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Lele

Ibiza-Podenco

Eigenständiger Jäger mit ruhiger Sofaseite

auch bekannt als Podenco Ibicenco, Ibizan Hound

groß (L)Spanien
Ibiza-Podenco im Portrait mit großen aufrechten Ohren, heller Nase und wachem Blick
Ibiza-Podenco im Porträt
Ibiza-Podenco läuft mit langen Beinen über eine trockene Wiesenlandschaft
Ibiza-Podenco unterwegs
Ibiza-Podenco liegt entspannt und ausgestreckt auf einem Sofakissen im gedämpften Licht
Ibiza-Podenco zu Hause

Steckbrief

Größe
groß (L), 60 bis 72 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 19 bis 25 kg
Lebenserwartung
typisch 11 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 2 Welpen
Fell
Kurzhaar oder Rauhaar
Herkunft
Spanien
Anerkennung
FCI-Gruppe 5 (Spitze und Urtypen), Standard Nr. 89

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
extrem lebhaft, kaum zu bremsen (5 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Ibiza-Podenco im Porträt

Der Ibiza-Podenco stammt von den Balearen, vor allem von Ibiza, aber auch von Mallorca, Menorca und Formentera, und gilt als eine der ältesten heute noch gezüchteten Hunderassen im Mittelmeerraum. Vermutlich brachten phönizische oder karthagische Seefahrer die Vorfahren der Rasse auf die Inseln, wo sie über Jahrhunderte für die Kaninchenjagd ohne Flinte selektiert wurden, meist in Meuten aus mehreren Hündinnen mit höchstens einem Rüden. Dieses Erbe als eigenständig jagender Meutehund prägt den Charakter der Rasse bis heute deutlich. Zuhause zeigt sich der Ibiza-Podenco tendenziell ruhig und eng an seine Bezugspersonen gebunden; Fremden gegenüber reagiert er im Schnitt eher reserviert und vorsichtig, selten aufdringlich oder distanzlos. Sobald es nach draußen geht, wandelt sich das Bild: Der ausgeprägte Jagdtrieb, der Sicht, Gehör und Geruchssinn gleichermaßen nutzt, lässt sich kaum vollständig wegtrainieren, ein verlässlicher Rückruf bleibt bei vielen Tieren eher die Ausnahme. Freilauf empfiehlt sich deshalb überwiegend auf sicher eingezäunten Flächen. Die Erziehung verlangt Geduld, Konsequenz und Erfahrung im Umgang mit eigenständig denkenden Hunden; klassischen Kommandogehorsam wie bei typischen Gebrauchshunden sollte man nicht erwarten. Der Bewegungsbedarf ist hoch und abwechslungsreich: Reines Gassigehen im Schritttempo wird der Rasse kaum gerecht. Das kurze oder rauhe Fell ist im Schnitt pflegeleicht, doch der schlanke, fettarme Körperbau macht viele Vertreter kälteempfindlich, ein Mantel für nasskalte Tage ist keine Seltenheit. Für aktive Menschen mit Vorerfahrung in der Hundeerziehung, einem sicher eingezäunten Grundstück und Freude an einem eigenwilligen, sensiblen Wesen kann der Ibiza-Podenco ein faszinierender Begleiter sein. Wer einen unkomplizierten Einsteigerhund, verlässlichen Freilauf ohne Zaun oder einen wachsamen Beschützer sucht, findet in dieser Rasse eher nicht die passende Wahl. Viele Ibiza-Podencos in Deutschland stammen zudem aus spanischer Tierschutzvermittlung und bringen mitunter eine bewegte Vorgeschichte mit, die beim Eingewöhnen zusätzliche Geduld erfordert.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungspensum realistisch einplanen: mindestens 1,5 bis 2 Stunden aktive, abwechslungsreiche Auslastung täglich, ein Teil davon als Freilauf auf sicher eingezäunter Fläche.
  • Freilauf ohne Zaun ist wegen des ausgeprägten Jagdtriebs kaum verlässlich möglich. Viele Halter sichern ihren Ibiza-Podenco dauerhaft mit Schleppleine.
  • Alleinbleiben will schrittweise trainiert werden; besonders Tiere aus spanischer Straßen- oder Jagdhaltung reagieren anfangs oft empfindlich auf Trennung von Bezugspersonen.
  • Fellpflege ist im Schnitt gering, doch der fettarme, drahtige Körperbau macht viele Tiere kälteempfindlich: Ein Hundemantel für kalte, nasse Tage ist sinnvoll.
  • Viele in Deutschland vermittelte Ibiza-Podencos stammen aus spanischer Tierschutzarbeit; vor der Übernahme lohnt eine tierärztliche Abklärung auf Mittelmeererkrankungen wie Leishmaniose.
  • Kein Hund für den ersten Versuch: Erziehung und Sozialisation verlangen Erfahrung, Geduld und Konsequenz im Umgang mit einer eigenständig denkenden Jagdhunderasse.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Als funktional gezüchtete Jagdhunderasse gilt der Ibiza-Podenco laut FCI-Standard im Schnitt als robust; der Standard schreibt ausdrücklich vor, nur funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde zur Zucht zu verwenden.
  • Der schlanke, fettarme Körperbau ist typisch für windhundähnliche Rassen und geht häufig mit erhöhter Kälteempfindlichkeit einher.
  • Bei Ibiza-Podencos aus spanischer Tierschutzvermittlung kommen Mittelmeererkrankungen wie Leishmaniose vergleichsweise häufiger vor; spezialisierte Vermittlungsstellen führen dafür eigene Nachsorgeprogramme.
  • Rassespezifische Erbkrankheiten sind in der verfügbaren Literatur nur wenig dokumentiert: Aussagen zu Häufigkeiten einzelner Erkrankungen sollten entsprechend vorsichtig gewertet werden.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Ibiza-Podenco hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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