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Lele

Irischer Glen of Imaal Terrier

Gelassener Terrier auf kurzen, kräftigen Beinen

auch bekannt als Glen, Glennie, Glen of Imaal Terrier, Wicklow Terrier

klein (S)Irland
Blaugestromter Glen of Imaal Terrier steht im Profil vor irischer Hügellandschaft.
Irischer Glen of Imaal Terrier im PorträtFoto: Irish-Terrier-2023 · CC BY-SA 4.0
Glen of Imaal Terrier spielt mit einem Stock im Maul auf der Wiese.
Irischer Glen of Imaal Terrier unterwegsFoto: Sami Kronqvist · CC BY-SA 2.5

Steckbrief

Größe
klein (S), 31 bis 36 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 13 bis 16 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Rauhaar, Das mittellange, rauhe Deckhaar mit weicher Unterwolle haart kaum, muss dafür aber alle paar Wochen gebürstet und zwei bis vier Mal im Jahr getrimmt (getrimmt bzw. gezupft, nicht geschoren) werden, sonst verfilzt es.
Herkunft
Irland
Anerkennung
FCI-Gruppe 3 (Terrier), Standard Nr. 302

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Irischer Glen of Imaal Terrier im Porträt

Der Irische Glen of Imaal Terrier stammt aus dem abgelegenen, kargen Tal Imaal in der irischen Grafschaft Wicklow. Über Jahrhunderte war er der Alleskönner kleiner Bauernhöfe: Er jagte Dachs und Fuchs, hielt Ratten in Schach und trieb sogar Tretmühlen an. Weil er so lange abseits der feinen Jagdgesellschaften und ohne planvolle Zucht auskommen musste, entstand ein robuster, bodenständiger Hund mit viel Substanz auf kurzen, kräftigen Beinen. Der irische Kennel Club erkannte die Rasse erst 1934 offiziell an. Der FCI-Standard beschreibt sein Wesen als aktiv und beweglich, im Ernstfall entschlossen und mutig, im Alltag aber sanft, gelehrig und deutlich ruhiger als viele andere Terrier. Er gilt als weniger reizbar und arbeitet lautlos, was ihn im Vergleich zu bellfreudigeren Verwandten angenehm unauffällig macht. Sein ausgeprägter Jagd und Beutetrieb bleibt aber spürbar, kleine Heimtiere sollten Interessenten deshalb kritisch mitdenken. Im Alltag braucht er moderate, aber regelmäßige Bewegung und geistige Beschäftigung, klassisches Dauerlaufen ist wegen des kurzbeinigen, gedrungenen Körperbaus (Achondroplasie, ähnlich dem Dackel) weniger passend als kurze, abwechslungsreiche Einheiten. Das rauhe Fell haart kaum, muss aber regelmäßig gebürstet und getrimmt werden, sonst verfilzt die Unterwolle. In Deutschland ist der Glen of Imaal Terrier eine echte Rarität, es gibt praktisch keine deutschen Züchter, Interessenten müssen mit langen Wartezeiten oder einem Import aus Irland oder Großbritannien rechnen und finden häufiger jagdlich geprägte Linien als reine Showlinien. Die Rasse passt zu Menschen, die einen robusten, treuen Begleiter mit Terrier-Grundcharakter und etwas mehr Gelassenheit suchen und die kurzbeinige, chondrodystrophe Statur bei Bewegung und Tierarztchecks im Blick behalten. Für Wohnungen mit vielen Treppen, für Halter mit Kleintieren im Haushalt oder für alle, die einen pflegeleichten Couchhund ohne jeden Jagdtrieb wollen, ist er eher nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Der kurzbeinige, langgestreckte Körperbau (Achondroplasie) begünstigt Rückenprobleme; Treppen, Sofasprünge und Übergewicht sollten reduziert werden, ähnlich wie beim Dackel.
  • Vor dem Kauf lohnt ein Gentest auf progressive Retinaatrophie (PRA, Variante crd3), da diese Augenerkrankung in der Rasse bekannt ist.
  • Der ausgeprägte Jagd und Beutetrieb macht ein sicher eingezäuntes Grundstück und ein solides Rückruftraining wichtig, freies Laufen an unübersichtlichen Orten ist riskant.
  • Wegen der dünnen Zuchtbasis in Deutschland ist meist ein Import nötig; auf Gesundheitschecks der Elterntiere (Augen, Hüfte) beim Züchter im Ausland achten und Wartezeiten einplanen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Progressive Retinaatrophie (PRA, Variante crd3), ein Gentest ist verfügbar und wird von seriösen Züchtern genutzt.
  • Tendenziell erhöhtes Risiko für Rückenprobleme durch den kurzbeinigen, chondrodystrophen Körperbau, vergleichbar mit anderen kurzläufigen Rassen.
  • Hautreizungen und Allergien, vor allem an den Pfoten, werden in der Rasse beschrieben.
  • Wachstumsfugenverletzungen bei Junghunden durch die vorderlastige, kräftige Statur sind möglich, weshalb Welpen nicht überlastet werden sollten.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Irischer Glen of Imaal Terrier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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