Grönlandhund
Ausdauernder Polarhund mit eigenem Kopf
auch bekannt als Qimmeq, Greenland Dog, Grønlandshund

Steckbrief
- Größe
- groß (L), 55 bis 68 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 26 bis 44 kg
- Lebenserwartung
- typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 4 Welpen
- Fell
- Stockhaar, Dichte Unterwolle mit starkem saisonalem Fellwechsel im Frühjahr und Herbst, dann fast tägliches Bürsten nötig; sonst reicht wöchentliche Pflege.
- Herkunft
- Dänemark
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 5 (Spitze und Urtypen), Standard Nr. 274
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- lebhaft, viel Energie (4 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
- Trainierbarkeit
- eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart sehr stark (5 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- offen gegenüber Fremden (4 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5)
- Verträglichkeit mit Katzen
- verträgt sich selten mit Katzen (1 von 5)
- Familien-Eignung
- bedingt geeignet für Familien (2 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5)
- Jagdtrieb
- sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
- Anfänger-Eignung
- eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)
Der Charakter: Grönlandhund im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Braucht täglich mindestens zwei Stunden intensive Auslastung, am besten Zug- oder Laufarbeit im Team (Canicross, Bikejöring, Zughundesport), reine Spaziergänge reichen kaum.
- Fellwechsel im Frühjahr und Herbst verlangt über mehrere Wochen fast tägliches Bürsten, sonst genügt wöchentliche Pflege der dichten Unterwolle.
- Für sehr warme Regionen oder Sommer ohne schattige Rückzugsorte und angepasste Trainingszeiten ist die Rasse wenig geeignet, sie ist auf arktisches Klima ausgelegt.
- Vor Anschaffung Hüftgelenke der Zuchttiere röntgen lassen (HD-Screening), da orthopädische Probleme bei intensiver Zugarbeit dokumentiert sind.
- Wegen des laut FCI-Standard explizit auf Großwild gezüchteten Jagdinstinkts ist ein sicher eingezäuntes Grundstück wichtig, Freilauf in der Nähe von Kleintieren oder Wild nur nach solidem Rückruftraining.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Hüftdysplasie (HD): dokumentiertes orthopädisches Risiko, besonders bei intensiver Zugarbeit.
- Magendrehung (Gastric Dilatation-Volvulus): Risiko bei diesem großen, tiefbrüstigen Körperbau.
- Hitzeempfindlichkeit: als arktische Rasse deutlich eingeschränkte Wärmetoleranz, anstrengende Belastung bei Temperaturen über etwa 15 bis 20 Grad sollte vermieden werden.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Grönlandhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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