islandhund zu HauseFoto: Alan Levine · CC BY 2.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 42 bis 46 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 9 bis 14 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 63 Welpen
Fell
Doppelhaar, kurz- oder langhaarig, Zwei Fellvarianten: kurzhaarig mit dichter Unterwolle und etwas gröberem Deckhaar, langhaarig mit mehr Befederung an Rückseite der Läufe, Hals und Rute. Beide sind wetterfest und wechseln zweimal im Jahr stark das Unterfell, dann hilft tägliches Bürsten über mehrere Wochen.
Herkunft
Island
Anerkennung
FCI-Gruppe 5 (Spitze und Urtypen), Standard Nr. 289

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt sehr häufig (5 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Islandhund im Porträt

Der Islandhund ist die einzige Hunderasse mit Island als Ursprungsland. Wikinger brachten seine Vorfahren zwischen 870 und 930 nach Christus auf die Insel, wo sie beim Zusammentreiben von Schafen und anderem Vieh unentbehrlich wurden. Ende des 19. Jahrhunderts dezimierten Pest und Staupe die Population drastisch, sodass die Rasse fast ausstarb, bevor gezielte Zucht sie rettete. Der FCI-Standard beschreibt den Islandhund als robusten, wendigen Hüte-Spitz mit sanftem, fröhlichem Ausdruck und selbstsicherem, lebhaftem Wesen. Er ist neugierig, verspielt und freundlich, meldet ankommende Besucher aufmerksam, aber ohne Aggression. Seine besondere Eigenschaft ist das Verbellen, historisch war es sein Werkzeug beim Hüten und Treiben von Schafen, heute äußert es sich als ausgeprägte Bellfreude im Alltag. Jagdtrieb im klassischen Sinn zeigt die Rasse kaum, ihr Fokus liegt auf dem Zusammenhalten einer Gruppe, nicht auf der Verfolgung von Beute. Im Alltag braucht der Islandhund regelmäßige Bewegung und Kopfarbeit, reine Auslaufrunden reichen ihm auf Dauer nicht. Sein dichtes, wetterfestes Doppelhaar gibt es in kurzer und langer Variante, beide wechseln zweimal jährlich kräftig das Unterfell und verlangen dann tägliches Bürsten. Gesundheitlich gelten Hüft- und Ellbogendysplasie sowie Kniescheibenprobleme und erbliche Augenerkrankungen als dokumentierte Dispositionen der Rasse, weshalb Zuchtuntersuchungen der Elterntiere beim Kauf ein wichtiges Thema sind. Die Rasse passt zu aktiven Familien und Einzelpersonen, die einen wachen, kontaktfreudigen Begleiter mit deutlicher Stimme schätzen und Zeit für Beschäftigung und Fellpflege mitbringen. Für Wohnsituationen mit hellhörigen Nachbarn oder für alle, die einen besonders ruhigen Hund suchen, ist der Islandhund dagegen selten die richtige Wahl, sein Melden lässt sich zwar lenken, aber kaum vollständig abtrainieren.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens eine Stunde Bewegung plus Kopfarbeit ein, etwa Fährtenarbeit oder Hütespiele, sonst sucht sich die Rasse ihre Beschäftigung selbst und das äußert sich meist im Bellen.
  • In hellhörigen Mietwohnungen oder Reihenhäusern vorher mit den Nachbarn klären, wie viel Bellen toleriert wird, die Rasse wurde gezielt aufs Verbellen gezüchtet und setzt ihre Stimme gern und häufig ein.
  • Beim Fellwechsel im Frühjahr und Herbst über mehrere Wochen täglich bürsten, besonders die langhaarige Variante neigt sonst zu Verfilzungen an Hals und Hinterläufen.
  • Vor dem Kauf beim Züchter HD- und Ellbogen-Röntgenbefunde sowie einen aktuellen Augenbefund der Elterntiere zeigen lassen, da diese Dispositionen für die Rasse dokumentiert sind.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftdysplasie
  • Ellbogendysplasie
  • Patellaluxation (Kniescheibenverlagerung)
  • erbliche Augenerkrankungen wie Katarakt und Netzhautdysplasie

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Islandhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen von 2018 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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