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Lele

Eurasier

Gelassener Familienhund mit sanftem Eigensinn

groß (L)Deutschland
Ein junger Eurasier mit falbfarbenem Fell und dunkler Maske steht auf einem Grasweg und blickt in die Kamera.
Eurasier im Porträt
Nahaufnahme eines jungen Eurasiers, der sich mit der Zunge über die Nase leckt.
Eurasier im Porträt
Ein cremefarbener Eurasier watet durch das flache Wasser einer Bucht.
Eurasier unterwegs

Steckbrief

Größe
groß (L), 48 bis 60 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 18 bis 32 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 222 Welpen
Fell
Stockhaar, Dichtes Stockhaar mit viel Unterwolle: ein- bis zweimal pro Woche bürsten, im Fellwechsel täglich.
Herkunft
Deutschland
Anerkennung
FCI-Gruppe 5 (Spitze und Urtypen), Standard Nr. 291

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
sehr gut geeignet für Familien mit Kindern (5 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5)
Anfänger-Eignung
gut geeignet für Anfänger (4 von 5)

Der Charakter: Eurasier im Porträt

Der Eurasier ist eine junge deutsche Rasse mit einem ungewöhnlich klaren Zuchtziel: Er sollte von Anfang an nichts anderes sein als ein Familien- und Begleithund. Ab 1960 kreuzte Julius Wipfel in Weinheim Wolfsspitze mit Chow-Chows, die daraus entstandenen Hunde hießen zunächst Wolf-Chows. 1972 kam Samojeden-Blut hinzu, 1973 erkannten VDH und FCI die Rasse unter dem Namen Eurasier an. Dieses Zuchtziel wirkt bis heute nach: Der Eurasier ist auf enge Bindung angelegt, er braucht den ständigen Anschluss an seine Menschen und ist für Zwinger- oder reine Außenhaltung nicht geeignet. Der FCI-Standard beschreibt ihn als selbstsicheren, ruhigen und ausgeglichenen Hund mit hoher Reizschwelle, der Fremden gegenüber zurückhaltend ist, ohne aggressiv oder ängstlich zu sein. Genau so erleben ihn viele Halter: im Haus ein gelassener Beobachter, draußen aufmerksam und wachsam, aber tendenziell kein Kläffer. Besuch begrüßt er selten überschwänglich, er taut lieber in seinem eigenen Tempo auf. Mit seiner Familie ist er anhänglich und sensibel. Harte Kommandos und Druck prallen an ihm ab oder verunsichern ihn, mit freundlicher, konsequenter Führung lernt er dagegen willig, auch wenn er nie den blinden Gehorsam eines klassischen Arbeitshundes zeigen wird. Sein Bewegungsbedarf ist moderat: tägliche Spaziergänge, gemeinsame Unternehmungen und etwas Kopfarbeit, etwa Nasenarbeit oder lockeres Begleithundetraining, reichen ihm im Schnitt aus. Der Jagdtrieb ist bei vielen Vertretern eher gering ausgeprägt. Das dichte Stockhaar mit üppiger Unterwolle wirkt aufwendiger, als es ist: ein- bis zweimal Bürsten pro Woche genügt meist, im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst verliert er allerdings über Wochen große Mengen Unterwolle, dann ist tägliches Bürsten sinnvoll. Sommerhitze macht ihm tendenziell mehr zu schaffen als Kälte. Der Eurasier passt zu Menschen, die einen ruhigen, präsenten Hund für das Familienleben suchen, viel Zeit mit ihm verbringen können und seine feine, etwas eigenständige Art zu schätzen wissen. Auch für umsichtige Anfänger kann er eine gute Wahl sein, wenn sie sich auf seine Sensibilität einlassen und eine gute Hundeschule besuchen. Wer dagegen einen sportlichen Dauerläufer, einen Schutzhund oder einen unkomplizierten Kumpel für jedermann sucht, der jeden Fremden freudig begrüßt, wird mit ihm eher nicht glücklich. Auch wer werktags viele Stunden außer Haus ist, sollte sich für eine andere Rasse oder eine verlässliche Betreuungslösung entscheiden, denn langes Alleinbleiben liegt ihm nicht.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Eurasier sind auf engen Familienanschluss gezüchtet: plane deinen Alltag so, dass der Hund die meiste Zeit dabei sein kann, und übe das Alleinbleiben von Welpe an in kleinen Schritten. Regelmäßig einen ganzen Arbeitstag allein zu bleiben überfordert die meisten Vertreter.
  • Im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst fallen über mehrere Wochen große Mengen Unterwolle an: rechne dann mit täglichem Bürsten und deutlich mehr Haaren in der Wohnung. Außerhalb dieser Phasen genügt meist ein- bis zweimal Bürsten pro Woche.
  • Frage die Zuchtstätte gezielt nach Befunden der Elterntiere zu Hüftgelenksdysplasie, Patellaluxation, Augenerkrankungen und Schilddrüsenwerten sowie nach dem Gentest auf Dandy-Walker-like Malformation. Die Eurasier-Zuchtvereine im VDH machen solche Untersuchungen zur Zuchtvoraussetzung.
  • Die rassetypische Zurückhaltung gegenüber Fremden braucht Begleitung: sorge beim Junghund für viele entspannte, positive Kontakte mit Besuch und fremden Menschen, damit Reserviertheit nicht in Unsicherheit kippt. Trainiere mit freundlicher Konsequenz statt mit Druck, auf Härte reagiert die Rasse sensibel.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist in der Rasse überdurchschnittlich dokumentiert, Zuchtvereine verlangen deshalb Schilddrüsenuntersuchungen der Zuchttiere
  • Dandy-Walker-like Malformation (DWLM): eine erbliche Kleinhirn-Fehlbildung mit Bewegungsstörungen ab dem Welpenalter, verursacht durch eine Mutation im VLDLR-Gen und per Gentest nachweisbar
  • Hüftgelenksdysplasie (HD) kommt vor und ist Bestandteil der verpflichtenden Zuchtuntersuchungen der Rasseclubs
  • Patellaluxation (Verschiebung der Kniescheibe) ist rassebezogen dokumentiert und wird bei Zuchttieren untersucht
  • Augenerkrankungen wie Distichiasis (Doppelbewimperung), Entropium und Ektropium kommen in der Rasse vor

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Eurasier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die Quellen nennen deutlich unterschiedliche Preise. Nimm die Spanne als groben Rahmen und frag beim Zuchtverein nach.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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