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Lele

Entlebucher Sennenhund

Wacher Schweizer Treibhund mit Familiensinn

auch bekannt als Entlebucher, Entlebucher Mountain Dog

mittelgroß (M)Schweiz
Entlebucher Sennenhund steht aufmerksam am Strand und schaut in die Kamera
Entlebucher Sennenhund im Porträt
Entlebucher Sennenhund rennt mit erhobener Rute über den Sandstrand
Entlebucher Sennenhund unterwegs
Entlebucher Sennenhund schaut zu Hause auf dem Holzboden erwartungsvoll nach oben
Entlebucher Sennenhund zu Hause

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 42 bis 50 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 20 bis 30 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 93 Welpen
Fell
kurzes Stockhaar, Wöchentliches Bürsten genügt meist, im Fellwechsel fällt durch die dichte Unterwolle deutlich mehr Haar an.
Herkunft
Schweiz

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Entlebucher Sennenhund im Porträt

Der Entlebucher Sennenhund ist der kleinste der vier Schweizer Sennenhunde und stammt aus dem Entlebuch, einem Tal in den Kantonen Luzern und Bern. Dort arbeitete er über Generationen als Treib-, Hüte- und Hofhund: Er brachte die Kühe von der Weide, meldete Fremde und blieb dabei eng an seinen Menschen. Erst 1913 wurde er als vierte Sennenhunderasse ins Schweizerische Hundestammbuch aufgenommen, der erste Standard folgte 1927. Bis heute ist der Bestand überschaubar, Welpen sind selten und Wartezeiten üblich. Der FCI-Standard beschreibt ihn als lebhaft, temperamentvoll, selbstsicher und furchtlos: vertrauten Menschen gegenüber gutmütig und anhänglich, Fremden gegenüber zunächst leicht misstrauisch, dazu ein unbestechlicher Wächter. Im Alltag bedeutet das einen wachen, meldefreudigen Hund, der Besuch zuverlässig ankündigt und sein Revier im Blick behält. Gleichzeitig gilt er als lernfreudig und arbeitswillig: Er will echte Aufgaben und gemeinsame Unternehmungen, kein reines Nebenherlaufen. Sein Treibhund-Erbe wirkt bis heute nach: Der Entlebucher braucht täglich Bewegung und Kopfarbeit, etwa Agility, Obedience, Suchspiele oder lange Wanderungen. Wird er unterfordert, sucht er sich tendenziell eigene Beschäftigung, was selten im Sinne der Familie ausfällt. Das kurze Stockhaar mit dichter Unterwolle ist dafür pflegeleicht: Wöchentliches Bürsten genügt meist, im Fellwechsel fällt spürbar mehr Haar an. Eine Besonderheit der Rasse: Ein Teil der Welpen kommt mit angeborener Stummelrute zur Welt, laut Standard sind lange Rute und Stummelrute gleichwertig. Der Entlebucher passt zu aktiven Menschen, die einen wachsamen, menschenbezogenen Hund suchen und Freude an Training und gemeinsamer Beschäftigung haben. Auch in Familien kann er sich sehr wohlfühlen, wenn seine Auslastung stimmt und Kinder gelernt haben, ihn zu respektieren. Weniger geeignet ist er für Menschen, die einen mit jedem sofort freundlichen Begleithund erwarten, viel außer Haus sind oder sich an regelmäßigem Melden stören. Achte beim Kauf auf eine Zucht, die auf ektopische Ureteren, erbliche Augenerkrankungen und Hüftdysplasie untersucht: Die Rasse hat hier belegte Dispositionen, seriöse Zuchtvereine kontrollieren diese Befunde konsequent.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich rund 1,5 bis 2 Stunden Bewegung plus Kopfarbeit ein: Agility, Obedience, Suchspiele oder Zughundesport passen gut zu seinem Treibhund-Erbe. Reine Spaziergänge lasten ihn auf Dauer selten aus.
  • Sein Wach- und Meldeverhalten ist rassetypisch ausgeprägt: Trainiere von Anfang an ein Abbruchsignal und ruhige Besucher-Routinen und bedenke die Bellfreude, wenn du hellhörig zur Miete wohnst.
  • Kaufe nur bei Züchtern, die für beide Elterntiere einen Ultraschallbefund auf ektopische Ureteren, eine aktuelle Augenuntersuchung mit PRA-Gentest und ein HD-Röntgen vorlegen, etwa über die Sennenhund-Zuchtvereine im VDH oder in der Schweiz.
  • Die Rasse ist selten: Rechne mit Wartezeit auf einen Welpen und weiche nicht auf Anzeigen ohne Gesundheitsnachweise aus.
  • Er ist stark menschenbezogen: Alleinbleiben über wenige Stunden hinaus solltest du schrittweise aufbauen und nicht als selbstverständlich voraussetzen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Ektopische Ureteren (Fehlmündung der Harnleiter mit Risiko für Inkontinenz und Nierenschäden), rassetypisch gehäuft; Zuchttiere werden per Ultraschall untersucht
  • Erbliche Augenerkrankungen, u. a. Progressive Retinaatrophie (PRA, Gentest verfügbar), Katarakt und Goniodysplasie mit Glaukomrisiko
  • Hüftgelenksdysplasie (HD), trotz mittlerer Größe rassetypisch relevant; Zuchttiere werden geröntgt

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Entlebucher Sennenhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen von 2018 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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