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Lele

Grosser Schweizer Sennenhund

Gutmütiger Riese mit wachem Auge

auch bekannt als Greater Swiss Mountain Dog, Grand Bouvier Suisse

sehr groß (XL)Schweiz
Ein Grosser Schweizer Sennenhund steht draußen unter einem Baum und schnuppert im Gras.
Grosser Schweizer Sennenhund im Porträt
Ein Grosser Schweizer Sennenhund schläft entspannt auf einem Holzboden in der Wohnung.
Grosser Schweizer Sennenhund zu Hause

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 60 bis 72 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 36 bis 64 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 134 Welpen
Fell
Stockhaar, Kurzes, pflegeleichtes Stockhaar mit dichter Unterwolle. Im Fellwechsel hilft regelmäßiges Bürsten gegen die lose Unterwolle.
Herkunft
Schweiz

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Grosser Schweizer Sennenhund im Porträt

Der Grosse Schweizer Sennenhund ist die größte der vier Schweizer Sennenhund-Rassen und stammt von den alten Bauern-, Metzger- und Fleischerhunden des Alpenraums ab, die Karren zogen, Vieh trieben und Haus und Hof bewachten. 1908 erkannte der Kynologe Albert Heim in zwei kurzhaarigen Berner Sennenhunden den fast verschwundenen alten Schlag, 1909 wurde die Rasse im Schweizerischen Hundestammbuch eigenständig eingetragen. Dieses Erbe wirkt bis heute nach: ein starkknochiger, muskulöser Hund mit viel Ausdauer, der eine Aufgabe und engen Anschluss an seine Menschen sucht. Im Wesen beschreibt ihn der FCI-Standard als sicher, aufmerksam, wachsam und furchtlos im Alltag, gutmütig und anhänglich mit vertrauten Personen und selbstsicher gegenüber Fremden, bei mittlerem Temperament. Genau so zeigt er sich meist: Er meldet, was rund um sein Zuhause passiert, ohne zum Dauerkläffer zu werden, bleibt Fremden gegenüber freundlich distanziert und hängt eng an seiner Familie. Jagdlich ist er im Schnitt wenig motiviert, was entspannte Spaziergänge in der Natur deutlich erleichtert. Im Alltag braucht der Grosse Schweizer weniger Tempo als Substanz: ausgedehnte Wanderungen, Zughundesport oder Nasenarbeit passen besser zu ihm als Sprint und Dauerlauf. Als spät ausreifende, sehr große Rasse sollte er im ersten Lebensjahr körperlich geschont werden, Treppen, Sprünge und lange Strecken gehören sorgfältig dosiert. Das kurze Stockhaar ist pflegeleicht, verliert im Fellwechsel aber reichlich Unterwolle, dann hilft regelmäßiges Bürsten. Für eine kleine Etagenwohnung ist er nicht gemacht, ideal sind Haus, Garten oder ein ländliches Umfeld mit ebenerdigem Zugang. Gut passt er zu Menschen mit Platz, Zeit und Freude an einem ruhigen, präsenten Begleiter, auch zu aktiven Familien, die seinen Wachtrieb ernst nehmen, Besuch souverän begleiten und den Umgang zwischen Hund und Kindern aufmerksam gestalten. Weniger geeignet ist er für sportliche Höchstleistungen, für sehr kleine Wohnungen und für alle, die einen leichtführigen ersten Hund suchen: Seine Größe, seine Kraft und sein Selbstbewusstsein verlangen konsequente, freundliche Erziehung von klein auf und ein Budget, das zu einem sehr großen Hund passt. Die Magendrehung gilt bei dieser großen, tiefbrüstigen Rasse als eine der häufigsten lebensbedrohlichen Notfälle und Todesursachen, schnelles Erkennen der Symptome kann Leben retten.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Platz einplanen: Der VDH beschreibt ihn ausdrücklich nicht als Wohnungshund für die zweite Etage aufwärts. Ideal sind Haus oder Erdgeschoss mit Garten, dazu ein Auto und ein Zuhause, in dem ein sehr großer Hund wirklich Platz hat. Futter-, Tierarzt- und Ausstattungskosten liegen deutlich über denen kleiner Rassen.
  • Beim Züchter gezielt nach den Auswertungen für Hüftgelenksdysplasie (HD), Ellenbogendysplasie (ED) und OCD der Elterntiere fragen: Der Zuchtverein SSV verlangt entsprechende Röntgenuntersuchungen und schließt betroffene Hunde von der Zucht aus. Auch nach Epilepsie in der Linie fragen.
  • Junghund schonen: Die Rasse wächst lange und reift spät. Im ersten Lebensjahr Treppen, Sprünge und lange Strecken stark dosieren, Zughundesport erst nach der körperlichen Ausreifung beginnen.
  • Magendrehungs-Risiko wie bei vielen großen, tiefbrüstigen Rassen ernst nehmen: mehrere kleinere Mahlzeiten am Tag füttern, nach dem Fressen Ruhe halten und die Symptome (unproduktives Würgen, aufgeblähter Bauch) kennen, denn im Ernstfall zählt jede Stunde.
  • Wachtrieb aktiv managen: Er meldet Besucher und Ungewohntes zuverlässig. Von Anfang an trainieren, dass Melden reicht, und ihm bei Besuch klare Rituale geben, sonst übernimmt er die Türkontrolle selbst.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftgelenksdysplasie (HD) kommt in der Rasse vor und wird vom Zuchtverein per Röntgenauswertung und Zuchtwertschätzung überwacht
  • Ellenbogendysplasie (ED) und Osteochondrosis dissecans (OCD) sind rassebezogen dokumentiert; der SSV verlangt Röntgenbefunde und schließt betroffene Hunde von der Zucht aus
  • Magendrehung: als große, tiefbrüstige Rasse erhöhtes Risiko für eine lebensbedrohliche Magendrehung
  • Idiopathische Epilepsie kommt in der Rasse selten vor und wird vom Zuchtverein wissenschaftlich begleitet bekämpft

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Grosser Schweizer Sennenhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die Preise stammen aus Verkaufsportalen, nicht aus der Vereinszucht. Nimm die Spanne als groben Anhalt und vergleiche mehrere Züchter.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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