Hovawart
Wachsamer Hofhund mit Familienherz
auch bekannt als Hovi


Regionale Haltungsregeln
Prüfe vor der Anschaffung die Regeln an deinem Wohnort.
Steckbrief
- Größe
- groß (L), 58 bis 70 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 30 bis 50 kg
- Lebenserwartung
- typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 636 Welpen
- Fell
- Langhaar, Langes, leicht gewelltes Fell mit wenig Unterwolle: ein- bis zweimal pro Woche bürsten, im Fellwechsel deutlich öfter, sonst verfilzt es.
- Herkunft
- Deutschland
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 2 (Pinscher, Schnauzer, Molosser), Standard Nr. 190
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht viel Bewegung (4 von 5)
- Trainierbarkeit
- trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
- Bellfreude
- bellt situationsbedingt (3 von 5)
- Pflegeaufwand
- geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- gut geeignet für Familien (4 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Hovawart im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Plane täglich im Schnitt 1,5 bis 2 Stunden Bewegung plus Kopfarbeit ein. Nasenarbeit wie Mantrailing, Fährte oder Flächensuche passt besonders gut zu seiner sehr guten Nase, auch Rettungshundearbeit, Obedience und Dummytraining sind bewährte Auslastungen.
- Ein Hovawart ist erst mit rund drei Jahren erwachsen. Rechne mit einer langen Junghundphase, in der er Grenzen testet: konsequente, freundliche Erziehung von Anfang an, idealerweise mit Unterstützung einer Hundeschule, die eigenständige Rassen kennt.
- Wach- und Schutztrieb sind züchterisch gewollt. Übe früh ein, dass Besuch und Passanten in Ordnung sind, sonst entscheidet er selbst, wen er meldet. Ein Grundstück zum Bewachen ist ideal, ersetzt aber keinen Familienanschluss.
- Frage beim Züchter gezielt nach HD-Auswertung der Elterntiere, Schilddrüsenwerten (Hypothyreose) sowie Augen- und Herzuntersuchung. Die VDH-Zuchtvereine verlangen solche Untersuchungen und schließen betroffene Hunde von der Zucht aus.
- Das lange Fell mit wenig Unterwolle braucht ein- bis zweimal pro Woche eine Bürsteinheit, im Fellwechsel deutlich mehr. Dann fallen auch spürbar Haare in der Wohnung an.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Hypothyreose (autoimmun bedingte Schilddrüsenunterfunktion), tritt meist zwischen dem vierten und siebten Lebensjahr auf; die Zuchtvereine schließen betroffene Hunde von der Zucht aus
- Hüftgelenksdysplasie: durch jahrzehntelange Zuchtselektion auf HD-freie Tiere selten geworden, Befunde der Elterntiere trotzdem erfragen
- Degenerative Myelopathie ist in der Rasse beschrieben, seit 2017 wird per Gentest auf den Risikomarker untersucht
- Osteochondrosis dissecans (OCD), dilatative Kardiomyopathie, Katarakt und Lebershunt kommen vereinzelt vor und sind im Solidaritätsfonds des Rassezuchtvereins gelistet
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Hovawart hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Die verfügbaren Angaben stammen von 2017 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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