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Lele

Hovawart

Wachsamer Hofhund mit Familienherz

auch bekannt als Hovi

groß (L)Deutschland
Schwarzloher Hovawart spielt im hohen Gras mit einem Spielzeug, aufmerksamer Blick.
Hovawart unterwegsFoto: Faigl.ladislav · CC BY-SA 4.0
Schwarzloher Hovawart liegt entspannt zuhause auf einem Teppich neben einer Katze.
Hovawart zu HauseFoto: User:LAVme · CC BY-SA 2.5

Steckbrief

Größe
groß (L), 58 bis 70 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 30 bis 50 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 636 Welpen
Fell
Langhaar, Langes, leicht gewelltes Fell mit wenig Unterwolle: ein- bis zweimal pro Woche bürsten, im Fellwechsel deutlich öfter, sonst verfilzt es.
Herkunft
Deutschland

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Hovawart im Porträt

Der Hovawart ist ein alter deutscher Hofhund-Typ, dessen Name aus dem Mittelhochdeutschen stammt: Hova ist der Hof, wart der Wächter. Ab 1922 wurde die Rasse aus typähnlichen Hofhunden neu aufgebaut, unter anderem mit Einkreuzungen von Deutschem Schäferhund, Neufundländer und Leonberger. 1937 als Rasse und 1964 als Gebrauchshund anerkannt, gehört er heute zur FCI-Gruppe 2. Sein Wächter-Erbe wirkt im Alltag deutlich nach: Ein Hovawart fühlt sich für Haus, Grundstück und seine Menschen zuständig und meldet, was ihm nicht geheuer vorkommt. Der FCI-Standard beschreibt ihn als ausgeglichen und gutartig, mit Schutztrieb, Selbstsicherheit, Belastbarkeit, mittlerem Temperament und einer sehr guten Nase. Dazu kommt eine besondere Bindung an seine Familie: Der Hovawart sucht Nähe zu seinen Bezugspersonen und bleibt Fremden gegenüber erst einmal reserviert. Er gilt als sensibel und kooperationsbereit, trifft aber gern eigene Entscheidungen und testet seine Menschen, gerade in der langen Junghundzeit: Erwachsen ist er im Schnitt erst mit rund drei Jahren. Im Alltag braucht er mehr als Spaziergänge. Nasenarbeit wie Mantrailing, Fährte oder Flächensuche passt hervorragend zu seiner Veranlagung, auch Rettungshundearbeit, Obedience und Dummytraining sind bewährte Beschäftigungen. Ideal ist ein Zuhause mit Grundstück, das er im Blick behalten darf, aber mit vollem Familienanschluss: Als reiner Hofhund ohne Anbindung an seine Menschen verkümmert er. Das lange, leicht gewellte Fell hat wenig Unterwolle und ist vergleichsweise pflegeleicht, regelmäßiges Bürsten vorausgesetzt, im Fellwechsel entsprechend öfter. Gesundheitlich gilt die Rasse als robust; die Hüftgelenksdysplasie wurde durch jahrzehntelange Zuchtselektion stark zurückgedrängt. Der Hovawart passt zu aktiven, idealerweise hundeerfahrenen Menschen, die Zeit für Erziehung und Beschäftigung haben und eine ruhige, konsequente Führung mögen. Wer einen Hund sucht, der jeden Besucher freudig begrüßt, sich über lange Strecken selbst beschäftigt oder als Anfänger einen unkomplizierten Begleiter möchte, ist mit dieser selbstbewussten Wächternatur tendenziell weniger gut beraten. Wer ihm dagegen Aufgaben, klare Regeln und echten Familienanschluss bietet, bekommt einen loyalen, belastbaren Partner, der seine Menschen ein Hundeleben lang aufmerksam begleitet.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich im Schnitt 1,5 bis 2 Stunden Bewegung plus Kopfarbeit ein. Nasenarbeit wie Mantrailing, Fährte oder Flächensuche passt besonders gut zu seiner sehr guten Nase, auch Rettungshundearbeit, Obedience und Dummytraining sind bewährte Auslastungen.
  • Ein Hovawart ist erst mit rund drei Jahren erwachsen. Rechne mit einer langen Junghundphase, in der er Grenzen testet: konsequente, freundliche Erziehung von Anfang an, idealerweise mit Unterstützung einer Hundeschule, die eigenständige Rassen kennt.
  • Wach- und Schutztrieb sind züchterisch gewollt. Übe früh ein, dass Besuch und Passanten in Ordnung sind, sonst entscheidet er selbst, wen er meldet. Ein Grundstück zum Bewachen ist ideal, ersetzt aber keinen Familienanschluss.
  • Frage beim Züchter gezielt nach HD-Auswertung der Elterntiere, Schilddrüsenwerten (Hypothyreose) sowie Augen- und Herzuntersuchung. Die VDH-Zuchtvereine verlangen solche Untersuchungen und schließen betroffene Hunde von der Zucht aus.
  • Das lange Fell mit wenig Unterwolle braucht ein- bis zweimal pro Woche eine Bürsteinheit, im Fellwechsel deutlich mehr. Dann fallen auch spürbar Haare in der Wohnung an.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hypothyreose (autoimmun bedingte Schilddrüsenunterfunktion), tritt meist zwischen dem vierten und siebten Lebensjahr auf; die Zuchtvereine schließen betroffene Hunde von der Zucht aus
  • Hüftgelenksdysplasie: durch jahrzehntelange Zuchtselektion auf HD-freie Tiere selten geworden, Befunde der Elterntiere trotzdem erfragen
  • Degenerative Myelopathie ist in der Rasse beschrieben, seit 2017 wird per Gentest auf den Risikomarker untersucht
  • Osteochondrosis dissecans (OCD), dilatative Kardiomyopathie, Katarakt und Lebershunt kommen vereinzelt vor und sind im Solidaritätsfonds des Rassezuchtvereins gelistet

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Hovawart hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen von 2017 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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